BLOGGEN ÜBER MUSIK WÄHREND DER PANDEMIE

Also, bei mir ist die Luft, ich gebe es offen und ehrlich zu, etwas draußen. Habe ich mich nach dem ersten Lockdown zumindest aufraffen können, wenigstens die eine oder andere Platte zu besprechen, hat mich nunmehr eine gewisse Lethargie beschlichen. Im privaten Bereich musste vor Weihnachten noch einiges geregelt werden. Ich war, bin es gewissermaßen noch immer, erschöpft.

Der Sommer 2020 hatte zumindest mit dem Kulturpicknick auf dem Würzburger Landesgartenschaugelände einige Konzertabende parat gehalten, bei denen ich fotografieren konnte. Es waren Momente, die ich sehr genossen habe, die mir auch das Gefühl gaben, dass da noch etwas geht, wenngleich die Atmosphäre an diesen lauen Sommerabenden nicht vergleichbar war mit “früher” üblichen musikalischen Events,

Die Situation in Sachen Covid-19 habe ich von Anfang an sehr kritisch eingeschätzt. Insofern hatte ich auch nach Lockerungen im vergangenen Sommer mit wiederkehrenden Einschränkungen bis Ostern 2021 gerechnet.

Konzertankündigungen habe ich die letzten Monate gar nicht mehr gepostet, wurden und werden die Termine immer wieder verschoben. Hier “up to date” zu sein, ist mühselig.

Der Würzburger Hafensommer 2021 ist mittlerweile abgesagt, Umsonst & Draußen Würzburg 2021, sowie das International Africa Festival Würzburg 2021 werden demnächst sicherlich nachziehen.

Jeder, der die Situation einigermaßen realistisch einschätzt, wird wohl zu dem Schluß kommen (müssen), dass an Großveranstaltungen im Moment nicht ansatzweise zu denken ist.

Das Impfen hat bei uns gerade erst begonnen.

Inwiefern mit der Impfung ein (langfristiger) Eigenschutz, aber eben auch ein Schutz der Mitmenschen erreichbar sein wird, ist derzeit nicht absehbar.

Die bisher bekannten Mutationen beunruhigen auch mich. Das Jahr 2021 wird wiederum kein Jahr musikalischer Events größeren Formates sein.

Auch, wenn es dem einen oder anderen Leser nicht gefällt:

Die Diskussion über die Bevorzugung Geimpfter bei Veranstaltungen etc. musste ein Thema werden, als erkennbar wurde, dass demnächst Impfstoff bereit stünde, um die Pandemie hoffentlich einigermaßen wirksam bekämpfen zu können.

Nun, die Lieferengpässe sind bekannt. Es wird also dauern, bis die Zielgruppe der Konzertbesucher überhaupt die Möglichkeit hat, sich impfen zu lassen.

Ich kann nur allzu gut verstehen, dass nunmehr Veranstalter, allen voran Eventim, einen Vorstoß machen in der Form, dass sie künftig nur Geimpfte (bzw. nachweislich Nichtinfizierte) zu ihren Veranstaltungen zulassen möchten. Die Branche hat vom kleinen lokalen bis zum überregional tätigen Unternehmer gelitten, wie sonst kaum eine andere, sieht man von den stark betroffenen Künstlerinnen und Künstlern ab.

Im Jahr 2020 hat man noch an Konzepten gefeilt, sie teilweise auch noch für sehr kurze Zeit realisiert, wie man Veranstaltungen trotz Corona, natürlich alles andere als wirtschaftlich, durchführen kann.

Dann kam zum 1. November 2020 mit dem erneuten Lockdown ein weiteres “Aus” auf unbestimmte Zeit.

Ich selbst habe keinerlei Lust und Interesse, mich “demnächst” mit Nichtgeimpften oder gar Impfgegnern auf engstem Raume aufzuhalten. Natürlich setzt das eben auch eine umfassende Wirksamkeit der Impfstoffe als Selbst- und Fremdschutz voraus.

Ja, der Impfzwang kommt so mehr oder weniger über die Hintertür. Da wird keine politische Beteuerung, auch nicht der Ethikrat der Regierung, Gegenteiliges bewirken.

Aber, bis sich diese Problematik ernsthaft stellt, ist es noch ein langer Weg.

Ob mein inneres Feuer in Sachen Konzertbesuche bis dahin noch brennt, vermag ich momentan nicht vorherzusagen. Ich stelle nur fest, dass mir die Konzerte an sich schon fehlen, aber eben auch deutlich weniger als ich es noch Anfang 2020 vermutet habe. Etwas Glut ist schon noch in mir vorhanden, um im genannten Bild zu bleiben.

Ich habe vor, nach und nach wieder damit zu beginnen, neue – und für mich bedeutsame alte – Alben zu besprechen. Sehr viel ist liegen geblieben. Die heimischen “HiFi-Anlagen” wurden zwischenzeitlich für den Musikgenuß in den eigenen vier Wänden etwas auf- und nachgerüstet.

All denen, die mir Ihr Vertrauen viele Jahre lang geschenkt haben, möchte ich danken, insbesondere denjenigen Veranstaltern, die mir über viele Jahre hinweg Möglichkeiten für Konzertbesuche und vor allem auch den sehr geschätzten Zugang zum Fotograben gewährt haben.

Viele schöne Erinnerungen und Begegnungen gehen für mich damit einher, die ich gerade in der Zeit der Pandemie zu genießen versuche.

Vielleicht ist das durch Covid-19 erzwungene Stillhalten für mich selbst auch eine Chance, über das

“wie geht es mit meinem Bloggen über Musik weiter”

in der gebotenen Ruhe nachzudenken. Wir werden sehen.

Wichtig ist es mir, zu gegebener Zeit mit der nötigen Leidenschaft neu zu starten. Dieser Beitrag ist zumindest für mich ein kleiner erster Schritt.

© Gerald Langer

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