Dhafer Youssef: Hafensommer Würzburg 2016 (Live)


Dhafer Youssef

Datum: 04.08.2016
Venue: Hafentreppe Würzburg
Show: Hafensommer Würzburg
Autor/Fotograf: Gerald Langer


Line-Up

Dhafer Youssef: Oud & Vocal – Isfar Sarabski: Piano – Phil Donkin: Bass – Ferenc Nemeth: Drums


Konzertbericht mit Bildergalerie

Würzburg (music-on-net) – Viel schlechter als heute kann das Wetter an einem Augustabend wohl nicht sein. Es schüttet aus Eimern. An der Abendkasse dürfte sich heute nicht allzu viel abspielen. Doch diejenigen, die über eine Eintrittskarte verfügen und trotz der deprimierenden Wetterlage den Weg zur Hafentreppe gefunden haben, sollen einen weiteren Höhepunkt des diesjährigen Hafensommers erleben.

Natürlich hat sich das Gros der Zuschauer auf die Empore zurückgezogen.  Die expressiv geformte, durchaus ästhetische Überdachung taugt als Regenschutz leider nur bedingt, bleibt für die ersten Stuhlreihen vor allem große Geste.

Pünktlich ab 20:30 eröffnet das Quartett ein Potpourri aus klassischen Anklängen, Orientalik und Jazz. Dhafer Youssef singt, spielt Oud und dirigiert so messerscharf, dass wir den Zusammenklang von Piano, Bass und Schlagzeug, aber eben auch faszinierende Soli hören dürfen.

Die Situation zum Fotografieren ist über weite Teile richtig übel, erst zum Schluss, als sich die Wetterlage etwas beruhigt hat, wage ich mich mit meinem „Handwerkszeug“ nach vorne. Einige Zuhörer stehen „beschirmt“ schon an der „Reling“ oder auf den ersten Stufen der Treppe. Diese multikulturelle Band – der Schlagzeuger gebürtiger Ungar, der Bassist ein Brite, der gerade einmal 27-jährige Pianist stammt aus Aserbeidschan, Youssef Dhafer stammt aus Tunesien und lebt seit Jahren in Europa – fasziniert von Anfang an so unglaublich, dass Wetterverhältnisse schon bald keine Rolle zu spielen scheinen.

Sound und Lichttechnik sind heute Abend wirklich allererste Sahne! Und dann diese großartige, eindringliche Stimme von Dhafer Youssef, die in die Nacht hinaus schallt und für einige Gänsehautmomente sorgt.

Dieser Auftritt durfte schon aufgrund dessen nicht an einen anderen Spielort verlegt werden.

Dieser Konzertabend von fast zwei Stunden Dauer inklusive Zugaben dürfte für die meisten Besucher sicherlich in allerbester Erinnerung bleiben, wenngleich die Randbedingungen zunächst katastrophal ausschauten.

Im September 2016 erscheint Dhafer’s neuen Albums „Diwan of Beauty & Odd“. Bis dahin darf man sich an seinen bisherigen Veröffentlichungen satt hören, was kaum gelingen wird, da die Musik so unglaublich vielfältig ist.




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