Crosby, Stills, Nash & Young – Déjà Vu – 50th Anniversary Deluxe Edition

Sounds.
Album
– Review

Künstler: Crosby, Stills, Nash & Young
Album: Déjà Vu – 50th Anniversary Deluxe Edition
Formate: 4-CD/1-LP, digital, 5-LP-Deluxe
VÖ: 14.05.2021
Label / Vertrieb: Warner Music / Rhino

Crosby, Stills, Nash & Young’s Déjà Vu, erstveröffentlicht am 11.03.1970, ist wahrscheinlich nicht nur für mich persönlich eines der Schlüsselalben, das mir als jugendlichen Musikhörer den Zugang zum Folk-Rock der 1960er und 1970er Jahre nachhaltig öffnete.

Als Appetizer dieses – von mir nach wie vor geschätzten – Musikgenres fungierte zunächst der fulminante Auftritt von Crosby, Stills, Nash & Young beim Woodstock-Festival 1969, danach auf Dreifach-Vinyl veröffentlicht.

Der Nukleus der Superband

Die Grundformation des Akustik- und Vokaltrios, bestehend aus David Crosby (The Byrds), Stephen Stills (Buffalo Springfield) & Graham Nash (The Hollies), erweiterte sich bei dieser Gelegenheit mit Neil Young, zunächst nur live, zum Quartett.

Das erste gemeinsame, noch selbstbetitelte Album des Trios Crosby, Stills & Nash (VÖ.: 29.05.1969) war zwei Monate nach seinem Erscheinen die verdiente Eintrittskarte der 1968 in Los Angeles gegründeten „West-Coast-Band“ für das Woodstock-Festival im August 1969 an der Ostküste der USA.

Für die Rhythmussektion zeichneten auf dem gerade einmal zehn Monate später erscheinenden gemeinsamen Studioalbum Dallas Taylor (drums), er war bereits beim erfolgreichen Albumdebüt von Crosby, Stills & Nash am Schlagzeug vertreten, sowie Greg Reeves (bass) verantwortlich.

Auf dem Cover von Déjà Vu sind korrekterweise Taylor and Reeves nicht nur genannt, sondern auch abgebildet.

Dies ist nicht selbstverständlich, vor allem wenn man sich vergegenwärtigt, dass das Quartett nicht nur vier vorzügliche Musiker mit ausgezeichneten Gesangsstimmen bündelte, sondern ebenso vier Egozentriker. Exakt dieser Umstand sollte das baldige Ende der Supergroup nach Erscheinen des Doppel-Live-Albums 4 Way Steet (VÖ.:07.04.1971) zur Folge haben.

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass sich auf Déjà Vu auch zwei bekannte Gastmusiker einbringen durften – Jerry Garcia (Grateful Dead) und John B. Sebastian (The Lovin‘ Spoonful). Letztgenannter trat ebenfalls beim Woodstock Festival auf, obwohl er gar nicht eingeladen war.

Die Arbeit an einem Klassiker

Dem finalen Déjà Vu merkt man die kreativen Spannungen unter den Bandmitgliedern indes keineswegs an. Die Musiker gingen sich zeitweise regelrecht aus dem Weg. Auf gut 36 Minuten Gesamtlaufzeit findet sich dennoch ein stückweit der Soundtrack der Hippiegeneration, mit den dort vertetenen lediglich zehn Titeln essentiell.

Déjà Vu darf auch heute noch mit Fug und Recht als perfekt bezeichnet werden.

Das Album erreichte nach Erscheinen Platz 1 der Billboard-Charts und hat nach wie vor Referenzcharakter für die populäre Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Es lässt sich höchstwahrscheinlich in fast jeder Sammlung irgendwie Musikbegeisterter finden.

Warum also eine Wiederveröffentlichung, zudem auch noch gut ein Jahr nach dem 5o. Jubiläum des Meisterwerkes?

Für die einjährige Verspätung dürfte die Pandemie verantwortlich sein.

Der Weg ist dennoch auch bei diesem Album das Ziel gewesen. Vor allem dann, wenn man sich als Zuhörer nach mehr als einem halben Jahrhundert „vor Ohren führen möchte“, dass der Prozess zum Déjà Vu dem Vernehmen nach einige hundert Stunden in Anspruch genommen haben soll.

