Anathema: Posthalle Würzburg 2014 (Live)

Anathema

Datum: 19.10.2014
Venue: Posthalle Würzburg
Show: Satellites-Over-Europe-Tour-2014
Support: Mother’s Cake
Autor/Fotograf: Gerald Langer


Mother’s Cake | Line-Up

Jan Haußels – Drums, Backing Vocals
Yves Krismer – Gitarre, Lead Vocals
Benedikt Trenkwalder – Bass


Anathema | Line-Up

Vincent Cavanagh – Vocals, Guitar, Keys
Danny Cavanagh – Guitar, Keys, Vocals
John Douglas – Acoustic/Electronic Percussion
Lee Douglas – Vocals
Jamie Cavanagh – Bass
Daniel Cardoso – Drums


Setlist | Anathema

The Lost Song Pt. 1
The Lost Song Pt. 2
Untouchable Pt. 1
Untouchable Pt. 2
Thin Air
Ariel
The Lost Song Pt. 3
Anathema
The Beginning And The End
Universal
Closer
Zugabe:
Distant Satellites
A Natural Disaster
Fragile

Twist and Shout (Beatles)


Konzertbericht

Satelliten über Würzburg

Würzburg (music-on-net) – Das heutige Konzert beginnt mit Verzögerungen. Einlass sollte bereits um 19:00 sein. Der Soundcheck, so wird vor der Tür gemunkelt, dauere noch an. Gegen 19:45 – ich bin, meiner inneren Eingebung folgend, an der Posthalle erst kurz zuvor angekommen – öffnet sich das Tor und die vergleichsweise erwachsene Zuhörerschaft begibt sich nach oben.

Support: Mother’s Cake

Als Support ist das österreichische Trio Mother‘s Cake gebucht. Diese Band hat im Heimatland bereits ganz ordentlich Preise bei diversen Contests eingeheimst, in diversen Clubs gespielt und auch schon große Namen wie Velvet Revolver und Iggy And The Stooges im Vorprogramm begleitet.

Ihr Progressive-Hard-Rock-Gemisch zündet bei mir durchaus, in der Schlussphase ihres Sets empfinde ich die Band einfach nur noch als laut, obwohl ich mich mittlerweile an den Tresen zurückgezogen habe. Schade eigentlich nach dem wirklich sehr passablen Auftakt! Da geht sicherlich mehr, wenn allein die Lautstärkeregler nur etwas zurückgedreht werden.

Mother's Cake - Posthalle Wuerzburg 2014 © Gerald Langer
Mother’s Cake – Posthalle Wuerzburg 2014 © Gerald Langer


Anathema aus Liverpool

Nach gut zwanzigminütiger Umbaupause betritt endlich die heiss ersehnte Band aus Liverpool die Bühne. Nein, nicht die letzten Überlebenden der Fab Four – Ringo und Paul – sondern, die Gebrüder Cavanagh sind nach gut zwei Jahren wieder zu Gast in Würzburg. Damals war ihnen mit Weather Systems ein großartiges Album gelungen.

Ach, was habe ich mich auf das heutige Konzert gefreut. Entsprechend hoch sind natürlich meine Erwartungen.

Das aktuelle Album Distant Satellites von Anathema steht seit dem Erscheinungstermin nicht nur in meinem Regal, sondern wird zudem häufig aufgelegt. Es ist von ähnlicher Perfektion wie sein Vorgänger. Schließlich hat beim Mix einzelner Songperlen Steven Wilson, Kopf der von mir geschätzten und auf unbestimmte Zeit leider auf Eis gelegten Band Porcupine Tree, Hand angelegt. Klanglich ist das Album – selbst auf CD – überdurchschnittlich.

Stichwort: Perfektion

Perfektion scheint heute Abend Stärke und Schwäche des Auftritts der Briten zugleich zu sein. Die Plexiglas-Einhausung des Schlagzeugers und seines Instrumentes zur Vermeidung von sogenannten Übersprechungen ist ein Indiz für die angestrebte Vollkommenheit des Auftrittes.

Als erste Songs präsentiert die Band die zweiteiligen Werke The Lost Song Pt. 1 & 2 aus Distant Satellites und anschließend die Opener Untouchable Pt. 1 & 2 von Weather Systems.

Anathema - Posthalle Wuerzburg - 19.10.2014 © Gerald Langer
Anathema – Posthalle Wuerzburg – 19.10.2014 © Gerald Langer


Das ist rein musikalisch zweifellos eine sehr gute Wahl. Im Gesamtpaket zeigen sie schließlich die Virtuosität der Band, demonstrieren vor allem auch die stimmlichen Qualitäten von Lee Douglas. Leider entsteht so etwas wie dabei ein retardierendes Moment, allerdings ohne Spannungszugewinn, welches den Funken zum Publikum nicht – wie zwei Jahre zuvor – recht schnell überspringen lässt. Anathema spielen zumindest für mich eine gute halbe Stunde wie hinter einer überdimensionalen Glasscheibe, die die Band – durchaus auch in der Phase respektiert – leider auch etwas entrückt erscheinen lässt.

Rollenverteilung bei den Brüdern Cavanagh

Letztlich ist es heute Abend häufig Bruder Danny Cavanagh und nicht der sonst im Mittelpunkt stehende Vincent Cavanagh, der durch steten Wechsel der Instrumente – Keyboards und Gitarre – samt selbstbewusstem Gang an die Bühnenvorderkante die nachhaltigen Akzente zur Stimulanz des Publikums setzt. Vincent lässt es sich jedoch nicht nehmen, auf Knien gelegentlich die vielen Schalter zur Verzerrung seiner Gitarre zu bedienen.

Musikalisch ist die Band sowieso über jeden Zweifel erhaben. Der Sound ist in der Posthalle selten so gut ausgesteuert gewesen wie heute Abend. Die wirklichen Gänsehautmomente kommen heute zumindest bei mir etwas später als gewohnt, etwa  im letzten Drittel des Sets. Dafür sollen bis zum Ende des Zugabenteils andauern. Welche Band schafft das schon?

Mit der Einspielung von Twist And Shout, selbstverständlich in der Version der Beatles, endet die gut hundertminütige Show, die unter dem Strich sicherlich überwiegend zufriedene Zuhörer in die laue Herbstnacht entlässt.

Die Satellites-Over-Europe-Tour geht weiter.

Nächste Stationen in Deutschland sind:

29.10.2014 Hamburg-Grünspan
30.10.2014 Berlin-Postbahnhof
11.11.2014 Köln-Bürgerhaus Stollwerck


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