39. Jazzfestival Würzburg 2024: Programmhinweise

39. Jazzfestival Würzburg 2024

Plakat Jazzfestival Wuerzbuerg 2024 A3 300dpi scaled Kopie
Plakat_Jazzfestival_Wuerzbuerg_2024_© Markus Westendorf


Datum: 26.10. und 27.10.2024 (Konzertabende)
Konzertbeginn: jeweils ab 19 Uhr
Venue: Felix-Fechenbach-Haus, Petrinistraße in Würzburg


Aktuelle Informationen zum Jazzfestival Würzburg 2024: www.jazzini-wuerzburg.de.



Vorbericht zum Jazzfestival Würzburg 2024

Progressive Jazzkunst – so nennt die Jazzinitiative Würzburg e. V. das Genre ihres 39. Jazzfestivals Würzburg, das am 26. und 27. Oktober je 19 Uhr im Felix-Fechenbach-Haus (Stadtteilzentrum Grombühl) in der Petrinistraße beginnt.

Inklusive Rahmenprogramm dauert das Sound-Ereignis vom 16. Oktober bis zum 7. November 2024.

Mehrere Konzerte und ein Film tragen den Stempel „Junge Musik“.

Der zeigt:

Überall im Lande ließen sich Musikstudenten etwas einfallen, wie sie die Formen des Jazz für sich selbst nutzen können. Progressive Rockmusik und Ethno-Experimente gehören aber ebenso zu den Einflussquellen, deren Energie nie endet, „weil sie wie der Jazz inzwischen klassische Formen sind, in denen Menschen ihr gegenwärtiges Leben ausdrücken“, bestätigt der Sprecher der Jazzinitiative Würzburg e. V., Joachim Fildhaut.

Beim Jazzfestival Würzburg wechseln sich Nachwuchsgrößen und Prominenz auf der Bühne ab. Die bekanntesten Namen tragen Gebhard Ullmann, Eric Schaefer und Pablo Held. Die heimische Koryphäe Anton Mangold kehrt zurück, im Quartett der preisgekrönten Shuteen Erdenebaatar. Das Horst Hansen Trio ist sogar eine Fünferbande, und zwar eine besonders lustige.

„Experimente mit Wohlklang, Interaktion an irren Abbruchkanten“, so umreißt der Festival-Flyer das Programm. Das Plakat zeigt mit dem Sitar-Spieler keinen Druckfehler. Tatsächlich eröffnet das Programm mit Dialogen zwischen Flügel und Sitar, und auf dem Höhepunkt am Sonntagabend teilen sich zwei Komponistinnen schwesterlich eine Bigband. Durch die geistert das seltene Jazz-Instrument Geige.

Das enorme Rahmenprogramm zeigt, wie stark und auf welchem Niveau die Jazzinitiative Würzburg in der Kulturszene vernetzt ist. „Rahmen“ heißt hier nicht „in der zweiten Klasse laufen ferner“, sondern: Es kann nicht alles an zwei Tagen am zentralen Spielort stattfinden.


Ablauf des Jazzfestival Würzburg 2024

Samstag, 26. Oktober, 19 Uhr:
Pulsar Trio, Das Kondensat, Horst Hansen Trio

Sonntag, 27. Oktober, 19 Uhr:
Shuteen Erdenebaatar Quartett, Re:Calamari, Fuchsthone Orchestra

Ort des Jazzfestivals Würzburg 2024

Festivalort ist eine umgewidmete Fabrik aus dem 19. Jahrhundert, das Felix-Fechenbach-Haus in der Petrinistraße mit eigener Haltestelle der Straßenbahnen 1 und 5.

Parkplätze stehen nicht zur Verfügung, das Fechenbach-Haus wurde weitsichtig als Stadtteilzentrum gegründet.

Vorverkauf für das Jazzfestival Würzburg 2024

Tourist-Information Würzburg (Tel. 0931 / 372-398) und im Buchladen Neuer Weg, Sanderstraße 23-25.

Eintrittspreis pro Abend 50, Studierende 30 Euro.

