Chris Rea: Festspielhaus Baden-Baden 2014 (Live)

Chris Rea

Datum: 19.11.2014
Venue: Festspielhaus Baden-Baden
Show: The Last Open Road Tour 2014
Autor/Fotograf: Jörg Neuner

Setlist | Chris Rea

  • The Last Open Road
  • Long Gone
  • Where the Blues Come From
  • Josephine
  • Easy Rider
  • ‚Til the Morning Sun Shines On My Love And Me
  • Julia
  • Looking for the Summer
  • Stony Road
  • Come So Far, Yet Still So Far to Go
  • Somewhere Between Highway 61 & 49
  • Stainsby Girls
  • The Road To Hell

Zugabe

  • On the Beach
  • Let’s Dance

Konzertbericht mit Bildergalerie

Baden-Baden (music-on-net) – Sie kommt jetzt gerade wieder, die Zeit. Und ich beginne mich zu fragen: wird die Fahrtrichtung stimmen, wenn es das erste Mal läuft im Radio?

„Driving Home For Christmas“…

Auch ohne Weihnachten höre ich Chris Rea immer wieder gerne. Man kennt sie doch alle, seine alten Hits. Aber man hat ihn etwas aus dem Blick verloren.

Also bin ich natürlich gespannt auf das anstehende Konzert seiner laufenden Deutschland-tour, denn ich erinnere mich an einen Bericht vor etlichen Jahren, dass der Brite massiv krank war und sich danach irgendwo in eine Hütte mit netten Kollegen zurückgezogen hatte, um mal das zu machen, was ihm eigentlich wirklich wichtig ist.

Die Plattenfirmen sagten damals „Oh nein, lass die Finger vom Blues!“ Was ja nun eine Schande ist, denn wenn es neben der prägnanten Stimme eine weitere Konstante durch die meisten Rea-Hits gibt, dann ist es doch wohl die meisterliche Slide-Guitar.

Das Bühnenbild im Baden-Badener Festspielhaus nimmt denn auch das Motiv Gitarre unübersehbar auf – der Bühnenhimmel hängt voll blauer Gitarren.

Dunkle Gestalten schleichen sich an die Instrumente. Die Schieber für Licht und Sound gehen auf,  kurz darauf schwirrt das Bottleneck für „Last Open Road“ gleich das gesamte Griffbrett hoch und runter.

Seine Stimme ist  noch die alte. Sie war schon immer die alte. Rea hat wohl auch mal gesagt, dass er lieber eine andere hätte. Nein, bitte nicht!.

Das fängt ja gut an. Das Publikum noch recht verhalten. „Easy Rider“ und noch mehr Slider. Etwas mehr Beifall bei „Josephine“. Das Drumherum ist sparsam bis auf die agilen Spots, Rea im schwarzen T-Shirt und Jeans, keinerlei Ansagen zwischen den Liedern. Dadurch wirkt es nach fünf, sechs Liedern ein bisschen lustlos.

Der Gitarrenmeister jedenfalls ist am Schwitzen, er trägt so ziemlich die ganze Sammlung des Chefs auf die Bühne; die Italia Maranellos zum Sliden, die alten Strats aus den 1960ern und die 72er Telecaster Thinline werden meist klassisch gespielt.

Schließlich gerät Chris Rea auf die „Stony Road“ und man merkt, wie es ihn wachrüttelt. Weg vom Mikro. Kurze Tänzelschritte in alle Richtungen. Er versinkt in der Gitarre.

„Come So Far, Yet Still So Far To Go“ gleich hinterher. Von der Rhythmus-Gitarre links hinten kommt der gemäßigte ZZ-Top-La-Grange-Beat herüber. Das Bottleneck schiebt sich runter in die Cut-outs, bis über die Pick-ups – schön.

Die Band, weitestgehend im Hintergrund, legt einen soliden Klangteppich – jetzt für „Road To Hell“ ganz tief unten im Keller. Die Spots tiefrot. Und noch ein langes Slide-Solo! Für mich die drei Lieder auf dem Peak des Konzerts.

Und „in der Hölle“ treffen sich die Fans der alten Hits und die Blueser der neuen Rea-Passion jetzt wohl am ehesten.

Danach wird es wieder etwas ruhiger, um nach nicht ganz anderthalb Stunden erstmal ganz ruhig zu werden. Die Zugabe mit „On The Beach“ und „Let’s Dance“ kommt nochmal ganz gut in Schwung, auch die Band wird noch vorgestellt. Hier darf jeder noch ein kurzes Solo gegen den Applaus hämmern, was ein bisschen pflichtmäßig rüberkommt.

Und dann – Bye! – kommt kräftig laute Musik vom Band. Auf der leeren Bühne laufen bunte Bilder, die das Publikum etwas ratlos stehen lassen, bis es sich dann doch auflöst.

Erst zuhause lässt sich das Rätsel klären. Wir sahen den Trailer zu dem Film über Graf Berghe von Trips war, den Autonarr Chris Rea über den Rennfahrer gedreht und vertont hat. Sicher interessant anzuschauen, aber kein netter Rausschmeißer.

Alles in allem ein Konzert, das dazu anregt, sich ein wenig mit dem Spätwerk auseinander zu setzen, das den Weg in die Radiowelt nicht mehr geschafft hat. Und es lässt die Frage im Raum, warum man erstmal todkrank werden muss, um sich auf die Dinge zu besinnen, die einem wirklich wichtig sind.


Bildergalerie | Chris Rea


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