Wolvespirit: Free (Sounds)


WolveSpirit | Free
WolveSpirit | Free

WolveSpirit

Titel: Free
Label: Spirit Stone Records
Vertrieb: www.cargo-records.de
VÖ: 5. Juni 2015


Tracklist

1. I Am Free
2. Shining (with Mark Slaughter)
3. Let Me Live
4. Into The Mirror
5. Angelman
6. Moonlight
7. My Best Friend
8. Wild Woman
9. This Is Love (with Mark Slaughter)
10. Time Lord
11. Spirit In My Soul
12. Sometimes
13. Mercy


Line-Up

Debbie Craft (Donna McCain)  – Leadvocals
Rio Eberlein – E-Guitars, Acoustic Guitars and Bass Guitar, backing vocals
Oliver Eberlein – Organ, backing vocals
Andreas Hofmann – Bass
Raphael Pfeiffer – Drums

Rezension (Album)

10/12


Hülle und Inhalt von Tonträgern korrespondieren im Idealfall miteinander. Die im unterfränkischen Kleinrinderfeld ansässige Band WolveSpirit legt von Beginn an erkennbar großen Wert auf diese Korrelation. Für das hippieske Corporate Design zeichnet wiederum Sängerin Debbie Craft zusammen mit Ebonize Design – dahinter verbirgt sich Bassist Andreas Hofmann – verantwortlich.

Überhaupt legt das Quintett großen Wert auf Authentizität, um im Kontext einer an sich längst vergangenen Zeit mit ganz besonderen Lebensgefühl – speziell an der amerikanischen Westküste – wahrgenommen zu werden.

Summer Of Love

„If you’re going to San Francisco, be sure to wear some flowers in your hair……..”, sang  Scott McKenzie und hat damit dem damaligen Zeitgeist passende Worte und eine wunderbar weiche Melodie geschenkt, während  sich die Amerikaner in den Vietnamkrieg involvieren liessen.

Der Summer Of Love im Jahre 1967 läutete schnell das vorläufige Ende der amerikanischen, überwiegend juvenilen, Gegenkulturbewegung ein. Flower-Power wurde gesellschaftsfähig, Teil der Massenkultur und damit auch von der Werbung absorbiert. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere noch an Charles Wilp‘s Slogan: „sexy-mini-super-flower-pop-op-cola – alles ist in Afri-Cola“.

Aus einem Lebensgefühl und einer kollektiven Sehnsucht wurde mehr und mehr Mode und Life-Style. Diesen Prozess der marktwirtschaftlichen Vereinnahmung in der westlichen Welt konnten auch die großen Festivals in Monterey (1967) und Woodstock (1969) dann nicht mehr aufhalten.

Die Geschichte von WolveSpirit

Die Geschichte von WolveSpirit ist bei weitem jünger, die Bandmitglieder natürlich ebenso. 2009 haben sie sich gefunden, im Jahre 2011 ihr Debütalbum „Spirit Metal“ vorgelegt, dem 2013 „Dreamcatcher“ als in der Presse weithin gelobtes Album folgte.

Klangen WolveSpirit schon damals nicht nach den Mamas & Papas, sondern mehr nach Janis Joplin & The Holding Company mit allen möglichen assoziativen Elementen aus dem Fundus der Doors und anderer musikalischer Legenden dieser Ära, rocken sie nun – abermals unter Regie des Produzenten und Mixers Michael Wagner – noch eine Spur mehr.

Bei „Shining“ und „This Is Love“ greift gesanglich unterstützend der US-Amerikaner Mark Allen Slaughter, Gründungsmitglied der nach ihm benannten Hard-Rock-Band, ein.

Insofern darf man das aktuelle Album von WolveSpirit als einen weiteren Schritt in Richtung Heavy-Psychedelic-Hard-Rock sehen. Ein Prozess, der sich dennoch nicht in einem bloßen Herbeiträumen von nur scheinbar guten vergangenen Zeiten erschöpft.

WolveSpirit spielen sich mit „Free“ wiederum souverän, dabei auch frech Black Sabbath’s Paranoid bei Angelman zitierend, in die Classic-Rock-Liga international etablierter Stone-Rocker vom Schlage der Queens Of the Stone Age oder gar von Monster Magnet.

Debbie Craft – die Stimme macht’s

So famos WolveSpirit als Kollektiv auch spielt, die besondere Note wird der Band auch weiterhin mit der leidenschaftlichen und Blues getränkten Stimme der gebürtigen Amerikanerin Debbie Craft (aka Donna McCain) verliehen.

Insofern muss man am Ende feststellen, dass die Unterfranken ihrem Baby im Hinblick auf die Verpackung zwar nochmals das Blümchenkleid übergestreift haben, inhaltlich den „Wolf aber stellenweise noch etwas lauter und härter heulen lassen“ als bisher. Die eigene musikalische Entwicklung wird so „mit Schmackes“ weiter vorangetrieben. Das wirklich hübsche Cover-Design ist somit mehr „Retro“ als der musikalische Gehalt, der bei stehendem Hörgenuss aus jeder Beinbekleidung eine – selbstverständlich – bügelfaltenfreie Schlaghose macht.

Psychedelic Rock aus Unterfranken

WolveSpirit bieten mit „Free“ zeitlose Rockmusik, die auch im Hinblick auf ihre Instrumentierung – Gitarre, Bass, Schlagzeug und Keyboards – ihre Wurzeln keineswegs verleugnet, aber aufgrund des kompositorischen Talentes der Bandmitglieder, des nach wie vor herrschenden Teamgeistes und der druckvollen Produktion durch Michael Wagener auch jüngere Zuhörer als die Generation der 1950er und 1960er Jahrgänge finden sollte.

© Gerald Langer


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