J. Peter Schwalm & Stephan Thelen: Transneptunian Planets (Sounds)

Album Review


J. Peter Schwalm & Stephan Thelen transneptunian planets

Künstler:
J. Peter Schwalm & Stephan Thelen
Album: Transneptunian Planets
Format: CD, digital
VÖ: 03.06.2022
Label / Vertrieb: RareNoiseRecords
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Tracklist

1. Pluto**
2. MakeMake *
3. Quaoar
4. Haumea**
5. Orcus*
6. GongGong
7. Sedna
8. Eris*

Written by J. Peter Schwalm & Stephan Thelen (Edition Outshine / Universal Music, SUISA)

except * by J. Peter Schwalm (Edition Outshine / Universal Music) and ** by J. Peter Schwalm & Stephan Thelen & Eivind Aarset (Edition Outshine / Universal Music, SUISA, TONO)


Line Up

J. Peter Schwalm – synths, voice, live treatments, electronic percussion & programming

Stephan Thelen – guitars, keyboards, granular synth & programming

Eivind Aarset – guitars, e-bow, effects

Tim Harries – bass guitar

Manuel Pasquinelli – drums, percussion

Nell Catchpole – voice samples on „Sedna“


Credits

Recorded May 2020 – August 2021 in Frankfurt am Main, Zürich, Oslo, London.

Mixed by J. Peter Schwalm @ Mainsound / Frankfurt am Main.

Drums recorded @ Powerplay Studio A in Maur near Zürich.
Vinyl mastering by Serge Christen

www.mazzivesound.ch

Produced by J. Peter Schwalm and Stephan Thelen
Executive Producer for RareNoiseRecords Giacomo Bruzzo.


Diskografien auf RareNoiseRecords

J. Peter Schwalm

J. Peter Schwalm: The Beauty of Disaster (CD/LP) (RareNoiseRecords, 2016)

J. Peter Schwalm: How We Fall (CD/LP) (RareNoise Records, 2018)

Chat Noir: Nine Thoughts For One Word (RareNoiseRecords, 2016)

Gaudi: magnetic (RareNoise, 2018)

J. Peter Schwalm & Markus Reuter: Aufbruch (RareNoiseRecords 2021)

Stephan Thelen

Sonar With David Torn: Vortex (2018)

Sonar With David Torn: Tranceportation Vol. 1 (2019)

Sonar With David Torn: Tranceportation Vol. 2 (2020)

Stephan Thelen: World Dialogue – Kronos Quartet – Al Pari Quartet (2021)

Transneptunian Planets ist ein forderndes Album, das Zuhörer:innen durchaus einiges an Neugier abverlangt. Die Grenzgänger J. Peter Schwalm (*1970) und Stephan Thelen (*1959) entführen uns dabei eine gute Stunde lang an den Rand unseres Sonnensystems und präsentieren dabei ihren eigenen Klangkosmos.

Unterstützt werden die beiden, die musikalische Richtung weisenden, „Piloten“ bei diesem gemeinsamen Flug in ferne Klanggalaxien von ebenso versierten „Flugbegleitern“, die diese musikalische Reise besonders werden lassen.

Transneptunian Planets – Kooperation

Mit dem Norweger Eivind Aarset (guitar), dem Briten Tim Harries (bass) und dem Schweizer Manuel Pasquinelli (drums) ist eine erstklassige Besatzung an Bord, die den eingeschlagenen Kurs des Führungsduos mitgeht, verfeinert und so detailliert bereichert.

Zuletzt hatte J. Peter Schwalm mit Markus Reuter das Album Aufbruch (2021) im Alleingang bewältigt. Ein derart fokussiertes Vorgehen wäre sicherlich auch bei TRANSNEPTUNIAN PLANETS möglich gewesen, sind zumindest sieben der insgesamt acht Kompositionen während der Pandemie im Wesentlichen durch Austausch von Sounddateien entstanden, die zwischen J. Peter Schwalm und Stephan Thelen kursierten.

Beide Künstler verfügen über Biografien und Diskografien, auch außerhalb des Labels RareNoiseRecords, die eine Kooperation schlichtweg unausweichlich machen.

J. Peter Schwalm ging nach der intensiveren Zusammenarbeit mit Brian Eno zu Beginn der 2000er Jahre vornehmlich seinen eigenen Weg, dennoch blieb er immer offen für Kooperationen. Für Stephan Thelen dürfte ein neues Album mit der Band Sonar und ihren suggestiven Tracks auch nicht höchste Priorität haben. Die letzten Jahre mit Sonar waren zudem von Kollaborationen mit David Torn bestimmt, sicherlich auch, um nicht irgendwann mit Sonar auf der Stelle zu treten und um sich selbst zu kreisen.

Mit TRANSNEPTUNIAN PLANETS liegt ein musikalischer Dialog, ein gemeinsames Album vor, das sich der Einordnung in übliche Kategorien und damit auch einer Ettiketierung erfolgreich entzieht.

Dass diese spannungsvolle Zusammenarbeit aufgrund dessen gerade bei RareNoiseRecords eine Heimat gefunden hat, zeigt den Willen dieses Labels auf ein Neues, Hörer:innen zu fordern und eigene Hörgewohnheiten immer wieder in Frage zu stellen.

Musik muss spannend bleiben.

Dieser „Auftrag“ wurde von der internationalen Besatzung mit den beiden Kommandanten J. Peter Schwalm und Stephan Thelen zusammen mit ihrer Crew auf TRANSNEPTUNIAN PLANETS bestens erfüllt.

Alle Tracks sind konsequent nach Objekten benannt, die am sogenannten achten Planeten Neptun, der erst 1846 entdeckt wurde, vorbeifliegen.

Ach ja, Brian Eno hat bereits einen Remix des Albums angekündigt. Ein weiterer Ritterschlag!

Anhören kann man sich dieses Album zunächst auf bandcamp. Dort kann man es auch erwerben.

© Gerald Langer

Last Updated on 29/11/2022 by mr.music-on-net