37. Africa Festival Würzburg 2026 im Rückblick


37. Africa Festival Würzburg 2026

Datum: 22.05. bis 25.05.2026
Venue: Congress Centrum Würzburg und diverse Locations im Innenstadtbereich
Website (Africa Festival Würzburg)


Inhaltsverzeichnis

Ein persönlicher Rückblick und Ausblick

Was für eine Konfusion in den letzten Wochen und Monaten gab es um das Internationale Africa Festival in Würzburg!

Das Hin und Her, das den Presseberichten zu entnehmen war, führte zu unnötigen Verunsicherungen, auch bei denjenigen, die dieser Veranstaltung – aus welchen Beweggründen auch immer – über viele Jahre die Treue halten.

Ich muss im Nachfolgenden aufpassen, dass ich mich nicht wiederhole. Aber, sei’s drum.

Dieses bedeutsame, weit über Würzburg hinaus strahlende, Festival hat seine goldenen Zeiten bereits einige Jahre hinter sich. Das Hochwasser im Jahre 2013 und seine Folgen für den Fortbestand der etablierten Veranstaltung war sicherlich einschneidend.

Der bloße Zugang zum Festgelände ausschließlich per Eintritt trug maßgeblich dazu bei, dass die Würzburger:innen mehr und mehr das Interesse an diesem kulturellen Event verloren.

Die Besucherzahlen gingen Jahr für Jahr zurück. Längst vorbei die Zeiten, in denen das Festival bis zu über 100.000 Besucher zählte.

Die Pandemie und gestiegene Produktionskosten trafen natürlich auch die Macher des Africa Festivals. Das Interesse der Medien an dieser Veranstaltungsreihe liess mehr und mehr nach. Als Blogger war ich noch immer dabei. Oft saß ich allein im Pressezelt, so dass ich die „Pausen“ zwischen den einzelnen Musikveranstaltungen – mich interessiert nur mal vorrangig die Musik – lieber daheim als auf dem Festivalgelände verbracht habe.


Künstler:innen

Wenn man in das Archiv der Website des Africa Festivals blickt, kommen einem als Musikbegeisterten die Tränen. Was für großartige Künstler:innen sind im Laufe von fast 40 Jahren bei diesem Festival schon aufgetreten! Der Verein kann stolz auf diesen Schatz sein. Manche Besucher:innen tragen ihren persönlichen Erfahrungsschatz bis heute tief im Herzen.

In den letzten Jahren gab es allerdings zunehmend Acts, die für mich wenig mit dem, was ich unter diesem Festival lange Zeit verstand, zu tun hatten.

Die afrikanische Musik ging mehr und mehr verloren. Oft kam sie nur noch als „Spurenelement“ vor.

Häufig genug kam sie aus Deutschland, sicherlich gut arrangiert. Bei mir vermochte sie kaum mehr als Anerkennung, keine wirkliche Begeisterung, mehr auszulösen.

Die Marke „Das Original – Africa Festival – International Afro Music Festival“ sah nicht nur ich gefährdet.


Die Locations des 37. Africa Festivals

In diesem Jahr hat sich der Veranstalter aus Kostengründen ausnahmsweise für einen dezentralen Ansatz entschieden.

Die Abendkonzerte fanden von Freitag bis Sonntag im Foyer des CCW statt. Tagsüber konnte man von Samstag bis Montag bei freiem Eintritt die Offene Bühne im Würzburger Rathaushof bzw. diverse Verkaufsstände im Bereich Grafeneckart / Alte Mainbrücke besuchen.

Die „lebenserhaltenden Maßnahmen“ für das Africa Festival haben – liest man die angehängten Pressemitteilungen – tatsächlich irgendwie gegriffen, mich persönlich aber keineswegs überzeugt.

Das Foyer des CCW verfügte zwar über vergleichsweise angenehme klimatische Bedingungen, aber atmosphärisch strahlte das gesamte, auf Zweckmäßigkeit getrimmte, Ambiente die schmucklose Gemütlichkeit des Unterdecks eines Kreuzfahrtschiffes aus, auf dem es sich vor allem Ruheständler:innen gemütlich machten.

