Katrin Bauerfeind – Posthalle Würzburg 2017 – Lesung – Review

Bericht mit Fotos / Lesung //

Katrin Bauerfeind - 9. März 2017 - Posthalle Würzburg © Gerald Langer
Katrin Bauerfeind - 9. März 2017 - Posthalle Würzburg © Gerald Langer

Bericht mit Fotos / Lesung
Katrin Bauerfeind am 9. März 2017 in der Posthalle Würzburg
Der Abend nach nach dem Internationalen Weltfrauentag


Würzburg (music-on-net) – Zugegeben, ich kannte – ihre Fans mögen es mir nachsehen – Katrin Bauerfeind bisher nicht.

Aller Medienpräsenz der 34-Jährigen zum Trotz war sie mir bisher tatsächlich nicht aufgefallen. Ihre Biografie verweist dabei auf diverse Fernsehauftritte seit 2007 und eigene Fernsehsendungen, z. B. das Popkulturmagazin Bauerfeind von 2009 bis 2013 auf 3sat, einem Sender, dem ich seit vielen Jahren die Treue halte. Darüberhinaus arbeitete Katrin Bauerfeind im Team der Harald-Schmidt-Late-Night-Show von 2009 bis 2011. In der recht populären TV-Produktionen König in Deutschland war sie als Schauspielerin ebenfalls mit dabei. Im Jahre 2014 folgte dann ihre erste Publikation “Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag, zwei Jahre später folgte “Hinten sind Rezepte drin”.

So gerüstet erscheint die,  in hochhackigen Stiefeletten und im langen Rock, besonders schlank und groß wirkende Entertainerin kurz nach 20:00 auf der großen Bühne der Posthalle Würzburg. Die hochgesteckten langen Haare, als leicht seitlich versetzter Dutt getragen, lassen die gebürtige Aalenerin rein äußerlich unglaublich bieder wirken.

Das gut zweistündige Programm steht indes im bewußten Kontrast zum äußeren Erscheinungsbild des Energiebündels. Davon darf sich das sitzende Publikum in der bestuhlten und sehr gut besuchten Posthalle überzeugen. Die Damen sind heute Abend eindeutig in der Überzahl.

“Are You Ready to Rumble?” fragt Bauerfeind in ihrem nahezu unaufhörlichen Redefluss, der lediglich von einer halbstündigen Halbzeitpause unterbrochen wird.

Ihr Auftritt leuchtet auf humorvolle Weise insbesondere das geschlechtsspezifische Rollenverständnis aus, nimmt gesellschaftlich antrainierte Verhaltensmuster, zum Beispiel die weiblichen “Verlegenheitslacher” und “Verliebtheitslacher” auf die Schippe. Bauerfeind ist eine genaue Beobachterin des alltäglichen Wahnsinns, der sich unser Leben nennt. Sie teilt – sprichwörtlich  – in Richtung Frauen und Männer aus, gibt auch Einblicke ins Private, wenn sie hanebüchene Geschichten von diversen Verdauungsproblemen und ihrer Bewältigung sehr bildhaft beschreibt, die im Kreise ihrer Familie in der Weihnachtszeit immer wieder die Runde machten.

Bauerfeind gestikuliert, schneidet Grimassen, lächelt, lacht laut aus sich heraus, bindet immer wieder auch das Publikum mit ein. Die Bühne ist ihr Revier, so dass die Lesung mehr und mehr zur überwiegend frei vorgetragenen Performance wird.

Die junge Künstlerin hat sich bereits während ihres Studiums Technikjournalismus in St. Augustin so breit aufgestellt, dass sie ihre bisher belegten Tätigkeitsfelder Journalismus, Buchautorin, Schauspielerin in den nächsten Jahren sicherlich noch ausweiten wird.

© Gerald Langer


Weitere Bilder von Katrin Bauerfeind während ihrer Performance in der Posthalle Würzburg 


 

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