Sonar – Static Motion (Sounds)

Review (Album)


Sonar - Static Motion (2014)
Sonar – Static Motion (2014)

Sonar – Static Motion
VÖ: 21.01.2014
Label: Cuneiform
Format: CD


Tracklist

01 Static Motion
02 Twofold Covering
03 Landslide
04 Shadow Play
05 Tryptych
06 Continuum
07 Tranceportation
08 Zero Tolerance
09 Vertical Time


Line-Up

Stephan Thelen, Gitarre
Bernhard Wagner, Gitarre
Christian Kuntner, Bassgitarre
Manuel Pasquinelle, Schlagzeug


Credits


Diskografie


Tour

Rezension

Mit Static Motion legt die Schweizer Formation Sonar nach A Flaw Of Nature ihr mittlerweile zweites Album vor.

Mit sparsamer Instrumentierung und feinster Technik in den Ocean Sound Recording Studios auf dem Eiland Giske, einer kleinen Insel an der Westküste Norwegens aufgenommen, hat das Quartett aus Zürich ein nicht nur außerordentlich ambitioniertes, sondern ein in jeder Hinsicht überzeugendes Album in gerade einmal vier Tagen bereits im Frühjahr 2013 eingespielt.

Die Kompositionen stammen allesamt von Stephan Thelen. Geboren in den USA, Mathematikdozent, Gitarrist mit einer unüberhörbaren Prägung auch durch Robert Fripp (King Crimson), bei dem er bereits in den späten 1980er und zu Beginn der 1990er Jahren einige Workshops besucht hat, steht Thelen mit Sonar für einen wohltuenden polyrhythmischen Minimalismus.

Das Hörerlebnis

Das Grundthema, einmal gehört, will unseren Gehörgang nicht mehr verlassen und wird kurzweilig in 3 x 3 Soundmustern sauberst durch dekliniert. Nicht umsonst heisst der zentrale Albumtitel, die No. 5, Triptych. 

Das Hörerlebnis kann man mit dem langsamen und vorsichtigen Aufklappen der beiden Seitenteile eines Tryptychons durchaus vergleichen, bei dem nach und nach das bestimmende zentrale Bild freigelegt wird und nach visuellem, hier nach hörbarem Genuss, anschließend wieder vorsichtig zugeklappt wird.

Vorneweg, das dem Album den Namen gebende und prägende Static Motion, welches die beiden Gitarren von Stephan Thelen und Bernhard Wagner, den elektrischen Bass von Christian Kuttner und das von zart bis satt spielende Schlagzeug von Manuel Pasquinelli sauber im Raum verortet.

Die Musik von Sonar ist allein schon aufgrund der anderen beruflichen Tätigkeiten ihrer Protagonisten zwangsläufig (auch) Mathematik, schafft dabei hörbar Architektur und bewegt sich dort außerordentlich dizipliniert. Statik (Static) und Bewegung (Motion), Symmetrie und Präzision bestimmen durchweg den Aufbau ihres beinahe siebzigminütigen Longplayers.

Schmucklos, von jeglichem überflüssigen improvisatorischen Ballast befreit, greift auf Static Motion ein Zahnrädchen in das andere, wie im sprichwörtlichen Schweizer Uhrwerk

Es ist Musik für gebaute, archaische „Kunsträume“, insbesondere aber für Zuhörer, die gerne in Nischen blicken. Sonar sind ein packendes, uns auf eine musikalische Reise mitnehmendes und unsere Sinne schärfendes Experiment.

Sie entwickeln Kopfmusik, die man – meine Empfehlung –  am besten auch mit Kopfhörer und unbedingt ungestört am Stück hören und bloss nicht nebenbei konsumieren sollte. Das wäre schlicht und ergreifend Frevel.

© Gerald Langer


Last Updated on 04/09/2022 by mr.music-on-net

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