U2: Songs Of Surrender [4-CD-Deluxe-Edition] (Sounds)


u2
© U2 – Songs Of Surrender_Island_Interscope_Albumcover_2023

U2

Album: Songs Of Surrender
V.Ö.: 17.03.2023
Label/Vertrieb: Island/Interscope
Format: CD, Vinyl, Digital
Website: https://www.u2.com/


Tracklist

CD 1 – The Edge
1. One
2. Where The Streets Have No Name
3. Stories For Boys
4. 11 O’Clock Tick Tock
5. Out Of Control
6. Beautiful Day
7. Bad
8. Every Breaking Wave
9. Walk On (Ukraine)
10. Pride (In The Name Of Love)

CD 2 – Larry
1. Who’s Gonna Ride Your Wild Horses
2. Get Out Of Your Own Way
3. Stuck In A Moment You Can’t Get Out Of
4. Red Hill Mining Town
5. Ordinary Love
6. Sometimes You Can’t Make It On Your Own
7. Invisible
8. Dirty Day
9. The Miracle Of Joey Ramone
10. City Of Blinding Lights

CD 3 – Adam
1. Vertigo
2. I Still Haven’t Found What I’m Looking For
3. Electrical Storm
4. The Fly
5. If God Will Send His Angels
6. Desire
7. Until The End Of The World
8. Song For Someone
9. All I Want Is You
10. Peace On Earth

CD 4 – Bono
1. With Or Without You
2. Stay
3. Sunday Bloody Sunday
4. Lights Of Home
5. Cedarwood Road
6. I Will Follow
7. Two Hearts Beat As One
8. Miracle Drug
9. The Little Things That Give You Away
10. 40


Line-Up

Bono – vocals
The Edge – vocals, guitars, piano, keys
Adam Clayton – bass guitar
Larry Mullen Jr. – drums, percussion


Credits

Music – U2
Lyrics – Bono, Thhe Edge
Produced by The Edge
Production by Bob Ezrin
Additional Production by Duncan Stewart, Declan Gaffney, Richard Rayney


Rezension

Eigentlich wollte ich mich zu U2’s Compilation „Songs Of Surrender“ nach Erscheinen gar nicht weiter äußern. Wie viele andere Hörer:innen und Fans der irischen Band war ich nach dem Durchhören der 40 Titel auf einem von mir vorzugsweise genutzten Streamingdienst zunächst enttäuscht, regelrecht gelangweilt.

Verheerende Rezensionen der „Fachpresse“, begleitet von noch mehr vernichtenden Urteilen der Anhänger:innen der fast seit einem halben Jahrhundert tätigen Superband, schlugen bisher genau in diese Kerbe.

Die sukzessive Vorabveröffentlichung neuer Versionen von „Pride (In The Name Of Love), „With Or Without You“, „One“ und „Beautiful Day“ zu Beginn des Jahres war nicht wirkungslos, hatte auch bei mir enstprechend hohe Erwartungshaltungen geweckt.

Mittlerweile habe ich mir die 4-CD-Deluxe-Version des Albums dennoch gegönnt und mich mit diesem Projekt, das in den beiden letzten Jahren gereift ist und auf diverse „Song-Experimente“ von the Edge und das Buch „Surrender: Bono Autobiography: 40 Songs, One Story“ zurückgeht, ausgesöhnt.

Ich komme auch jetzt nicht zu dem Ergebnis, dass diese „Songs Of Surrender“ essentiell, über jeden Zweifel und jede Kritik erhaben sind.


Mit dieser Sammlung an neuinterpretierten Evergreens aus dem eigenen Backkatalog machen sich U2 bewusst verwundbar.

Der Pathos, der diese Band mit Frontmann Bono einst groß gemacht und ihre Gegner gleichermaßen genervt hat, ist auf den 40 ausgewählten Songs nur noch als Spurenelement vorhanden.

Dennoch wäre es unzutreffend, von saft- und kraftlos dargebotenen Lagerfeuervarianten geschätzter U2-Klassiker zu sprechen.

Diese Band kann es sich schlichtweg leisten, dem hohen Erwartungsdruck ihrer weltweiten Fanbase mit einer sehr sublimen Präsentation ihres üppigen Songbooks zu begegnen. Die Aufnahmequalität der Songs selbst ist vorzüglich.

Auch bin ich nach wie vor guter Dinge, dass U2 nochmals ein probates Album mit neuen Songs präsentieren werden.

Befremdlicher finde ich es, dass U2 ab Ende September 2023 das MSG Sphere, nicht nur das derzeit weltgrößte Kugelbauwerk, sondern auch eine Eventhalle mit einem Fassungsvermögen von rund 17.000 Personen im dekadenten Las Vegas an mehreren Abenden mit ihrer mehrteiligen Show „U2 UV Achtung Baby Live At The Sphere“ bespielen werden.

Derartig spektakuläre Aktionen sind vielmehr geeignet, unsere Musikhelden als überaus profitorientiert zu entlarven.

Machen wir uns aber nichts vor:

U2 sind eben nicht nur eine nach wie vor sehr erfolgreiche Band aus Dublin, sondern ein seit Jahrzehnten äußerst erfolgreiches Unternehmen des internationalen Rockbusiness.

Die Bandmitglieder fahren eben nicht Trabi, wie es das Artwork des herausragenden Albums „Achtung Baby“ 1991 möglicherweise noch Glauben machen konnte.

Der Rock’n’Roll hat längst seine Unschuld verloren. Nicht nur wegen U2. Gestehen wir es uns endlich ein!

© Gerald Langer


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