Moriarty: Epitaph (Sounds)


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Moriarty – Epitaph

Moriarty

Titel:Epitaph
VÖ: 8. Mai 2015
Label: Air Rytmo
Vertrieb: Broken Silence
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Tracklist

When I Ride
Reverse (Anger)
History of Violence
Long Live the (D)Evil
Za Milena J.
Diamonds Never Die
Ginger Joe
May Be a Little Lie
Across from My Window
G.I. Jesus
Back in Town
Fire Fire
Long Is The Night

Meine Hörtipps sind fett gedruckt!


Line-Up

Arthur Moriarty – Gitarre, Klavier, Harmonium
Zim Moriarty – Gitarren (und Artwork sowie Fotos)
Vincent Moriarty – Kontrabass, E-Bass
Rosemary Moriarty – Gesang, Xylophon, Kazoo
Éric Moriarty – Percussion
Tom Moriarty – Mundharmonika


Tour

10.06.2015 – D-Köln, Kulturkirche
11.06.2015 – D-Hamburg, Fabrik
13.06.2015 – D-Leipzig, UT Connewitz
14.06.2015 – D-Frankfurt, Brotfabrik
15.06.2015 – D-München, Kranhalle
16.06.2015 – D-Karlsruhe, Tollhaus

Konzertbüro Hugsam: www.konzertbuero.com

Rezension (Album)

10/12


Die Band Moriarty sorgt mit ihrem aktuellen Album Epitaph für gepflegte Entschleunigung

Vor zwanzig Jahren begann die gemeinsame „Familiengeschichte“ von fünf ambitionierten Künstlern aus Frankreich, den USA, der Schweiz und aus Vietnam. Im Jahre 1999 wurde dann Sängerin Rosemary Standley in diesen illustren Zirkel aufgenommen. Heute ist gerade ihre klare Stimme aus den Songs der Band nicht mehr wegzudenken.

Familiengeschichte deshalb, weil alle Bandmitglieder im Line-Up unter ein und demselben Nachnamen firmieren – Moriarty. Genau wie Dean Moriarty, Hauptfigur aus Jack Kerouacs Roman „On The Road“ – Unterwegs. Dieser Roman war Jahre später unter anderem ein wichtiger Impuls für das Roadmovie Easy Rider und für zahlreiche Songs bekannter Künstler von den Prog-Rockern King Crimson bis hin zu den Kölsch-Rockern BAP.

Zurück zu den franco-amerikanischen Bohemiens

Erst im Jahre 2007 erschien ihr Debütalbum „Gee Whiz But This Is A Lonesome Town“. Nach zwölf Jahren das erste Album – gut Ding will eben Weile haben und eine Plattenfirma, die Nischenmusik – wenn auch sehr qualitätvolle – dann auch veröffentlicht!

Leicht machen es die Band dem Zuhörer, der ihrer Musik erstmalig auf Tonträger begegnet, wahrlich nicht. Die spontane Begeisterung will sich bei mir partout nicht einstellen. Auch nicht nach dem zweiten Durchhören. Was tun? Das Album beiseite legen und einfach schweigen? Ich verspüre irgendwie den Drang, weiter in das Werk von Moriarty einsteigen zu müssen. Ich möchte das hässliche Wort „Streaming-Dienst“ am liebsten gar nicht in den Mund nehmen. Hier hat mir aber gerade ein solcher Anbieter geholfen, schnellstmöglich auf die übrigen Alben der Band zugreifen zu können. Dieser Schritt war für mich als „Neuling“ notwendig, um die besondere Musikalität des Sextetts einigermaßen begreifen zu können.

Das frappierende Ergebnis dieser unkomplizierten Gesamtschau

Egal ob „Gee Whiz But This Is A Lonesome Town“ (2007), „The Missing Room“ (2011), „Fugitives“ (2014) und jetzt „Epitaph“. Allesamt Alben, die in ihrer Instrumentierung manchmal an Tom Waits erinnern, wobei die knarzige Stimme von Thomas Alan Waits durch die sehr viel gefälligere Stimme Rosemary Standley aka Moriarty ersetzt wird. Damit aber nicht genug. Klingen die Alben von Moriarty im Stream und analog gewandelt allesamt schon ausgezeichnet, kann man sich leicht vorstellen, wie die unkomprimierte Datei, besser noch das Vinyl erschallen mag. In Sachen High Fidelity sind die Aufnahmen fast ausnahmslos den Waits’chen Werken überlegen. Ich darf das behaupten, ist meine Sammlung an Tonträgern vom verehrten Tom Waits nahezu lückenlos.

Moriarty feilen nunmehr seit Jahren sehr konsequent am eigenen Konzept der Kammermusik, die sich munter an Country-, (Irish-) Folk-, Rock- und Blueselementen vergreift. Dieses akustische Gebräu mit Kontrabass, Klavier, Mundharmonika, Xylophon, Banjo und Gitarren ist alles andere als gefällig, aber wenn sich dann der Ohrenkitzel eingestellt hat, kann man fast nicht mehr davon lassen. Insofern haben sie auch mit dem aktuellen „Epitaph“ ein sehr wirkungsvolles und unseren Gehörgängen Heil bringendes Suchtmittel im Gepäck, wenn sie in der nächsten Woche in Deutschland auf Tour gehen.

Mein Tipp zum Einstieg

Den Opener When I Ride starten, sich auf den Song konzentrieren und zuhören, wie nach und nach Bass, E-Gitarre, Stimme und Banjo ins Spiel kommen. Fantastisch!

Auch die Hörkunst ist verschiedentlich anstrengend, doch wenn man sich mit ihr auseinandersetzt, ist der Genuss am Schluss häufig umso nachhaltiger. 

© Gerald Langer


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