J. Peter Schwalm: How We Fall [Album] (News)


J. PETER SCHWALM - HOW WE FALL (2018) - ALBUM - COVER
J.-PETER-SCHWALM-HOW-WE-FALL-2018-ALBUM-COVER

Künstler: J. PETER SCHWALM
Titel: How We Fall
Formate: Vinyl, CD, digital
VÖ: 08.06.2018
Label / Vertrieb: RareNoiseRecords
Website: J. Peter Schwalm
Facebook: J. Peter Schwalm


Line-Up

J. Peter Schwalm – guitars, pianos, electronic devices, acoustic and digital sound modules,
mixing desks, drums and synths (except where indicated)

Eivind Aarset – additional guitars on 1,3,4,5,8,9

Tim Harries – additional bass on 1,4,5,6,7,9


Tracklist

1. Strofort
2. Battenfeld
3. Auua
4. Ibra
5. Gangesthal
6. Stormbruch
7. Clingon
8. Musles
9. Singlis


Credits

All music written, composed, produced and performed by J. Peter Schwalm in 2017

Additional Guitar by Eivind Aarset, On 1, 3, 4, 5, 8, 9

Additional Bass by Tim Harries, on 1, 4, 5, 6, 7, 9

Mastering by Mike Fossenkemper

Artwork by Sophie Clements

Cover image and Title from „How We Fall“, Sophie Clements 2017

Photography of J.Peter Schwalm by Anja Jahn

Design by Toby Cornish, JuTojo

Executive Producer for RareNoiseRecords: Giacomo Bruzzo  

J. Peter Schwalm (Pressetext)

Seit Jahren sind J. Peter Schwalms Kompositionen und Produktionen eindrucksvolle Beweise für die Intensität von Klängen ohne Worte. Konsequenter denn je kreiert er auf seinem neuen Album How We Fall Klangskulpturen, die sich gängigen Kategorien entziehen. Ihre Strukturen können raue oder sanft geschwungene Formen annehmen, assoziative oder kontemplative Wirkung entfalten, mitunter vielleicht auch den Hörer erschauern lassen. Schwalms sensibles Gespür für Nuancen, Spannungsbögen und individuelle Sounds basiert auf Talent und langjähriger Erfahrung.

Ab 1998 arbeitete J. Peter Schwalm sechs Jahre kontinuierlich mit Brian Eno, gemeinsam veröffent-lichten sie u.a. das Album Drawn From Life, schrieben den Soundtrack zu Nicolas Winding Refns Spielfilm Fear X, gaben gefeierte Konzerte in Europa und Japan. Seit 2006 ist Schwalm immer wieder Gast des Punktfestivals im norwegischen Kristiansand, profilierte sich dort und andernorts als einer der wenigen versierten Live-Remixer, unter anderem für Mitglieder des weithin gefeierten Ensemble Modern. Im Frühjahr 2016 erschien Schwalmsbislang letztes Album The Beauty Of Disaster.

Es kreiste künstlerisch um eine Dualität, die bildende Kunst und Musik ebenso wie das Leben an sich prägt: eine gewisse Melancholie, der stets auch Hoffnung innewohnt. Das amerikanische PROG Magazin lobte: „Schwalm’s pieces are nuanced and orchestrally textured, with meticulously sculpted, cinematic sound design…“ und igloomag.com resümierte: „Precise, skillful production work originates a crystal clear sound that intensifies the emotional charms and atmospheric aura of the peculiar, eclectic musicianship.“

„Als ich im Januar 2017 anfing wieder ins Studio zu gehen, war mir die Richtung der neuen Produktion noch völlig unklar“, erinnert sich J. Peter Schwalm. Schon früher hatte sich der 1970 in Frankfurt am Main geborene Musiker durch tiefgründige Kompositionen ausgezeichnet, stand generell für eher dunkle Facetten orchestraler elektronischer Musik. Im Herbst 2016 kam eine existentielle Erfahrungen dazu, die tiefe Spuren hinterließ.

Ein diagnostizierter Hirntumor sollte operativ entfernt werden, was sich während des Eingriffs als unmöglich erwies. Unter diesem Eindruck, teils geschwächt von der unvermeidlich folgenden Chemotherapie, machte sich Schwalm dennoch an die Arbeit. Im Lauf des Jahres entstanden Stücke, die Gefühle wie Unruhe, Angst, Verzweiflung und Wut widerspiegeln, diese Emotionen aber kunstvoll zu abstrakten Klängen verarbeiten. Mit jenem hohen Maß an Stil- und Gestaltungswillen, das schon frühere Produktionen Schwalms kennzeichnete.

Die kunstvollen, überraschenden Mutationen in Klang und Stimmung, die Strofort als Aufmacherstück von How We Fall durchläuft, setzen Zeichen für die folgenden rund 45 Minuten. Suggestiv wie ein Soundtrack, der keine Bilder braucht, changiert die Komposition von sorgfältig arrangierten Flächen und imaginären, aus einer anderen Dimension herüber wehenden Sprachfetzen, über rhythmische Phrasen und Beats zu einer komplexen Verdichtung, in der vermeintliche Orgelmotive verwoben sind. Im Verlauf des Albums finden sich Stücke wie Stormbruch, die das Konzept der sich langsam stei-gernden Drones weiter denken. Oder solche wie Strofort und Clingon, in denen der Puls eine tragende Rolle spielt. „Verglichen mit der vorhergehenden Platte habe ich diesmal mehr mit rhythmischen Details gearbeitet, darunter auch ungerade und gegenläufige Metren“, konstatiert Schwalm.

