Monsters Of Liedermaching: Posthalle Würzburg 2011 (Live)

Monsters Of Liedermaching

Datum: 19.11.2011
Venue: Posthalle Würzburg
Autor/Fotograf: Gerald Langer



Konzertbericht

Monsterparty in der Würzburger Posthalle

Würzburg (music-on-net.com) Die Monsters of Liedermaching feierten am Samstagabend mit ihren Fans eine ausgelassene Party in der Würzburger Posthalle, die vielleicht nicht ganz ausverkauft, aber insgesamt doch sehr gut gefüllt war.

Als spontaner Support fungiert Tobi, Straßenmusikant, seines Zeichens leidenschaftlicher Klampfer auch beim Taubertalfestival 2011. Von Rüdiger Bierhorst, selbst ein Monster, vorgestellt, bestreitet er ein fulminant kurzes Set von vier Stücken, die immerhin dem einen oder anderen seit dem vergangenen Sommer im Gedächtnis haften geblieben waren.

Kurz nach der Tagesschau, also gegen 20:20, betreten die Monsters of Liederaching – im Hintergrund läuft das „Zwergenlied“ – ihr Wohnzimmer. Die Bühne ist lediglich mit Bierbänken und einer Stehlampe, wie sie der eine oder andere von uns aus elterlichen Wohnzimmern schon kennt, möbliert. Natürlich stehen auch für die allermeisten Zuhörer die obligatorischen Bierbänke bereit. Auch das Auditorium somit teilmöbliert. Der Rest darf stehen.

Keine große deutsche Dichtung von den Monsters Of Liedermaching

Das, was dieses Sextett in den nächsten Stunden auf die Bühne zaubert und in blumige Worte und Sätze fasst, ist sicherlich nicht große deutsche Dichtung. Es wird wild geschüttelt und gereimt, richtig gehend geholzt im Sprachwald – und dabei ist es irgendwie auch noch Musik. Denn wenn die Bandmitglieder abwechselnd zu ihren Gitarren, Flöten, Glöckchen, Glockenspiel und Banjo greifen, ist ihnen dabei spielerische Finesse nicht abzusprechen.

Die in unterschiedlichen Tempi gesungenen Sprachschöpfungen sind bloß alles andere als geeignet, dafür den Georg-Büchner-Preis zu erhalten. Oft wird mit four-letter-words operiert, die Grenzen des guten Geschmacks tangiert und manches Mal auch überschritten. Die wenigsten Zuhörer stören sich daran. Auch meine Banknachbarn sind sehr textsicher. Es wird hemmungslos enttabuisiert, richtiggehend geblödelt und immer wieder das Publikum mit einbezogen. Einen Refrain singen – unter Weglassen der Konsonanten – macht natürlich große Laune.

Gute-Laune-Musik der Monsters Of Liedermaching

Eine hoch intellektuelle Interpretation ihrer Sprachschöpfungen führen die durchaus sympathischen Barden sicherlich nicht im Schilde. Sie wollen Spaß haben und vor allem Spaß bereiten. Nehmen sich selbst nicht zu ernst und toben sich auch heute Abend zusammen mit dem insgesamt eher jungen Publikum – der Altersdurchschnitt dürfte bei etwa Mitte Zwanzig liegen – richtig aus.

Natürlich sind einige Stücke des neuen Albums „Haie im Flipperpelz“ mit dabei: „Atomfreies Kraftwerk“, das gemeine “Auflaufform“, die smarte Perisiflage um „Heidi und Seal“ und noch einiges mehr. Der Rest ist aus sieben Jahren gemeinsamer Bandgeschichte zusammengestellt.

Die Stimmung ist durchweg sehr gut, vereinzelt auch bierselig. Selbst meine Fototasche riecht noch entsprechend.

Auch wenn alles sehr spontan wirkt, die großen frechen Jungs sich die Bälle im Konzert geschickt zuspielen, liegt dem Auftritt natürlich eine richtige Setlist zugrunde. Eine junge Dame wird sie am Ende des Konzertes, dankbar lächelnd, überreicht bekommen.

Nach insgesamt gut 150 Minuten reiner Spielzeit – der Auftritt bestand aus zwei Sets, die Spielzeitunterbrechung war dennoch der ausgelassenen Feier überhaupt nicht abträglich – endet die Monsterparty mit einer furiosen Zugabenrunde.

Die immer währenden „Monster“ – Rufe des Publikums spornen die Band natürlich an.

Leise und „unplugged“ verabschiedet sich das Kollektiv dann doch von der Bühne zum eigenen Merchandising – Stand. Dort ist die „Projektgruppe Monsters Of Liedermaching“ – Fred, Burger, Pensen, der flotte Totte, Labörnski und Rüdiger Bierhorst – für die Fans nochmals hautnah zu erleben.

Übrigens:

„Im Ersten“ kam heute nach der Tagesschau der „Musikantenstadl“. Dass wir den nun verpasst haben, dürften wir alle leicht verschmerzen.


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