PROGRAMM 2020/2021 – Blues-Club Baden-Baden

Ankündigung und Vorbericht.
Blues-Club Baden-Baden – Das Programm der Saison 2020/2021
20 Jahre – Das Jubiläumsprogramm – Pressekonferenz


Wen lädt man zu einen runden Geburtstag ein, zum Beispiel zum Zwanzigsten? Natürlich die alten besten Freunde, mit denen man zusammen groß geworden ist. Ein paar von den Nachbarn, klar. Und ein paar, mit denen man es in den letzten Jahren als Teenager so richtig hat krachen lassen. Ungefähr so in der Art setzt sich das Programm des Blues-Clubs Baden-Baden in der Jubiläums-Saison 2020/21 zusammen.

Henrik Freischlader eröffnet den Reigen am 26.9. – das ist quasi der Sandkasten-Kumpel, dessen steile Karriere ihn nie davon abgehalten hat, immer wieder nach Baden-Baden zurück zu kehren. Seine Musik ist immer noch so handgemacht wie vor 15 Jahren. Nur mittlerweile auf höchstem Niveau.

17.10. Big Daddy Wilson ist mehr so der Schulfreund, der einem auch öfter über den Weg läuft. Ein mächtiger souliger funky Blues-Man wie aus dem Bilderbuch, hat er den Blues aber erst in Deutschland kennengelernt, wo er nach seiner GI-Zeit in Hamburg hängengeblieben ist. Und wenn er dann zu seiner einsaitigen Cigar-box-Gitarre greift …

Jimmy Cornett kommt auch aus Hamburg. Das wäre jetzt die aufregende neue Bekanntschaft, mit der man in der großen Stadt um die Häuser gezogen ist. Jimmy und seine Deadman haben vor zwei Jahren ein phänomenales Gitarrenfeuerwerk in Lichtental abgebrannt. Cornett kommt dabei selbst mit der Akustik-Gitarre gegen wie wilden Soli seines jungen Leadgitarristen an. 7.11.

Tin Pan Alley machen den Abschluss in 2020 am 19.12. Sie sind gute Nachbarn aus der Pfalz und hatten vor einigen Jahren als einzige Band zwei Konzerte direkt nacheinander. Die letzte Saison abgeschlossen und die nächste Saison eröffnet. Mit geiler Stimme und Harp, einer sensationellen Leadguitar plus noch eine Hammerstimme dazu.

Am 23.1. geht es im neuen Jahr weiter mit einem Blues-Club-Debütanten für eine neue Erfahrung. Danny Bryant bringt aus England eine ganze Big Band mit – man darf gespannt sein, was da durch den Saal weht.

20.2.: Rozedale sind auch neuere Bekannte aus der Nachbarschaft – mit den Elsässern Amandyn Roses und Charlie Fabert hat man letzten Januar gewaltig Party gemacht, als sie noch Rosedale hießen.. Atemberaubende Stimme, unglaublich Gitarrensoli und von den Drums wackelt die Bühne heute noch – mal sehen, ob das umgedrehte S den Abend noch mehr auf Zack bringt.

Dave Keller ist der Brieffreund aus Amerika, um bei dem Gedankenspiel zu bleiben. In den USA ist er ein Juwel der Blues-Szene, nun streckt er seine Fühler in die alte Welt aus, in dem er um die Einladung in den Blues-Club eine Europa-Tour herumbastelt. Zu hören am 13.3.

Der 27.3. wird dann ein Heimspiel für Jim Kahr & Band. Der Baden-Badener ist oft im Löwen zu Gast – im Publikum. Im März wird er erstmals die Seiten wechseln und seinen melodischen Blues auf die Bühne bringen.

Richtung Saisonende geht es dann mit sehr guten alten Bekannten nochmal richtig zur Sache: Für den 17.4. sagt der Wetterbericht einen schwarzen Wirbelsturm aus dem Norden voraus. Der Däne Thorbjörn Risager & The Black Tornados werden zum vierten Mal mit prägnantem Bluesrock, unverwechselbarer Stimme und neuem Album im Gepäck Baden-Baden dem Erdboden gleichmachen.

Etwas harmonischer wird es zum krönenenden Abschluss am 8.5. mit Ainsley Lister, dafür dreht der smarte Engländer den Regler gerne Richtung Anschlag. Auch er ein stetiger Begleiter seit 2005, der sich auch von einem Gipsbein nicht abhalten ließ, den Löwensaal zu rocken.

Aber vielleicht gibt es im nächsten Jahr dann gar keine richtige Sommerpause. Der Club plant im Juni oder Juli ein kleines feines Festival hinter dem Saal mit mehreren Bands – ein kleiner Ersatz dafür, dass die Saison-Eröffnung der letzten Jahre nicht Open-air auf dem Schafberg stattfinden konnte. Drücken wir die Daumen.

Falls wir dann noch Kraft haben zum Drücken – da ist ja noch dieses klitzekleine Corona-Problem, wegen dem wir schon jetzt feste drücken müssen, damit das gut gefüllte Programm so überhaupt durchgezogen werden kann…an Klaus Hartmann und den Mitstreitern vom Club wird es jedenfalls nicht liegen: „Das Hygienekonzept steht, alle Bands sind gebucht – gut, für den Engländer und den Amerikaner könnte es natürlich noch das Einreiseproblem geben, das muss man dann sehen. Aber Freischlader kommt und es sind schon 80 von 120 Tickets verkauft.“

Das ist das Limit an erhältlichen Online-Karten, worin auch wieder zwei Plätze für die Kulturloge enthalten sind: Freikarten, auf die sich Bedürftige bewerben können, die sonst nicht die Möglichkeit hätten, ein Konzert zu besuchen. Dazu kommen noch die Mitglieder des Clubs, die durch ihren Beitrag alle Konzerte kostenlos besuchen können. Doch auch hier wurde limitiert, nur 30 sind frei, die anderen müssen sich in die 120 regulären Tickets einreihen.

Und damit das Ganze auch risikolos funktioniert, gibt es nur feste Sitzplätze mit Bedienung, Einbahnstraße hinein in den Saal und hinaus, sowie eine eigens installierte Lüftungsanlage, die es an Leistung locker mit Sound- und Lichtanlage aufnehmen kann.

Also, Stecker rein und alle Knöpfe auf 10 …!


Für weitere Details: https://www.blues-club-baden-baden.de/


Bilder und Text © Jörg Neuner

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