Der Neustart nach der krankheitsbedingten Pause fiel J. Peter Schwalm anfangs nicht leicht. „In den ersten Wochen nach der Operation hörte ich mich durch mein Archiv, um mich abzulenken und inspirieren zu lassen“, beschreibt er seinen Neustart. „Dann begann ich, Miniaturen auf dem Klavier zu entwerfen, Harmonien zu entwickeln, die ich in meine Geräte schickte. Dabei kam mir die dramatische Erkenntnis, dass ich Teile meines Equipments neu erkunden musste, weil ich mich nicht mehr an alle Funktionen erinnern konnte.“

Angesagte oder weit verbreitete plug-ins gehören nicht zu seinem Repertoire, stattdessen nutzt er analoge und digitale Outboar-Effekte, um seinen charakteristischen Sound zu erreichen – außerdem die von ihm entwickelte Technik des Instant Composing, die er in Theorie und Praxis beim Punktfestival sowie bei Seminaren in London, Tallinn und an der Filmakademie Baden-Württemberg unterrichtet hat. Mit der Zeit transformierte und abstrahierte Schwalmseine ursprünglichen Ideen, variierte und erweiterte die Klangfarbenpalette, bis schließlich anfänglich eingesetzte Instrumente nicht mehr erkennbar waren.

„Während des Prozesses wurde mir klar, dass es Parallelen zwischen meinen persönlichen Erleb-nissen und Emotionen und der aktuellen sozialen und politischen Situation in der Welt gibt“, erinnert sich Schwalm. Dieser Gedanke brachte ihn für manche Stücke auf Titel, die mitunter eine trügerische Nähe zu englischen Begriffen assoziieren. „Tatsächlich sind es aber teilweise Namen von realen Dörfern und Gestüten“, erzählt Schwalm, der sogar familiäre Bindungen in diese Region hat.

„Die Orte liegen in der Nähe einer Zone, die von der amerikanischen Militärführung im Kalten Krieg der 80er Jahre als Abwurfzone für Atombomben ausgewählt wurde, um mögliche angreifende russische Militärs an der Besetzung Deutschlands zu hindern.“ Die Strategen der amerikanischen Streitkräfte bezeichneten diese Umgebung als Fulda Gap.

Seit der Zusammenarbeit mit Brian Eno, zu der auch ein gemeinsamer Auftritt mit Krautrock-Legende Holger Czukay gehörte, komponierte J. Peter Schwalm für das Stuttgarter Ballett, das Lyceum Theatre Sheffield, den Londoner Choreografen Hofech Shechter und die Reihe Das Neue Werk des NDR. Seit 2008 spielt Schwalm immer wieder mit dem stilprägenden E-Gitarristen und Sound-Entwickler Eivind Aarset aus Oslo, der längst ebenso fester Bezugspunkt für ihn ist wie der Londoner Bassist Tim Harries. 2013 wurde Schwalmeingeladen, beim 44. Deutschen Jazzfestival in Frankfurt ein eigens dafür entwickeltes Projekt mit diesen beiden Langzeitpartnern und weiteren Musikern aufzuführen.

Im gleichen Jahr erhielt er vom Londoner Ensemble Icebreaker den Auftrag, aus Werken der Elektronik-Pioniere Kraftwerk ein neues Stück zu entwickeln. Mit Kraftwerk Uncovered – A Future Past tourten Icebreaker und Schwalm erfolgreich durch England und Irland. 2016, nach der Veröffentlichung von The Beauty Of Disaster, produzierte Schwalm die Band Chat Noir. Er realisierte eine Live-Installation im Frankfurter Kunstverein und präsentierte einen Ausschnitt aus seinen persönlichen Bach-Adaptionen in der Alten Oper Frankfurt. Derzeit arbeitet er an einem Hörspiel für den Hessischen Rundfunk, für das er Musik und Texte schreibt sowie die Regie übernimmt.

Für J. Peter Schwalm ist How We Fall eine Art Momentaufnahme, die im Vergleich zu früheren Werken in relativ kurzer Zeit entstanden ist. „Die Musik repräsentiert ein geschlossenes Universum, das den Moment und die Umstände widerspiegelt, in denen sie entstanden ist“, erklärt er. Sämtliche Stücke sind zutiefst persönlich, figurieren darüber hinaus als intensiver Ausdruck eines Klangkünst-lers, der längst keine Kompromisse mehr machen muss. Die Musik klingt zweifellos dunkel, aber nie deprimiert, lässt fast immer einen Lichtschein zumindest erahnen. Mit substantieller und zeitloser Qualität hebt sich das Album von schnell konsumierbaren, trendigen Konzepten ab. Statt Schlüsselreize zu kitzeln, belohnt How We Fall mehrfaches Hören mit der Offenbarung immer neuer Details.

© RareNoiserecords / hubtone pr / Antje Huebner


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