Bruce Springsteen – High Hopes (Sounds)

Review (Album)


Bruce Springsteen - High Hopes - 2014
Bruce Springsteen – High Hopes – 2014

Bruce Springsteen – High Hopes
VÖ: 10.01.2014
Label: Columbia
Format: CD Vinyl, digital


Tracklist

  1. High Hopes 4:58
  2. Harry’s Place (feat. Tom Morello) 4:04
  3. American Skin (41 Shots) (feat. Tom Morello) 7:23
  4. Just Like Fire Would (feat. Tom Morello) 3:56
  5. Down in the Hole 4:59
  6. Heaven’s Wall (feat. Tom Morello) 3:50
  7. Frankie Fell in Love 2:48
  8. This Is Your Sword 2:52
  9. Hunter of Invisible Game (feat. Tom Morello) 4:42
  10. The Ghost of Tom Joad (feat. Tom Morello) 7:33
  11. The Wall 4:20
  12. Dream Baby Dream (Version 2014) 5:02

Line-Up


Credits


Diskografie


Tour

Rezension

Das verspätete Weihnachtsgeschenk mit offiziellem Veröffentlichungsdatum am heutigen 10. Januar 2014 ist schon seit geraumer Zeit in allen möglichen, über Musik berichtenden, Medien präsent, bevor es heute auch der Normalsterbliche in Händen halten darf.

Ist das neue Album vom „Boss“ relevant?

Ist „High Hopes“ ein „must have“ ohne wenn und aber, oder ein etwas halbherzig geratenes Intermezzo bis zur nächsten „richtigen“ Neuveröffentlichung des 64-Jährigen Rock’n’Rollers?

Es ist schlicht nach dem ersten Song des Albums mit „High Hopes“ betitelt und spielt somit ganz nebenbei mit unserer vielleicht etwas überhöhten Erwartungshaltung (oder mit kategorischen  Vorverurteilungen bereits vor dem ersten möglichen Anhören).

Zusammenarbeit mit Tom Morello

Mit Tom Morello hat sich Bruce Springsteen den zupackenden, an Metall und Funk orientierten, Crossover-Rockgitarristen von Rage Against The Machine (derzeit auf Eis gelegt) und Audioslave (bereits 2007 schon wieder aufgelöst) als Sparringspartner ausgesucht, der bei sieben der insgesamt zwölf neuen oder umarragierten Songs für einen teils etwas gewöhnungsbedürftigen fetten Sound sorgt. Ohrwurmqualität mag sich beim ersten konzentrierten Hineinhören nicht an jeder Stelle des Longplayers gleich einstellen. Die Geschlossenheit eines elektrisierenden Albums wie Rising, damals entstanden unter dem Eindruck des 11. Septembers 2001, fehlt zunächst.

High Hopes – Track By Track

Mit dem Titelsong gelingt Bruce Springsteen ein für ihn und seine E-Street-Band typisch zu nennender Auftakt, der mit Tom Morello’s Wah-Wah-Gitarre beim sich anschließenden Harry’s Place und dem zum Studiosong überarbeiteten American Skin (41 Shots) etwas irritiert.

Just Like Fire Would ist dann wieder sehr viel stärker am typischen E-Street-Sound orientiert, da sich Morello hier etwas mehr zurücknimmt.

Down In The Hole startet mit Springsteens leicht verfremdeter Stimme und entwickelt sich zu einem wirklich fantastischem Song, den man mit seiner sparsamen Instrumentierung am liebsten als Endlosschleife hören mag. Es folgt ein etwas monoton dahin meanderndes Heaven’s Wall  mit sehr viel Wah-Wah und dem nicht enden wollenden Refrain „Raise Your Hands, Raise Your Hands…..“ 

Frankie Fell In Love ist  dann eher unauffällig, irgendwie kurz und knapp gehalten, This Is your Sword macht Dudelsackklänge inmitten einer großartig aufspielenden E-Street-Band hörbar.

Hunter Of The Invisible Game endlich mit einem auffallend unauffälligen Tom Morello.

Bei dem sich anschließenden neu arrangierten The Ghost Of Tom Joad bringt sich Morello dann auch stimmlich ein. Hier trifft die E-Street-Band auf Rage Against The Machine. Diese Kollision erzeugt wirklich magische Momente, die man am liebsten live erleben möchte.

Mit The Wall und Dream Baby Dream schließen zwei famose Balladen ein Album ab, dass bei einigen etwas dick aufgetragenen Tom-Morello-Einsätzen den eingefleischten Springsteen-Hörer etwas verunsichern mag, aber schon beim zweiten und dritten Anhören einige Glanzlichter erkennen lässt.

Die Deluxe-Edition

Der mir vorliegenden Deluxe-Edition liegt der gut einstündige  Auftritt der E-Street-Band im Londoner Queen Elizabeth Olympic Park am 30. Juni 2013 als DVD bei.

Die Präsentation des kompletten Albums Born In The U.S.A. Live sorgt noch immer für Gänsehaut und lässt vergessen, dass Springsteens größter Plattenerfolg in diesem Jahr bereits dreißig Jahre zurück liegt.

Born In The U.S.A. ist sicherlich ein so epochales Rockmonster der 1980er Jahre, an das High Hopes schon aufgrund eines fehlenden übergeordneten Konzeptes nicht unmittelbar aufschließen kann. High Hopes ist aber insgesamt eine sehr hörenswerte Kollektion von Material, welches andernfalls in Bruce Springsteens Keller in New Jersey oder sonstwo verrottet wäre. Und davor hat es der „Boss“ auf diese Art und Weise Gewinn bringend bewahrt.

© Gerald Langer


Last Updated on 04/09/2022 by mr.music-on-net

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