Electro. Von Kraftwerk bis Techno

Ankündigung und Vorbericht


Eine Ausstellung des Musée de la Musique – Philharmonie de Paris, produziert und adaptiert in Zusammenarbeit mit dem Kunstpalast.

Ausstellungsort:
KUNSTPALAST
Ehrenhof 4-5
40479 Düsseldorf

Zeitraum:
09.12.2021 – 15.05.2022

Der Kunstpalast präsentiert seine erste große Ausstellung zum Thema Musik.

Vernissage exposition „Electro“, philharmonie de Paris le 8 avril 2019

Jean Michel Jarres virtuelles Studio
Ausstellungsansicht
Musée de la musique, Philharmonie de Paris, 2019
© Gil Lefauconnier
Courtesy Musée de la musique, Philharmonie de Paris

Erstmals stellt ein Museum in Deutschland die über 100-jährige Geschichte der elektronischen Musik und ihrer Verbindungen zur Kunst so umfangreich dar. In über 500 teils interaktiven Exponaten werden multiperspektivisch die unter dem Begriff „elektronische Musik“ gebündelten Musikrichtungen beleuchtet.

Gezeigt werden Instrumente, selbstgebaute Klangerzeuger, Fotografien, Audioeinspielungen, Videos und Grafikdesign. Das Spektrum der Schau reicht von den ersten zukunftweisenden elektronischen Musikinstrumenten aus dem frühen 20. Jahrhundert bis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der zeitgenössischen elektronischen Klangproduktion. Neue Musikströmungen wie Detroit Techno, Chicago House und Hip-Hop aus den 1980er Jahren finden ebenso ihren
akustischen und fotokünstlerischen Widerhall wie die in 1990er Jahren aufkommende Rave-Kultur. Die spektakuläre Inszenierung des Gesamtwerks des 1970 von Ralf Hütter und Florian Schneider in Düsseldorf gegründeten Multimedia-Projekts Kraftwerk bildet einen Höhepunkt der von der Kunststiftung NRW und den Stadtwerken Düsseldorf geförderten Ausstellung im Kunstpalast.

Electro. Von Kraftwerk bis Techno lädt ein, die spannende und vielverzweigte Geschichte der elektronischen Musik zu entdecken. Ob das 1926 in Paris entwickelte elektronische, berührungsfrei zu spielende Musikinstrument Croix Sonore, Karlheinz Stockhausens Experimente aus den 1960er Jahren im Kölner Studio für elektronische Musik oder der seit den 1970er Jahren dargebotene Sound-Kosmos der Mensch-Maschine Kraftwerk – der Parcours lenkt Augen und Ohren auf bedeutende Protagonist*innen und seltene Artefakte der elektronischen Musik.

„Mit dem im Kunstpalast integrierten Konzertsaal gehören Musikveranstaltungen zum festen Angebot unseres Hauses. Nun widmen wir der Kunstform Musik erstmals eine eigene Ausstellung.“, betont Felix Krämer, Generaldirektor Kunstpalast. „Wir beleuchten die Geschichte und Wechselbeziehung von elektronischer Musik und Kunst. Eine bedeutende Position nimmt das von den Elektro-Pionieren Ralf Hütter und Florian Schneider in ihrem Kling-Klang-Studio in Düsseldorf gegründete Projekt Kraftwerk ein. Ihre akustisch-bildnerisch-performativen Bühnenshows sowie ihr Ausloten technischer Möglichkeiten in der Musik waren wegweisend.“, so Krämer weiter. „Ich freue mich umso mehr, dass wir gemeinsam mit Kraftwerk-Mitgründer Ralf Hütter diese spektakuläre Ausstellung im Kunstpalast realisieren.“

Die Zusammenschau so unterschiedlicher Künste wie Musik, Video, Fotografie, Design und Grafik in einer Ausstellung ist ein Novum im Kunstpalast. Dem Publikum öffnet sich in der Schau ein breites mediales Panorama für die audiovisuelle Reflektion der ästhetischen Klangwelten elektronischer Musik.

„Electro. Von Kraftwerk bis Techno ist keine Ausstellung über Musik, sondern vielmehr eine musikalische Ausstellung, in der es darum geht, die Verbindungen zwischen elektronischer Musik und künstlerischer Produktion wie z. B. Grafikdesign, Digitaler Kunst, Fotografie, Performance und Video zu zeigen“, sagt Ausstellungskurator Jean-Yves Leloup. „Wir ermöglichen dem Publikum eine immersive Erfahrung, die an die Stimmung von Euphorie und Gemeinschaft in Clubs, Raves und Festivals erinnert.“

Die bereits in Paris und London gezeigte Ausstellung wurde für die Präsentation in Düsseldorf weiterentwickelt. Im Kunstpalast bildet das legendäre und bis heute weltweit einflussreiche Mulitmedia-Projekt Kraftwerk einen Schwerpunkt der Präsentation. Die Besucher*innen treffen auf Fotografien, Plattencover, historische Musikinstrumente, Lichtskulpturen 12345678 sowie die Roboterfiguren der Düsseldorfer Elektro-Pioniere.

