Maerzfeld: MusicHall Geiselwind 2014 (Live)

Maerzfeld

Datum: 03.01.2014
Venue: Musichall Geiselwind
Autor/Fotograf: Gerald Langer

Konzertbericht

Fremdkörper-Album-Release

Geiselwind (music-on-net) – Vor einer knappen Woche gastierten Stahlzeit mit ihrer großen Rammstein-Tribute –Show im benachbarten und sehr gut gefüllten Event-Zentrum. Bei der heutigen „Fremdkörper“-Release-Party in Geiselwind ist die deutlich kleinere, aber dem Event angemessenere MusicHall der Austragungsort brachialen Hard-Rocks aus Oberfranken. Geschätzte 300 bis 400 Fans wollen der Promotion-Veranstaltung beiwohnen.

Corporate Identy

Maerzfeld bewegen sich wie auch Stahlzeit im eigenen Corporate Identity Kosmos, der zweifellos einen unübersehbaren optischen Reiz hat. Maerz-TV, Maerzfeld-Logos überall und wirkungsvoll schon im Eingangsbereich der MusicHall drapiert.

Maerzfeld vs. Stahlzeit vs. Rammstein

Das zweite Album von Maerzfeld, dem Seitenprojekt von Stahlzeit, nach knapp zwei Jahren wird in einer knapp neunzigminütigen Show päsentiert. Mit Heli Reißenweber, dem eindrucksvoll shoutenden Frontmann, Matthias und Mike Sitzmann an den Gitarren, Thilo Weberan Keyboard und Ziehharmonika, Bora Öksüz am Bass und Michael Frischbier – statt Thomas Buchberger – am Schlagzeug wird das Rammsteinkonzept insgesamt überzeugend weitergesponnen, aber sicherlich nicht nennenswert weiterentwickelt. Die in der begleitenden Werbung für die Band genannten Attribute energiegeladen und brachial treffen des Pudels Kern tatsächlich. Der Sound dabei einwandfrei.

Treibjagd, Muttertag und natürlich Fremdkörper aus eigener Feder. Und ist Vollkommen vom Vorgängeralbum „Fremd“ nun ein Rammstein-Song oder ein eigenes Werk?

Die Stahlzeit- und Rammstein-T-Shirt-Delegation, die heute Abend auf ihre Kosten kommen soll, wird sich diese eher „urheberrechtliche“ Frage nicht stellen wollen. Purer Spass und lautstarke Unterhaltung sind angesagt.

Bühne und Pyrotechnik

Die Band tut sich allerdings aus meiner Sicht überhaupt keinen Gefallen, an der mir hier vollkommen überflüssig erscheinenden Pyrotechnik festzuhalten, werden doch damit immer wieder unweigerlich (beabsichtigte) Assoziationen an Stahlzeit als Tribute Band der Gallionsfiguren der Deutschen Härte unweigerlich hervorgerufen. Mit der Pyrotechnik einher geht, wie eine Woche zuvor, das Fotografierverbot aus dem breiten Fotograben, womit ich allerdings gut leben kann.

Auch der Bühnenaufbau mit hinterem dreistufigen Podest nimmt hier in etwas weniger wuchtiger Ausführung das Rezept der Stahlzeit-Show auf, was jedoch den Vorteil hat, dass sämtliche Musiker auch aus der letzten Zuschauerreihe identifizierbar sind.

Essenz

Das neue Album Fremdköper von Maerzfeld ist ein wirklich hörenswertes und perfekt produziertes für all diejenigen, die Rammstein und auch Stahlzeit mögen. So richtig fremd kommt es mir allerdings nicht vor.

Simplifizierend ausgedrückt: allesamt Songs, die Rammstein (noch) nicht geschrieben hat. Musikalisch müssen sich Maerzfeld vor den ganz „Großen“ beileibe nicht verstecken. Viele neue Fans und Käufergruppen werden Maerzfeld sich so sicherlich nicht erschließen können.


Maerzfeld - MusicHall Geiselwind 2014
Maezfeld – Musichall Geiselwind 2014 © Gerald Langer


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