Rahmenprogramm des Jazzfestivals Würzburg 2024

Mittwoch, 16. Oktober, 19.30 Uhr
Spitäle: Teaser & Dance
Mittwoch, 23. Oktober, 20.00 Uhr
Keller Z87: Composers Collective
Montag, 21. Oktober, 20.00 Uhr
Kino Central: Jazzfieber. The Story of German Jazz
Donnerstag, 24. Oktober
Eichendorfschule, Günterslebener Str. 41 Veitshöchheim: cvdg projekt, Blue in Green.
Donnerstag, 7. November, 19.30 Uhr
Kulturspeicher: Lukas Langguth Trio

Alle Informationen: www.jazzini-wuerzburg.de.


Künstler:innen des Jazzfestivals Würzburg 2024

Pulsar Trio

In Indien lernten sich der Sitarspieler Matyas Wolter und die Pianistin Beate Wein kennen. Daheim in Potsdam machten sie ihre beiden Instrumente miteinander vertraut, und mit dem Schlagzeuger Aaron Christ erobert das Trio seitdem ungehörte Klangwelten. Darin oszillieren Bässe aus einem analogen Synthesizer, Wolter greift gelegentlich in die große, eine halbe Oktave tiefer gestimmte Variante der Sitar. Damit pulsiert das Trio unwiderstehlich. Heavy Beats wechseln mit beschwingten Klavierläufen, Ohrwurmmelodien mit komplexen Rhythmen, Psychedelik verschmilzt mit Weltmusik. Das kam bei den Leverkusener Jazztagen ebenso gut an wie beim Masala Weltbeat Festival. Das Pulsar Trio ist Gewinner des Global Music Contest „Creole“.

Matyas Wolter  Sitar, Surbahar
Beate Wein  Flügel, Novation Bass
Aaron Christ Schlagzeug


Das Kondensat
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Eric Schaefer beim Jazzfestival Würzburg 2013

Elektroakustik und „neue Medien in neuen Kontexten“ gibt das Trio für sein Treiben an. Und natürlich Eindampfen und Verdichten. Gebhard Ullmann hat jahrzehntelange Erfahrung mit modifizierten Klängen, mit denen er hier seine Saxophone mal durchs Dickicht schlängelt, mal im luftigen Raum emporschweben lässt. Der Bassmann Oliver Potratz kann dunkel dräuen, markant grundieren und zu wunderbaren Linien abheben. Eric Schaefers Drumming ist druckvoll, dringlich und dynamisch. So hat er sich in die europäische Oberliga getrommelt. Musikalische Potenz kombiniert mit neugieriger Offenheit – da ist der Hörer von Takt zu Takt gespannt, wie’s weitergeht.

Gebhard Ullmann Sopran-, Tenorsaxophnon, Elektronik
Oliver Potratz E-Bass, Bass Synthesizer, analoge Effekte
Eric Schaefer Schlagzeug, Modular Synthesizer


Horst Hansen Trio // 
JUNGE MUSIK

Ein gewagtes Crossover: Das Krefelder Quintett erkor einen jungen Tanzmusiker der frühen Nachkriegszeit zu seinem Vorbild und strebt Horst Hansens ästhetischer Proklamation nach: Die Leute wollen unterhalten werden! Gleichzeitig stellt sich das sog. Trio der Gegenwart, ja der Zukunft. Damit spielt es auf dem musikgeschichtlichen Niveau von heute eine lustige Mucke in moderner Klangsprache – immer leicht verständlich, aber mit einem tiefen Hintergrund. So tönt Party-Jazz mit groovigen Reggae-Beats und ekstatischen Polkas bzw. „heftiger Überjazz“ zum ewigen 60-Jahres-Bühnenjubiläum von Horst Hansen. Diese kleine Große Show setzt den popmusikalischen Höhepunkt des ersten Festivalabends.