KRAFTWERK 3D Der Katalog 1 2 3 4 5 6 7 8 Kunstsammlung NRW Düsseldorf 2013

Kraftwerk
Der Katalog– 1 2 3 4 5 6 7 8
Roboter
3D Konzert
K20, Kunstsammlung NRW, Düsseldorf
2013
© Peter Boettcher
Courtesy Sprüth Magers

Der Künstler Andreas Gursky, jahrelanger Wegbegleiter der Techno-Szene, präsentiert Fotografien seiner May Day Reihe sowie eine monumentale Aufnahme des legendären Frankfurter Cocoon Clubs von Sven Väth und eine neue Fotoarbeit, die am Rande des Düsseldorfer Techno-Festivals Connect entstanden ist und das Covermotiv des neuen Albums von DJ Solomun bildet.

„Ich freue mich, dass die Ausstellung die wichtige Rolle von Kraftwerk, aber auch das im WDR angesiedelte Studio für elektronische Musik in Köln hervorhebt“, sagt Andrea Firmenich, Generalsekretärin Kunststiftung NRW. „Damit wird die Bedeutung des Rheinlands für die internationale Entwicklung dieses bis heute lebendigen Musikgenres deutlich.“

„Legendäre Clubs wie Ratinger Hof oder Creamcheese, aber auch die Kunstakademie und der Salon des Amateurs waren oder sind bis heute pulsierende Orte in Düsseldorf für Veranstaltungen mit elektronischer Musik“, bemerkt Manfred Abrahams, Vorstand der Stadtwerke Düsseldorf. „Und wer je ein Konzert mit der berühmten Gruppe Kraftwerk erlebt hat“, so Abrahams weiter, „hat ein Gesamtkunstwerk sehen und hören können“.

„Die Sehnsucht nach langen Tanznächten im Club, sommerlichen Raves und dem Gefühl der Verbundenheit und Freiheit in der tanzenden Menge war nie größer als heute”, betont Alain Bieber, Co-Kurator der Ausstellung. „Bunte Kostüme, verrücktes Make-up und Masken – die Szene setzt sich für einen toleranten und gleichberechtigten Umgang miteinander ein. Und dank der LGBTQ-Bewegung wurde die elektronische Musik zu einem Ort, an dem gesellschaftliche Herkunft oder sexuelle Orientierung keine Rolle mehr spielt.“

Die Ausstellung ist eine Hommage an die revolutionären Technologien in der Musik und für das Publikum zugleich ein kollektiver Erlebnisraum. Die Besucher*innen treffen im Kunstpalast auf selten oder noch nie gezeigte Arbeiten, Filme und Sound-Installationen. So konzipierte beispielsweise Jean-Michel Jarre aus seiner persönlichen Sammlung seltener Synthesizer für die Schau ein „imaginäres Studio“.

Folgende Musiker*innen, Designer*innen und Künstler*innen sind unter anderen in der Ausstellung vertreten:

1024 Architecture, Daft Punk, Agnes Dahan, Laurent Garnier, Andreas Gursky, Haqq, Jean-Michel Jarre, Jacob Khrist, Kraftwerk, Christian Marclay, Mouse on Mars, Tina Paul, Bruno Peinado, Marie Staggat-Bazille, Karlheinz Stockhausen, Gisèle Vienne und Sasha Waltz.

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Eine Ausstellung des Musée de la Musique – Philharmonie de Paris, produziert und adaptiert in Zusammenarbeit mit dem Kunstpalast. Die Düsseldorfer Schau entstand in enger Zusammenarbeit mit Ralf Hütter.

Kuratoren der Ausstellung sind Alain Bieber, Künstlerischer Leiter NRW-Forum, und Jean-Yves Leloup, Musée de la musique – Philharmonie de Paris.

Zur Ausstellung erscheint ein ca. 100 Seiten umfassender Katalog mit zahlreichen Abbildungen, mit einem Vorwort von Felix Krämer und Texten von Alain Bieber, Louis Chude-Sokei, Laurent Garnier, Jean-Yves Leloup, Johann Merrich und Anna Schürmer.

Gefördert wird die Ausstellung von den Stadtwerken Düsseldorf und der Kunststiftung NRW.

Kraftwerk – The Catalogue 1 2 3 4 5 6 7 8 Tate Modern

Kraftwerk
Der Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8
Die Mensch-Maschine
3D Konzert
Tate Modern, London 2013
© Peter Boettcher
Courtesy Sprüth Magers


Pressetext © Kunstpalast (Düsseldorf)