Das Publikum ist weitgehend überaltert. Junge Menschen – also Besucher:innen unter 40 Lebensjahren – sieht man nur wenige.

Doch ließ sich die treue Klientel zweifelsohne für die insgesamt sechs Acts an drei Abenden begeistern. Unter fehlendem Applaus litt hier sicherlich keine hier vertretene Künstlerin oder Künstler. Jeder und jede wurde gefeiert.

Den Ansatz, mit den Verkaufsständen in die Stadt umzuziehen, finde ich grundsätzlich gut. Sicherlich hat man auf diese Art und Weise den Würzburger:innen die vielleicht einmalige Chance eingeräumt, endlich wieder kostenlos an dem Festival teilzunehmen.

Ungünstig war allerdings, dass bereits mit dem Aufbau des von mir verpönten Weindorfes begonnen wurde, die ersten Buden schon stehen und damit den Unteren Markt besetzen.

Am Unteren, besser auch noch am Oberen Markt, hätten im Idealfall die Stände des Africa Festivals stehen müssen, die in diesem Jahr am Grafeneckart ihr vorübergehendes Zuhause gefunden hatten.

Dann wäre – rein theoretisch – der Innenhof des Rathauses der Offenen Bühne und deutlich weniger Getränke- und Imbissständen vorbehalten gewesen.

Die von mir am Pfingstmontag vorgefundene Situation im Innenhof des Rathauses konnte mich jedenfalls so nicht überzeugen.

Die Offene Bühne befand sich in der hinteren rechten Ecke des einseitig offenen Hofes, auch noch – aufgrund der Sonne und hohen Temperaturen – von einem übergroßen Sonnenschirm verstellt, so dass man das Geschehen auf der Bühne ohne Verrenkungen kaum verfolgen konnte.

Es war heuer das letzte Africa Festival Würzburg, welches vom Verein Afro Project e.V. ausgerichtet wurde. Das Team Africa Festival wird, so der momentane Stand, die Organisation des jährlichen Festivals übernehmen. Man will offensichtlich künftig wieder an den alten Standort Mainwiesen zurückkehren.


Was ich mir wünschen würde, wenn man mich fragen würde

  • Grundsätzlich mehr Mut bei der Auswahl von Künstler:innen der Offenen Bühne und der Abendkonzerte.
  • Weniger Bands, bei denen die afrikanischen Einflüsse kaum mehr als musikalisches Spurenelement wahrnehmbar sind.
  • Das Festival endlich wieder für Würzburger:innen jeden Alters attraktiv machen.
  • Das Musikzelt fehlt definitiv und sollte künftig wieder ein markanter und exklusiver Ort für das Africa Festival werden.
  • Die zurückliegenden letzten Versuche mit nur einer überdachten Bühne konnten nicht so recht überzeugen.
  • Es braucht wieder Attraktionen für junge Menschen zwischen 20 und 40. Das Havanna-Clubzelt war zwar nie mein Anlaufpunkt, aber sicherlich war es und ist es noch immer geeignet, eine andere Generation auf den Platz zu locken.
  • Fein wäre auch eine Online-Chronik mit Bildern und Textteil samt Line-up der Offenen Bühne und der Abendkonzerte vom ersten Africa Festival Im Stadtteilzentrum Grombühl bis zum letzten im CCW.

Was meines Erachtens nicht nötig ist

  • Das Africa Festival hat über die Jahre hinweg eine Corporate Identity entwickelt, die nur behutsam verändert werden sollte.
  • Das nächste Africa Festival sollte das 38. sein.
  • Es ist nicht nötig, mit einer neuen Zählung anzufangen, nur weil die Ära „Dr. Stefan Oschmann“ nun offensichtlich endet.
  • Es muss schließlich nicht alles neu erfunden werden, eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Africa Festivals Würzburg dürfte oftmals genügen.

