Eisheilige Nacht Würzburg 2014 (Live)

Eisheilige Nacht Würzburg 2014

Datum: 27.12.2014
Venue: Posthalle Würzburg
Show: Eisheilige Nacht
Website
Autor/Fotograf: Gerald Langer

Line Up | Subway To Sally

Eric Fish – Pfeifen, Dudelsack, Gesang
Bodenski – Gitarre, Gesang
Simon – Gitarre, Gesang
Frau Schmitt – Violine, Viola
Ingo Hampf – E-Gitarre, Mandoline
Sugar Ray – Bass
Simon Michael – Schlagzeug


Line Up | Saltatio Mortis

Alea der Bescheidene – Gesang, Dudelsack, Gitarre
Lasterbalk der Lästerliche – Schlagzeug, Percussion
Falk Irmenfried von Hasen-Mümmelstein – Schalmei, Leiser, Gesang
El Silbador – Mehrsackpfeifen, Gesang
Bruder Frank – E-Bass
Till Promill – Gitarre
Der Tambour – Schlagzeug, Percussion
Luzi das L – Sackpfeifen, Schalmei


Line Up | Unzucht

De Clercq – Guitar, Electronics, Vocals
Der Schulz – Vocals
Blaschke – Bass
Fuhrmann – Drums


Line Up | Heldmaschine

René Anlauff – Vocals
Tobias Kaiser – Guitar
Dejan Stankovic – Guitar
Marco Schulte – Bass
Dirk Oechsle – Drums


Setlist | Saltatio Mortis

Intro IX
Früher war alles besser
Idol
Sündenfall
Prometheus
Uns gehört die Welt
Eulenspiegel
Willkommen in der Weihnachtszeit
Wachstum
Nur ein Traum
Satans Fall
Koma
Wo sind die Clowns
Ode an die Freundschaft
Habgier und Tod
Worte
Spielmannsschwur mit Pianointro


Setlist | Subway To Sally

Warte, Warte
Schwarze Spiele
Feuerland
Wo Rosen blühen
Wenn Engel hassen
Traum vom Tod
Unterm Galgen
Grausame Schwester
Ellen Schmitt
Für immer
Weidengarten
Lautensolo
Das schwarze Meer
Tanz auf dem Vulkan
Sieben

Mit Saltatio Mortis:

Kleid aus Rosen
IX (SAMO)
Spielmannsschwur (SAMO)
Veitstanz

Zugabe:

Julia und die Räuber

Konzertbericht

Subway To Sally, Saltatio Mortis, Heldmaschine und Unzucht füllen nach den Weihnachtsfeiertagen die Würzburger Posthalle

Würzburg (music-on-net) – Für die „Eisheiligen 2014“ ist es zu spät, für die des kommenden Jahres zu früh. Die Zeit der Wetterheiligen ist schließlich der Wonnemonat Mai.

Bei der „Eisheiligen Nacht“ handelt es sich allerdings um ein besonderes Tourpaket, welches die Potsdamer Band Subway to Sally geschnürt hat und die Veranstaltungshallen der Republik auch dann aufzuheizen weiß, wenn vermutet werden darf, dass sich Konzertgänger lieber am warmen Ofen und unter dem Christbaum aufhalten als in schmucklosen Konzertarenen.

Die Jahresabschlusskonzerte von Subway To Sally waren in den Nullerjahren des beginnenden neuen Jahrtausends so frühzeitig ausverkauft, dass man sich ab 2009 entschloss, mehrere Hallenkonzerte im deutschsprachigen Raum mit ausgewählten Bands, die in den Kontext des eigenen musikalischen Betätigungsfeldes passen, zu absolvieren.

Im schweizerischen Pratteln startete die diesjährige Tour zur Weihnachtszeit. Stuttgart, Giessen, Dresden wurden noch in der Vorweihnachtszeit erobert, am 30. Dezember 2014 findet dann das mittlerweile übliche finale Konzert im Heimathafen Potsdam statt.

Der plötzliche Wintereinbruch am heutigen Samstag setzt insofern ebenfalls ein markantes Zeichen. Dem überwiegend schwarzen Dress-Code der Konzertbesucher wird ein deutlich wahrnehmbares Weiß der umgebenden Winterlandschaft entgegengesetzt.

Die Bühne ist derartig vollgepfropft mit Equipment, dass man fast – die im Nachhinein jedoch völlig unbegründete – Sorge haben muss, wo die beiden ersten Bands Platz finden werden. Dafür ist der Fotograben breit wie eine Gasse in Rüdesheim am Rhein. Sehr komfortabel. Logistik spielt bei diesem Stelldichein der deutschen Szene-Rocker eine ausschlaggebende Rolle. Der kalkulierte Spielplan reicht schließlich von 19:00 bis 24:00. Die Moderation durch die Eisheilige Nacht 2014 übernimmt Eric Fish.


