John Illsley: Colos-Saal Aschaffenburg 2015 (Live)


John Illsley

Datum: 25.03.2015
Venue: Colos-Saal Aschaffenburg
Website
Autor/Fotograf: Gerald Langer


Line up

John Illsley – main vocals/bass,
Phil Palmer – guitar/vocals,
Simon Johnson – guitar/vocals,
Steve Smith – keyboard/accordion/vocals,
Stuart Ross – drums/vocals,
Jess Greenfield – vocals


Setlist

Set 1

Walk of Life (Dire Straits song)
Expresso Love (Dire Straits song)
Run For Cover
When God Made Time
Private Investigations (Dire Straits song)
Toe the Line
So Far Away (Dire Straits song)
Sometimes
Sultans of Swing (Dire Straits song)

Set 2

First We Take Manhattan (Leonard Cohen cover)
Calling Elvis (Dire Straits song)
Darling Heart
Romeo and Juliet (Dire Straits song)
Railway Tracks
Testing the Water
On Every Street (Dire Straits song)
Brothers in Arms (Dire Straits song)
Money for Nothing (Dire Straits song)

Encore

Tunnel of Love (Dire Straits song)
The Bug (Dire Straits song)
Where Do You Think You’re Going? (Dire Straits song)


Weitere Tourdaten 2015

26.03.2015 Ampere, München
28.03.2015 Downtown Bluesclub,Hamburg
29.03.2015 Blues Garage, Isernhagen
30.03.2015 Harmonie, Bonn
31.03.2015 Hirsch, Nürnberg


Plattentipps

  • Testing The Water
  • Live In London

Konzertbericht

Dire Straits Hits And Solo Material From His Album “Testing The Water”

Aschaffenburg (music-on-net) – Das Konzert von John Illsley hält exakt das ein, was auf dem Plakat versprochen wird: „John Illsley Plays Dire Straits Hits And Solo Material From His Album “Testing The Water”.

Im leider längst nicht ausverkauften Colos-Saal tummeln sich um 20 Uhr geschätzte 250 bis 300 Gäste, bei denen ein nicht unerheblicher Teil bereits das Rentenalter erreicht haben dürfte. Sie alle, selbstverständlich auch ich, haben die Dire Straits und ihren „Solid Rock“ der ausgehenden 1970er und beginnenden 1980er Jahre geschätzt. Tonträger unterschiedlichster Editionen des Werkes dieser einstigen Superband schmücken seitdem unsere CD- und Schallplattenregale. Hörbare Erinnerungsstücke an unsere Jugend.

Die Dire Straits sind dennoch seit vielen Jahren mehr tot als lebendig. Offiziell aufgelöst wurde die Band von Mark Knopfler jedoch nicht. Das musikalische Erbe wird Gewinn bringend vor allem von Mark Knopfler verwaltet. Er spielt im Rahmen seiner Liveauftritte gerne den einen oder anderen Klassiker der Dire Straits, während Bruder David an den Lebensabschnitt mit dieser Band am liebsten gar nicht mehr erinnert werden mag. Zwischen den ungleichen Brüdern dürfte seit mehr als drei Jahrzehnten Funkstille herrschen.

Das Verhältnis zwischen Mark Knopfler und John Illsey, ebenfalls Gründungsmitglied der Band, scheint weniger zerrüttet. Eher das Gegenteil ist zutreffend. Mark Knopfler war einer der wenigen Eingeweihten, die über den viel Jahre andauernden dramatischen Gesundheitszustand Illsley’s aufgrund seiner Leukämieerkrankung informiert waren. Dank einer erfolgreichen Stammzellen-transplantion gilt Illsley heute allerdings als geheilt.

Für uns alle Grund genug, mit ihm und seiner Band einen authentischen musikalischen Ausflug in alte Zeiten zu unternehmen. Und es wird eine durchaus feine Exkursion mit einem ersten Zwischenstopp nach ungefähr einer Stunde Spielzeit und nach vorzüglich präsentierten Private Investigations und Sultans Of Swing. Es sind vor allem die alten Songs, die seinen Auftritt prägen. Die durchaus niveauvollen Stücke seines aktuellen Albums „Testing The Water“ liefern dabei einen weiteren hörbaren Beweis, wie stark John Illsley den Sound der Dire Straits mit geprägt hat.

Die zweite Halbzeit mit Zugaben genauso souverän, gleich zu Beginn mit einem sehr schönen Cover von Leonard Cohen’s First We Take Manhattan, später einem sehr schwungvollen On Every Street. Insgesamt eine gut zweistündige sehr solide Vorstellung von Dire Straits Songs, angereichert mit aktuellem eigenen Material.

John Illsley hat definitiv nicht die besondere Singstimme von Mark Knopfler. Mich persönlich stört das überhaupt nicht. Problematisch halte ich allerdings bei vielen Songs den stimmlichen Beitrag der jungen Jess Greenfield. Dieser klingt bei den Songs von Testing The Water selbstverständlich. Hier war sie schließlich auch bei den Plattenaufnahmen dabei. Den Dire Straits Songs fügt sie – trotz insgesamt eher zurückhaltender Intensität – leider mehr Schaden als klangliche Veredelung zu. Das Stimmvolumen von Illsley alleine hätte mir durchaus genügt. „Weniger ist mehr“!

Insofern kann sie natürlich – zumindest in meinen Ohren – auch am Intro zu Money For Nothing, im Original mit der besonderen Singstimme von Sting, nur scheitern. Man möge dies bitte nicht als pauschale Kritik an Jess Greenfields Stimme missverstehen. Ich bevorzuge eben den einfachen Singer-Songwriter-Gesang bei Dire- Straits-Songs.

Im Langzeitgedächtnis bleiben dennoch die vielen schönen Momente und Erinnerungen, die das heutige Konzert bereitet hat.


150325 IMG 1519 john illsley aschaffenburg © gerald langer 88


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