Mein persönlicher Dank

Für die Möglichkeit, beim Würzburger Africa Festival über viele Jahre fotografieren zu dürfen, möchte ich mich hier ausdrücklich bedanken. Es hat mir über weite Strecken sehr viel Spaß gemacht. Ich stöbere gerne in den Bildergalerien, erinnern mich dabei an sehr schöne und besondere Momente. Der Umstand, dass ich in den letzten Jahren fast alleine im Fotograben stand, hat mich nicht etwa besonders stolz gemacht, sondern eher traurig gestimmt.


Einige skizzenhafte fotografische Impressionen


Bildergalerien von den Abendkonzerten

Da die Bühne zwar sehr gut ausgeleuchtet war, eine atmosphärische Ausleuchtung aber fehlte, habe ich mich auf klassisches „Schwarzweiß“ besonnen. Vielleicht wird diese Haltung auch der besonderen Situation, quasi als ein retardierendes Moment vor dem Wechsel des Führungsteams beim Africa Festival, gerecht?

Fafa Ruffino
Fafa Ruffino - Africa Festival Würzburg

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Lokua Kanza
20260522 Lokua Kanza Africa Festival Wuerzburg © Gerald Langer 69

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Jahcoustix
jahcoustix

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Made Kuti
made kuti

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Ami Warning
ami warning

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Angélique Kidjo
Angelique Kidjo

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9. Pressemitteilung vom 25.05.2026

Mit einem vielfältigen Musikprogramm, ausverkauften Abendkonzerten und großer Begeisterung für die neue Konzertlocation geht das 37. Internationale Africa Festival am heutigen Pfingstmontag zu Ende. Trotz hochsommerlicher Temperaturen von rund 30 Grad strömten an den vier Festivaltagen nach aktuellen Schätzungen rund 25.000 Besucherinnen und Besucher in die Würzburger Innenstadt, um das umfangreiche Kultur- und Musikangebot zu erleben.

Begeisterung für die neue Location

Die neue Konzertlocation im Congress Centrum Würzburg wurde sehr positiv aufgenommen. Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich begeistert von der angenehmen und klimatisierten Atmosphäre, die gerade bei den sommerlichen Temperaturen für ein entspanntes Konzerterlebnis sorgte.

Auch technisch überzeugte die neue Spielstätte: Dank hervorragender Akustik und moderner Veranstaltungstechnik konnte in allen Bereichen eine einzigartige Klangatmosphäre geschaffen werden.

Vielfältiges Musikprogramm

Das Musikprogramm zeigte die Vielfalt der modernen afrikanischen Musikszene: Von gefühlvollen Klängen und der außergewöhnlichen Stimme von Lokua Kanza über Faffa Ruffino, den modernen Afrobeat-Jazz von Madé Kuti und Acoustic Reggae mit Jahcoustix bis hin zur jungen Afro-Soul-Sängerin Ami Warning bot das Festival zahlreiche musikalische Höhepunkte. Den gefeierten Abschluss bildete der Auftritt von Angélique Kidjo, die das Publikum mit ihrer mitreißenden Bühnenpräsenz begeisterte und zum Tanzen einlud.

Kostenfreies Rahmenprogramm lockte auch neue Besucher

Großen Zuspruch fand auch das kostenfreie Tagesprogramm mit einem Kulturangebot mit Basar, Musik- & Familienprogramm. Dieses lockte nicht nur langjährige Fans des Africa Festivals an, sondern ermöglichte auch vielen neugierigen Besucherinnen und Besuchern einen Zugang zur afrikanischen Kunst und Kultur. Die zahlreichen Essensstände verzeichneten lange Schlangen und zeigten sich ebenso wie die Basarhändler sehr zufrieden mit dem Verlauf des Festivals und den Umsätzen.

© Afro Project e.V.


8. Pressemitteilung vom 23.05.2026

Mit Verantwortung in eine neue Zukunft

Mit der Eröffnung des 37. Internationalen Africa Festivals im Congress Centrum Würzburg begann eine besondere Ausgabe des Festivals zwischen Rückblick und Aufbruch. Oberbürgermeister Martin Heilig sprach von einem Moment, in dem sich „ein Kreis schließt“, da bereits das erste Africa Festival einst als Indoor Veranstaltung begonnen hatte.