Will man die Genese und den Feinschliff des Albums, dem feinstes Songwriting des Quartetts zugrunde lag, wenigstens fragmentarisch nachvollziehen, auch verstehen, wie dieses epochale Werk zu einem Meilenstein der amerikanischen Folk-Rock-Pop-Kultur werden konnte, bieten drei Bonus-CDs – Demos, Outtakes und Alternates mit überwiegend sehr anständiger Tonqualität – eine adäquate Möglichkeit.

Primär kommen für dieses Luxusprodukt ausgesprochene Fans dieses Albums, die sich etwas der Musikhistorie verschrieben und selbst auch ein gewisses Lebensalter erreicht haben, in Frage.

Der normale Musikkonsument dürfte ohnehin sein mehr oder weniger gepflegtes Vinyl und/oder eben die Compact-Disc seit einigen Jahrzehnten im Regal stehen haben.

Die aus fünf Langspielplatten bestehende Deluxe-Vinyl-Version, eine noch weitaus kostspieligere Variante, kann exklusiv auf CSNY50.com vorbestellt werden.

Die gesammelte Musik wird insbesondere dort auch als Download/Stream erscheinen, unter www.neilyoungarchives.com sogar in Hi-Res-Klangqualität.


4-CD/1-LP Tracklisting


Disc One: Original Album

  1. “Carry On”
  2. “Teach Your Children”
  3. “Almost Cut My Hair”
  4. “Helpless”
  5. “Woodstock”
  6. “Déjà Vu”
  7. “Our House”
  8. “4 + 20”
  9. “Country Girl”

a. “Whiskey Boot Hill”

b. “Down, Down, Down”

c. “Country Girl” (I Think You’re Pretty)

  1. “Everybody I Love You”

Disc Two: Demos

  1. “Our House” – Graham Nash *
  2. “4 + 20” – Stephen Stills *
  3. “Song With No Words (Tree With No Leaves)” – David Crosby & Graham Nash
  4. “Birds” – Neil Young & Graham Nash *
  5. “So Begins The Task/Hold On Tight” – Stephen Stills *
  6. “Right Between The Eyes” – Graham Nash
  7. “Almost Cut My Hair” – David Crosby *
  8. “Teach Your Children” – Graham Nash & David Crosby
  9. “How Have You Been” – Crosby, Stills & Nash
  10. “Triad” – David Crosby
  11. “Horses Through A Rainstorm” – Graham Nash
  12. “Know You Got To Run” – Stephen Stills *
  13. “Question Why” – Graham Nash *
  14. “Laughing” – David Crosby *
  15. “She Can’t Handle It” – Stephen Stills *
  16. “Sleep Song” – Graham Nash
  17. “Déjà Vu” – David Crosby & Graham Nash *
  18. “Our House” – Graham Nash & Joni Mitchell *

Disc Three: Outtakes

  1. “Everyday We Live” *
  2. “The Lee Shore” – 1969 Vocal *
  3. “I’ll Be There” *
  4. “Bluebird Revisited” *
  5. “Horses Through A Rainstorm”
  6. “30 Dollar Fine” *
  7. “Ivory Tower” *
  8. “Same Old Song” *
  9. “Hold On Tight/Change Partners” *
  10. “Laughing” *
  11. “Right On Rock ’n’ Roll” *

Disc Four: Alternates

  1. “Carry On” – Early Alternate Mix *
  2. “Teach Your Children” – Early Version *
  3. “Almost Cut My Hair” – Early Version *
  4. “Helpless” – Harmonica Version
  5. “Woodstock” – Alternate Vocals *
  6. “Déjà Vu” – Early Alternate Mix *
  7. “Our House” – Early Version *
  8. “4 + 20” – Alternate Take 2 *
  9. “Know You Got To Run” *
  • zuvor unveröffentlicht *

LP: Original Album

Side One

  1. “Carry On”
  2. “Teach Your Children”
  3. “Almost Cut My Hair”
  4. “Helpless”
  5. “Woodstock”

Side Two

  1. “Déjà Vu”
  2. “Our House”
  3. “4 + 20”
  4. “Country Girl”

a. “Whiskey Boot Hill”

b. “Down, Down, Down”

c. “Country Girl” (I Think You’re Pretty)

  1. “Everybody I Love You”

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© Gerald Langer (music-on-net.de)

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