Prinz Pi – Posthalle Würzburg 2013

Konzertbericht und Konzertfotos.
Prinz Pi am 26. Oktober in der Posthalle Würzburg
Royaler Besuch in der proppenvollen Posthalle


Würzburg (music-on-net)- Sicher hat jeder den einen oder anderen Künstler, dessen Texte einen am meisten ansprechen. Ohne Zweifel ist das für mich Prinz Pi, weshalb sein Auftritt in Würzburg sofort nach der offiziellen Bekanntgabe als Pflichttermin in den Kalender eingetragen wurde.

Verglichen mit seinem letzten Konzert in den Posthallen, war ich angenehm überrascht. Puh, ganz schön voll hier! Aber das ist wohl ganz normal, wenn Prinz Pi mit seinem mehr als erfolgreichen neuen Album in den Würzburger Posthallen Station macht. Das Konzert ist restlos ausverkauft und sogar die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wurde empfohlen. Auch der offizielle Einlass wurde um eine halbe Stunde nach vorne verlegt. Gut, dass ich rechtzeitig gekommen bin, denn auch der erste von zwei Supports eRRdeKa startete seinen Auftritt eine halbe Stunde früher. Auch wenn ich die Supports vorher noch nie gehört habe, heißt das nicht, dass ihre Show schlecht war. Beide sind hervorragende Rapper und ihre Songs sind weiterzuempfehlen. Sowohl eRRdeKa als auch der zweite Support Olson heizten dem Publikum ordentlich ein und die Hände der vor allem jungen Fans waren die ganze Zeit in der Luft.

Nach zwei Supports war die Stimmung bereits kurz vorm Explodieren, sodass es kein einziger im Publikum noch abwarten konnte, dass Prinz Pi endlich selbst die Bühne betreten wird. Gegen 20:45 Uhr war es nun auch endlich soweit, der selbsternannte Prinz ergriff das Mikrofon und begann die ersten Zeilen von „Du bist“ zu rappen. Es scheint so, als hätte er seinen Song „Du bist“ alleine für Würzburg geschrieben, denn diesen hatte er auch bereits ein Jahr zuvor bei seinem letzten Auftritt performt.

Nur er alleine steht vor einer weißen Wand, doch wo ist seine Band? Tatsächlich stand die Band bereits die ganze Zeit hinter der weißen Wand, hatte aber geduldig auf ihren Einsatz gewartet.

Das Set für das Konzert besteht aus einer Reise durch seine Alben, denn er spielt sowohl Songs aus seinem neusten Album als auch aus dem letzten und sogar aus seinen ganz frühen, als er noch völlig unbekannt war. Sehr erfreut ist er deshalb auch, dass das Konzert von vielen Fans besucht wurde, die ihn damals schon kannten.

Seinen Song „100X“ kann er leider nicht so performen, wie man ihn vom Album kennt, da Casper nicht in Würzburg dabei ist. Um diesen Umstand zu kompensieren, rappt sein Kumpel E-Rich einen eigenen Part und danach sogar einen eigenen Song, der bei den Fans sehr gut ankommt.

Eine Besonderheit auf Pi’s Konzerten ist, dass er es schafft eine emotionale Atmosphäre zu seinen Fans aufzubauen, sodass man bei jedem Song sein Feuerzeug in die Luft strecken möchte, dann aber auch ins krasse Gegenteil verfällt und die Location durch die bouncenden Fans in ihren Grundfesten erschüttert wird, bis die Wände wackeln.

Die Kreativität und die Treue zu seinen Fans ist bei Prinz Pi sehr groß. Sein neuestes Projekt ist deshalb eine Platte, die er mit seinen Fans selbst bei Konzerten aufnimmt. Sie wird den Titel „Kompass ohne Norden – Auf Kurs nach Hause“ tragen. In Würzburg wurde, wie vorher angekündigt, dafür der Song „Schiefe Pyramiden“ aufgenommen bei dem die Fans den Refrain nur mit Begleitung der Band singen.

Um einem durchweg umwerfenden Konzert noch die Krone aufzusetzen, spielt der Prinz bei den Zugaben noch seine nicht wegzudenkenden Songs „Generation Porno“ und „Gib dem Affen Zucker“. Für „Generation Porno“ erklärt er seinen Fans noch die Choreografie, bei der sie bei bestimmten Textstellen – aus politischer Überzeugung – die linke Faust in die Luft strecken sollten. Starkes grünes Licht erfüllt die Bühne und im dichten Nebel rappt Prinz Pi seine Zeilen zu „Gib dem Affen Zucker“. Dieses mal braucht es keine Choreografie mehr, die meisten Fans stürzen sich aus sämtlichen Ecken der Halle hin zu Mitte, um dort gemeinsam zu pogen.

Zur Zeit tourt Prinz Pi mit seinem 15. Soloalbum „Kompass ohne Norden“ auf der gleichnamigen Tour durch Deutschland. Auch wenn sein Album von den Zukunftsängsten der heutigen Generation handelt, hindert es seine Fans nicht daran, zahlreich auf seinen Konzerten zu erscheinen und die Kapazitäten vieler Veranstaltungsorte, wie auch die Posthallen an ihre Grenzen zu bringen.

Davon hat Prinz Pi bei seinem ersten Auftritt vor einem ganz kleinen Publikum in Würzburg sicher nur geträumt. Der Traum ist für ihn und seine Fans nun wahr geworden.


Bildergalerie | Prinz Pi

Prinz Pi – Posthalle Wuerzburg 2013 © Lukas Seufert


Setlist | Prinz Pi

Du bist

Fähnchen im Wind

Kompass ohne Norden

Elfenbeinturm

Frühstücksclub der toten Dichter

iGod

Instinkt

Die letzte Ex

100X

Haze’n’Hoes

Glück

Wieder und Wieder

Asoziale Kontakte

Ende Blut

Dumm

Laura

Unser Platz

Keine Liebe

Generation Porno

Schiefe Pyramiden

Wir bleiben immer Anti

Gib dem Affen Zucker


Konzertbericht und Konzertfotos © Lukas Seufert 

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