In seiner Rede würdigte der Oberbürgermeister vor allem das Lebenswerk von Festivalgründer Dr. Stefan Oschmann. Er habe das Africa Festival „erfunden“, „konsequent nach vorne getrieben“ und über Jahrzehnte „mit wahnsinnig viel Herzblut gegen Widerstände und Widrigkeiten“ getragen. Als Zeichen der Anerkennung überreichte der Oberbürgermeister ihm die Medaille des Oberbürgermeisters für sein Lebenswerk.

Zugleich betonte Heilig, dass das Festival nun von einem erfahrenen Team langjähriger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitergeführt werden soll.

Oschmann selbst sprach von „jüngeren und dennoch erfahrenen Händen“, in die das Festival nun übergehe. Die bisherigen Bereichsleiter hätten in den vergangenen Jahren bereits viel Verantwortung übernommen und auch schwierige Situationen wie die Hochwasserkatastrophe gemeinsam gemeistert.

Das Africa Festival steht seit Jahrzehnten für kulturellen Austausch, Weltoffenheit und Vielfalt. „Hier in Würzburg geht es weltoffen zu und jegliche Form von Ausgrenzung, von Diskriminierung, von Hetze ist bei uns nicht willkommen.“ Würzburg werde durch das Festival „noch bunter und noch vielfältiger“, so Heilig.

Abendkonzerte zum Auftakt ein voller Erfolg

Die ersten beiden Abendkonzerte des 37. Internationalen Africa Festivals am vergangenen Freitag wurden vom Publikum begeistert aufgenommen.

Fafa Ruffino eröffnete mit modernen Afroklängen, kraftvoller Stimme und Rhythmen aus Benin. Gemeinsam mit ihrer Band brachte sie viel Energie und große Nähe zum Publikum in das Foyer des Congress Centrum.

Im Anschluss präsentierte Lokua Kanza ein musikalisch ruhigeres, aber zugleich intensives Konzert. Der Musiker aus Kinshasa, der bereits 1994 zum ersten Mal beim Africa Festival auftrat und international unter anderem mit Miriam Makeba zusammenarbeitete, überzeugte mit feinem Gitarrenspiel und seiner markanten Stimme. Es war bereits sein 10. Auftritt beim Africa Festival in Würzburg.

Beide Konzerte sorgten für eine besondere Atmosphäre und machten den Auftakt des Abendprogramms zu einem vollen Erfolg.

Würzburgs Innenstadt wird zur Konzertbühne

Zum langen Pfingstwochenende startet nun auch das umfangreiche, kostenfreie Tagesprogramm des 37. Internationalen Africa Festivals. In der Innenstadt, rund um den Rathausplatz und den Rathausinnenhof erwartet die Besucherinnen und Besucher an den kommenden drei Tagen ein vielfältiges Kulturprogramm mit afrikanischem Basar mit Kunsthandwerk, Gastronomie, eine Straßenparade, Tanz und Perkussion aus Senegal und Ghana, sowie Mitmachangeboten für Kinder und Familien. Ergänzt wird das Programm am Abend durch Partystimmung zur „Blauen Stunde“ mit DJs in besonderer Atmosphäre vor dem Rathaus.

Ein weiteres Highlight ist der Besuch des Königs Bansah aus Ghana, der sowohl Samstag als auch Sonntag im Rathausinnenhof vom Leben eines Königs in Afrika berichtet.

Parallel dazu stehen noch zwei Konzertabende im Congress Centrum auf dem Programm. Nach dem Auftritt von Ami Warning am Sonntagabend folgt mit Angélique Kidjo das große Finale des diesjährigen Festivals. Die Sängerin aus Benin zählt seit Jahrzehnten zu den bedeutendsten Stimmen afrikanischer Musik, wurde mehrfach mit dem Grammy ausgezeichnet und ist dem Würzburger Africa Festival seit vielen Jahren eng verbunden.

Restkarten für alle Konzertabende sind täglich ab 19:30 Uhr an der Abendkasse des CCW, Eingang B am Mainkai, erhältlich.

© Afro Project e.V.


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