Lukas Weber Saxophon
Linus Klitzing Trompete
Carsten Hackler Klavier
Sebastian Ascher Bass
Till Menzer Schlagzeug


Shuteen Erdenebaatar Quartett // 
JUNGE MUSIK
20230321 Nils Kugelmann Trio Jazzwoche Burghausen © Gerald Langer 46
Nils Kugelmann bei der Jazzwoche Burghausen 2023

Unsere Jüngsten: Sie sind am nächsten dran am Hardbop und zeigen die klügsten Auswege aus dem traditionellen Virtuositätswettbewerb. Die Bandleaderin hat den klassischsten Tastenanschlag, aber braucht nur eine kleine Stimmungsänderung, und schon perlt der Sound des Freejazz aus dem Flügel. So bekommt eine Standard-Quartettbesetzung ihre unverwechselbare Stimme. Klassisch geschult in Ulaanbaatar, studierte Shuteen Erdenebaatar ab 2018 Jazz in München. Mit 25 Jahren leitete sie bereits drei Weltklasse-Ensembles: außer diesem Quartett ein Duo und ihr 20-köpfiges Chamber Jazz Orchestra (alle drei beim New Yorker Label Motema Music unter Vertrag). Shuteens Jungs hingegen leiten selbst eigene Bands, fühlen sich aber hingezogen zu dem aufstrebenden Jungstar am Piano. Das Quartett gewann den  Young Munich Jazz Award und den 2. Preis beim Virtual Jazz Club Global Contest.

Shuteen Erdenebaatar Klavier
Anton Mangold Saxophone, Querflöte
Nils Kugelmann  Bass
Valentin Renner Schlagzeug


Re:Calamari

Den Rest vom Festival übergeben wir an die Jazzmetropole Köln. Hier betreibt der Musikerpool Klaeng ein Label, ein Festival, und die Mitglieder spielen zusammen in diversen Formationen. Eine davon gründete der Bassist Oliver Lutz mit dem europaweit gefragten Pianisten Pablo Held, berühmt für seine nie endenden Spiralen neuer Gedanken und Motive. Er und der Saxophonist Wanja Slavin haben die meiste Re:Calamari-Musik komponiert. Andi Haberl kennt sich auch mit Minimalisten aus, trommelt er doch u. a. für The Notwist. Seine pfiffig repetitive Zurückhaltung und die Erdung dank Bassman schaffen gute Grundlagen und geben dem Gruppensound einen soliden Charakter.

Wanja Slavin Altsaxophon
Pablo Held Klavier, Keyboards
Oliver Lutz Bass
Andi Haberl Schlagzeug


Fuchsthone Orchestra

Jazz, Klassik, Rock und Avantgarde, eine Bigband mit Violine, Vocals und Elektronika – dafür braucht’s zwei Leaderinnen. Christina Fuchs und Caroline Thon leiten je zwei Jahrzehnte große Klangkörper. Für ihr Fuchsthone Orchestra fanden sie Gleichgesinnte, vielfach ausgezeichnete Künstler. Die spielen großes Welttheater: Mal wuchtig dynamisch, mal lyrisch subtil reagieren sie auf aktuelle Katastrophen und gesellschaftliche Befindlichkeiten. Ihre extremen Klänge erforschen die Sinnhaftigkeit der Welt, skeptisch, ratlos, und doch strahlt ihr Programm „Structures & Beauty“ widerständige Kraft und Hoffnung aus – eine Hymne auf die Schönheit der Welt und die Freude am Dasein.

Christina Fuchs, Caroline Thon Leitung, Komposition, Dirigat 

Roger Hanschel, Julian Drach, Francois de Ribeaupierre, Jens Böckamp, Kira Linn Saxophone

Jan Schneider, Matthias Knoop, John-Dennis Renken, Matthias Bergmann Trompeten
Philipp Schittek, Matthias Schuller, Moritz Wesp Posaunen

Friedrich Falkenhagen Bassposaune, Tuba
Zuzana Leharovà Violine
Filippa Gojo Gesang
Laia Genc Piano
Andreas Wahl Gitarre
Reza Askari Bass
Silvio Morger  Schlagzeug
Eva Pöpplein Elektronik, Live Samples


Das abermals fantastische Plakat zum 39. Jazzfestival Würzburg

Plakat Jazzfestival Wuerzbuerg 2024 A3 300dpi scaled Kopie

Jazzfestival_Wuerzburg_2024_Plakat | Design: © Design: Markus Westendorf


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