Unzucht

Unzucht - Eisheilige Nacht 2014 - Posthalle Wuerzburg © Gerald Langer
Unzucht – Eisheilige Nacht 2014 – Posthalle Wuerzburg © Gerald Langer


Fein austarierte eigenständige Rockmusik Hannover, in deren Mittelpunkt immer wieder Sänger Daniel „Der Schulz“ Schulz steht. Die Stimmung im Publikum – etwa 1.400 Besucher haben den verschneiten Weg in die Posthalle gefunden  – von Anfang an sehr gut. Eine gute halbe Stunde Spielzeit schreibt das Protokoll vor – das Warm Up für die  geplante „Venus Luzifer Tour 2015“ gelungen.


Heldmaschine

Heldmaschine - Eisheilige Nacht 2014 - Posthalle Wuerzburg © Gerald Langer
Heldmaschine – Eisheilige Nacht 2014 – Posthalle Wuerzburg © Gerald Langer


Eine weitere deutsche Band, die am nahrhaften Nektar Rammsteins geschleckt hat. Kein Wunder, ist doch die Koblenzer Heldmaschine aus dem Rammstein-Tribute-ProjektVölkerball hervorgegangen.

Stahlzeit um Sänger Heli Reißenweber deckt das Oeuvre der erfolgreichsten Neuen-Deutschen-Härte-Epigonen nahezu originalgetreu ab. Mit Maerzfeld, dort fungiert ebenfalls Reißenweber als Sänger, ist seit einigen Jahren eine weitere Band am Start, die ihr eigenes Profil doch stark am Erfolgsrezept des „Originals“ orientiert.

Insofern leider nichts überraschend Neues oder gar Wegweisendes für einigermaßen geschulte Ohren, aber eine streckenweise durchaus imposante Lasershow.


Saltatio Mortis

Saltatio Mortis - Eisheilige Nacht 2014 - Posthalle Wuerzburg © Gerald Langer
Saltatio Mortis – Eisheilige Nacht 2014 – Posthalle Wuerzburg © Gerald Langer


Endlich „Totentanz“ – es ist die Zeit gekommen „für Sackpfeifen und Menschen, die sich komisch anziehen. Gegenwärtig gibt es wohl mehr Mittelalterbands als im Mittelalter“ (Eric Fish bei Ankündigung der Band).

Die Liebhaber von pfeifenartigen Musikinstrumenten werden die nächsten hundert Minuten voll auf ihre Kosten kommen, wenn sich Bandmitglieder mit schillernden Namen wie Lauterbach der Schreckliche, Till Promill oder Frontmann Alea der Bescheidene mächtig ins Zeug legen und für ein kurzweiliges Programm sorgen.


Subway To Sally

Subway To Sally - Eisheilige Nacht 2014 - Posthalle Wuerzburg © Gerald Langer
Subway To Sally – Eisheilige Nacht 2014 – Posthalle Wuerzburg © Gerald Langer


Die Headliner des Abends beginnen mit einem pyrotechnischen Intro. Stark Rhythmus betont, Schlagzeuger Simon Michael thront quasi über der Bühne, mit eingestreuten versöhnenden Violinenklängen von Frau Schmitt.

Das Label „Mittelalter-Rock“ haben Subway To Sally  in den letzten Jahren mehr und mehr hinter sich gelassen.  Deutsche Rockmusik mit folkloristischen Wurzeln (im Mittelalter) – so möchte ich versuchen, sie stilistisch einzuordnen.

Eric Fish dirigiert dabei nicht nur geschickt die Band, sondern auch das tanzende und das beide Arme in die Höhe streckende Publikum. Ein Höhepunkt des Auftrittes sicherlich das gemeinsame Medley mit Saltatio Mortis – ein vierteiliger Veitstanz, der sich aus dem musikalischen Werk beider Bands bedient.

Gegen Mitternacht geht der fünfstündige Marathon zu Ende. Die LKW-Flotte steht draußen bereit, um die Bands und ihr Instrumentarium weiter nach Bochum zu karren. Auch einige Besucher haben noch längere Heimfahrten bei winterlichen Straßenverhältnissen vor sich. Zeit genug auf jeden Fall, um die vergangenen Stunden, die auch dem Gast einiges an Kondition abverlangten, nachklingen zu lassen.


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