Beck: Ride Lonesome (2026)

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Beck

Album: Ride Lonesome
VÖ: 18.09.2026
Format: Vinyl, CD, digitaler Download oder Stream
Label/Vertrieb: Columbia
Internet: https://www.beck.com



Rezension

Beck Hansen, geboren als Bek David Campbell am 8. Juli 1970 in Los Angeles, ist ein US-amerikanischer Singer-Songwriter, Multiinstrumentalist und Produzent.

Aufgewachsen in einer künstlerischen Familie – sein Vater David Campbell war Arrangeur und Komponist, seine Mutter Bibbe Hansen visuelle Künstlerin – entwickelte Beck früh ein breites musikalisches Spektrum, das von Hip-Hop über Folk bis zu Elektronika und Psychedelia reicht.

Seinen Durchbruch erlebte er 1994 mit der Single „Loser“ aus dem Album Mellow Gold, die ihn über Nacht zu einer Ikone des Alternative Rock machte. In den folgenden Jahren etablierte er sich als stilistischer Grenzgänger mit wegweisenden Werken wie Odelay (1996), Mutations (1998) und Midnite Vultures (1999). Nach einer persönlichen Krise entstand im Jahre 2002 Sea Change, ein introspektives Folkrock-Album, das heute als eines seiner besten gilt.

2014 kehrte der Künstler mit Morning Phase zu einem akustisch-orchestralen Sound zurück und gewann bei den Grammy Awards 2015 überraschend die Kategorie „Album of the Year“. Er zählt zu den vielseitigsten Künstlern seiner Generation.

Hyperspace (2019) war Becks 14. Studioalbum und entstand größtenteils in Zusammenarbeit mit Pharrell Williams. Das Album verbindet psychedelischen Pop mit minimalistischen Beats. Die etwas glatte Produktion polarisierte allerdings bei ihrer Veröffentlichung etwas.

Mit „Ride Lonesome“ meldet sich Beck nach sieben Jahren zurück und liefert ein introspektives Folkrock-Album, das stilistisch nahtlos an die Meisterwerke Sea Change (2002) und Morning Phase (2014) anschließt.

Produziert hat Beck das Werk selbst, während Nigel Godrich für das Mixing verantwortlich zeichnet – eine Zusammenarbeit, die bereits bei früheren Alben für eine reiche, warme Klangästhetik sorgte.

Das Album besticht durch seine sorgfältig arrangierte Kammerpop-Ästhetik, getragen von akustischen Gitarren und dezenten Streichern.

Beck wird dabei von seiner langjährigen Kernband unterstützt, darunter Smokey Hormel (Gitarre), Justin Meldal-Johnsen (Bass), Roger Joseph Manning Jr. (Keyboards) und Joey Waronker (Schlagzeug) – jene Musiker, die auch bei Sea Change und Morning Phase maßgeblich beteiligt waren. Diese personelle Kontinuität verleiht dem Album eine vertraute Intimität.

Textlich bewegt sich „Ride Lonesome“ im Spannungsfeld von Verlust, Einsamkeit und langsamer Heilung. Der Titelsong setzt den Ton für eine Suite von zwölf Tracks, die über weite Strecken melancholisch, aber nicht hoffnungslos wirken.

In Stücken wie „Run Away“ oder „In the Night“ verbindet Beck bittere Reflexion mit sanften Melodien, während die abschließenden Tracks „If You Don’t Know What Love Is“ und „Beyond the Light“ wie ein emotionaler Befreiungsschlag wirken.

Insgesamt ein würdiger Abschluss einer emotionalen Trilogie, wenn man dieses Album in den Kontext von Sea Change und Morning Phase setzt.

„Ride Lonesome“ ist somit gewiss kein Album für laute Partys, sondern eher für stille Nächte und nachdenkliche Momente. Es bestätigt Becks Fähigkeit, persönliche Krisen in zeitlose Songs zu verwandeln und darf – ohne Übertreibung – als ein weiterer Höhepunkt seiner bisher mehr als dreißigjährigen Karriere gefeiert werden.

Ein Album, von der Spielzeit nicht zu kurz und nicht zu lang, in das man sich so richtig hineinfallen lassen kann, ohne das Gefühl zu bekommen, den einen oder anderen Song überspringen zu müssen.

Der Sound ist zudem exzellent.

© Gerald Langer


Tracklist

„Ride Lonesome“ – 4:27
„Run Away“ – 3:39
„In the Night“ – 2:58
„Failed Words“ – 3:32
„Bleed“ – 3:17
„Disappearing Act“ – 2:59
„For Your Love“ – 3:24
„Slow Canyon“ – 4:22
„It Ends Right Here“ – 2:56
„Falling Through My Hands“ – 4:33
„If You Don’t Know What Love Is“ – 5:45
„Beyond the Light“ – 5:33


Line-up

  • Beck Hansen – Gesang (alle Tracks), Background-Gesang, akustische & elektrische Gitarre, Synthesizer, Piano, Bass, Harmonika, Glockenspiel, Keyboards
  • Roger Joseph Manning Jr. – Keyboards, Piano, Synthesizer, Orgel, Background-Gesang
  • Justin Meldal-Johnsen – Bassgitarre
  • Smokey Hormel – Gitarre, E-Gitarre, Slide-Gitarre, akustische Gitarre
  • Joey Waronker – Schlagzeug, Percussion
  • Jason Falkner – Gitarre, E-Gitarre, Piano, Synthesizer, Background-Gesang

Gäste

  • Stephanie Bennett – Harfe
  • Blake Mills – akustische Gitarre
  • Charlie Tyler, Jacob Braun, Paula Hochhalter, Eric Byers – Cello
  • Allen Fogle – Horn
  • Alma Fernandez, Jonathan Moerschel, Benjamin Jacobson – Viola
  • Sara Parkins, Tammy Hatwan – Violine
  • Thomas Harte, Stanley Clarke – Kontrabass
  • David Greenbaum – Synthesizer

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