Nazareth: Posthalle Würzburg 2014 (Live)

Nazareth

Datum: 26.11.2014
Venue: Posthalle Würzburg
Show: Rock’n Roll Telephone Tour 2014
Autor/Fotograf: Gerald Langer


Line-Up Nazareth

Linton Osborne – Vocals
Pete Agnew – Bass
Jimmy Murrison – Guitar
Lee Agnew – Drums


Setlist | Nazareth

Silver Dollar Forger
Sleep Talker
When The Lights Come Down
Rock’n Roll Telephone
Razamanaz
Miss Misery
My White Bicycle
Dear John
Turn On Your Receiver
Radio
Bad Bad Boy
Shanghai’d In Shanghai
Hearts Grown
Cold
Holiday
Beggars Day (Crazy Horse cover)
One Set Of Bones
This Flight Tonight (Joni Mitchell Cover)
Broken Down Angel

Zugaben:

Hair Of The dog
Love Hurts (The Everly Brothers Cover)
Expect No Mercy

Konzertbericht

This Flight Tonight und viele andere Hits

Würzburg (music-on-net) – Weihnachten 1973 ging für mich ein Wunsch in Erfüllung. Das Album „Razamanaz“ der Schottenrocker Nazareth lag unter dem Weihnachtsbaum. Mein erster Dual-Schallplattenspieler verspürte vinylen Heißhunger und brauchte Futter. Meinfavourite track – damals wie heute – Alcatraz, Song No. 2 auf Seite A.

Generation 50 plus

Über vierzig Jahre später stehe ich mit der Generation 50 plus in der Würzburger Posthalle und warte auf die Helden meiner juvenilen Musikhörerleidenschaft. Eigentlich steht nur noch ein Held von Nazareth auf der Bühne. Pete Agnew, der Bassist. Dan McCafferty, der die Songs mit seiner Stimme über 45 Jahre prägte, ist im August 2013 aus gesundheitlichen Gründen ausgestiegen, Drummer Darrell Sweet ist bereits im April 1998 an einer Herzattacke verstorben. Lee Agnew, Sohn des Bassisten, trommelt seit 1999 in der väterlichen Rock-Kapelle. Gitarrist Michael Carlton, ebenfalls Gründungsmitglied,  hatte aufgrund von Differenzen über die künstlerische Orientierung die Band schon 1990 verlassen.

Die kurze Phase als Stadionrocker haben Nazareth seit dreißig Jahren hinter sich gelassen, eine doch recht stattliche Fangemeinde können sie noch immer hinter sich versammeln. So haben sich in der Posthalle heute Abend geschätzte 250 bis 300 Besucher eingefunden, die allesamt keinen unglücklichen Eindruck machen, im Gegenteil.

Nazareth ohne Dan McCafferty

Über 100 Minuten Hardrock mit balladesken Einlagen, überwiegend „Loud’n‘Proud“ präsentiert, fliegen uns um die Ohren. Die Verstärkeranlage ist wahrlich nicht durchgehend gut ausgesteuert.

Dafür ist Sänger Linton Osborne über sehr weite Strecken ein durchaus passabler Ersatz für Dan McCafferty, wenngleich ich ihn mir den Schotten in mancher Songpassage durchaus zurückwünschen würde. Voller Leidenschaft spielt Gitarrist Jimmy Murrison, dessen blonde Strähnen sein Gesicht kaum freigeben wollen.

Das Erbgut zahlreicher Album-Veröffentlichungen der „alten“ Nazareth ist somit in guten Händen. Die letzte Albumveröffentlichung „Rock’n Roll Telephone“ wird in das Set integriert, spürbar mehr Begeisterung lösen aber die Songs der 1970er Jahre aus. Und da gibt es heute einiges, mir dennoch zu wenig. Denn auf Alcatraz warte ich bis Punkt 22:00 vergeblich.

Mit „Expect No Mercy“ geht das Konzert nach drei Zugaben zu Ende.

Nachsicht hat die Band sicherlich heute wieder einmal seitens ihrer Fans erfahren. Das kollektive Erinnern an die lange zurückliegende Jugendzeit kann manches Mal noch stärker sein als der Auftritt einer damals sehr angesagten Band. Damit hat das musikalische Vermächtnis von Nazareth nach all den Jahrzehnten noch immer eine beachtliche Relevanz in der Rockmusikszene.

Soweit hatte ich als Vierzehnjähriger unter dem Weihnachtsbaum wahrlich nicht gedacht. Neben Razamanaz lag dort auch die Single Angie (mit dem barbusigen Cover) von den Rolling Stones. Deren Geschichte ist zwar populärer, aber musikalisch sind sie – sind wir mal ehrlich – seit Jahren keineswegs bedeutsamer als Nazareth.


Nazareth in der Würzburger Posthalle am 26. November 2014 © Gerald Langer
Nazareth in der Würzburger Posthalle am 26. November 2014 © Gerald Langer


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