Scott Matthew – Adorned – Album – Kurzkritik

Shortcuts 5 – Alben in der Kurzkritik


Scott Matthew – Adorned

Artist: Scott Matthew
Album: Adorned
Label: Glitterhouse / Indigo
V.Ö: 15.05.2020
Formate: CD, Vinyl, Digital

CREDIT_ADORNED-Cover_Artwork by Mario Lombardo_web
CREDIT_SCOTT MATTHEW_ADORNED_Cover_Artwork by Mario Lombardo_web

Der Australier Scott Matthew ist bekanntermaßen ein Meister der Interpretation. Bei seinem aktuellen Album Adorned nimmt er sich nicht etwa die Pretiosen anderer Künstler vom Format der britischen Kultband Radiohead und deren Song No Surprises vor, sondern greift ausschließlich zurück auf den eigenen Backkatalog.

Seit 2007 ist er mit Band als Singer/Songwriter aktiv. Das Debüt Scott Matthew (2007), die beiden Nachfolger There Is an Ocean That Divides (2009) und Gallantry’s Favorite Son (2011) dürften die meisten seiner Fans als Grundausstattung besitzen. Bei den Neuinterpretationen greift Scott Matthew auch auf sein letztes Studioalbum Ode To Others zurück, das mit The Wish den Opener einer vergleichsweise leichtfüßigen Reise durch das musikalische Universum des außergewöhnlichen Sängers und Gitarristen liefert. Mancher Freund der sonst eher traurig-melancholischen Lieder des Künstlers mit Hauptwohnsitz New York dürfte aufgrund der luftigen Arrangements zunächst etwas irritiert sein. Mir ging das beim ersten Durchhören von Adorned ähnlich. Die originalen Gesangsspuren wurden zwar übernommen, allerdings nimmt der dänisch-deutsche Produzenten Jens Gad die bekannte Instrumentierung seiner Alben zurück. An ihre Stelle treten etwas veränderte Gitarrenläufe, ansonsten Streicher und Beats.

Darf ein Berufsmelancholiker in ohnehin traurigen Coronazeiten, die Pandemie hat besonders stark New York getroffen, nicht auch einmal – wenigstens für 36 Minuten – etwas optimistisch sein?

Die brutale Tötung von George Floyd durch einen Polizisten in Minneapolis zeigt uns in dieser ohnehin schwierigen Zeit einen völlig inakzeptablen Rassismus und als Folge bürgerkriegsähnliche Ausschreitungen in den USA.

Leichte Töne und die einzigartige Falsettstimme Scott Matthews, die gerade bei The Wish – ein Song, den Matthew unmittelbar nach dem Anschlag im Sommer 2016 auf den Gay-Club Pulse in Orlando mit 49 Todesopfern geschrieben hat – an David Bowie erinnert, können Gewalt sicherlich nicht aufhalten, ihr aber etwas Positives entgegensetzen.

Ich ahne es – Scott Matthews’ nächstes Album dürfte wieder ein eher melancholisches sein. Stoff dafür hält das Tagesgeschehen leider in Hülle und Fülle parat.

Tracklist:: The Wish / Abandoned / Where I Come From / For Dick / German / White Horse / This Here Defeat / Ornament / The Wonder Of Falling In Love / End Of Days


© Gerald Langer (music-on-net.de)

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