Manfred Mann
Titel: Mannthology
Formate: Vinyl, CD, Digital, Stream
VÖ: 18.03.2022
Label/Vertrieb: Creature
Homepage: https://www.manfredmann.co.uk
Rezension
Mannthology: 50 Jahre Earth Band auf Vinyl
Die erste Begegnung mit Manfred Mann’s Earth Band hatte ich unmittelbar nach Erscheinen des Albums Solar Fire Ende 1973. Ein Schulfreund hatte dieses Werk erworben und unsere achte Klasse lauschte dem Album am Ende des Musikunterrichtes.
Ich war als Teenager komplett begeistert. Father Of Day, Father Of Night ist nach wie vor eines meiner Lieblingsstücke, vor allem in der epischen Länge von fast 10 Minuten auf Solar Fire.
Das weitgehende Fehlen der zum Teil ausufernden Songs, wie man sie von den frühen Alben der Earth Band kennt, waren über viele Jahre der Grund, warum ich mit der Anschaffung der Box lange Zeit gehadert habe.
Ihren Inhalt hatte ich dann doch mehrfach gestreamt und mich am Ende – eher emotional – zum Kauf des Vinyls entschieden.
Mannthology – 50 Years Of Manfred Mann’s Earth Band 1971–2021 ist eine der gelungensten Jubiläums-Kompilationen der letzten Jahre.
Die Box versammelt 66 Titel – von den großen Hits über seltene Single- und Promo-Versionen bis zu bislang unveröffentlichten Aufnahmen – und erzählt dabei nicht nur eine Bandgeschichte, sondern die Entwicklung eines eigenwilligen, stilistisch wandlungsfähigen Katalogs, der über 50 Jahre entstanden ist.
Die Stärke der Box
Was diese Mannthology von üblichen Best-of-Alben unterscheidet, ist die kuratorische Raffinesse, die hier zur Anwendung kam.
Statt einfach Album-Highlights aneinanderzureihen, setzt sie konsequent auf Single-Versionen, Radio- und 12-Zoll-Mixe, B-Seiten und Raritäten. Gerade bei Manfred Mann’s Earth Band ist das ein Gewinn, denn ihre Songs lebten oft in mehreren Fassungen – vom kompakten Radiohit bis zur ausufernden Album- oder Live-Version.
Der Bogen spannt sich von frühen Interpretationen wie „Living Without You“ und „Please Mrs. Henry“ über Prog-Rock-Monumente wie „Father Of Day, Father Of Night“ bis zu „Blinded By The Light“, „Davy’s On The Road Again“, „Runner“ und „Demolition Man“.
Dass Manfred Mann dabei Fremdmaterial von Bob Dylan, Bruce Springsteen oder Randy Newman nicht bloß coverte, sondern im Hinblick auf bis dato bekannte Arrangements klanglich vollständig in seine eigene Sprache übersetzte, kann man hier an vielen Stellen eindrucksvoll nachhören.
Klang und Aufmachung
Die LPs erscheinen auf 180-Gramm-Vinyl; die Zusammenstellung wurde von Peter J. Reynolds remastert, die Projektrecherche und Kompilation verantwortete Nigel Stanworth.
Das große Earbook enthält zahlreiche Fotos, eine ausführliche Bandbiografie und detaillierte Track-Informationen; ergänzt werden die Platten durch eine über 100-minütige Dokumentation sowie einen Livemitschnitt der Baloise Session 2017, beides jeweils auf DVD. Hinzu kommt eine Slipmat mit dem Bandlogo.
Fazit
Mannthology ist eben keine bloße Jubiläumsverpackung, sondern eine überzeugend zusammengestellte Reise durch fünf Jahrzehnte Musikgeschichte. Musikalisch vielfältig, historisch informativ und vor allem vinyltauglich aufbereitet. Nahezu keine Knackser habe ich bei den absolut plan liegenden Langspielplatten hören können.
Für Einsteiger ist sie ein idealer Einstieg in das Werk von Manfred Mann’s Earth Band; für langjährige Hörer vor allem wegen der seltenen Fassungen, unveröffentlichten Tracks und der hochwertigen Buchausstattung ein echtes Sammlerstück.
Ich möchte dieses üppige Paket jedenfalls nicht mehr missen.
Manfred Mann Live

Tracklist – 6 LPs
LP 1
- Blinded By The Light (UK 7″ Single)
- For You (UK 7″ Single)
- Ashes To The Wind (Unreleased Single Version)
- Third World Service (German Single)
- California (UK 7″ Single)
- It’s All Over Now, Baby Blue (US 7″ Single)
- I’m Up And I’m Leaving
- Summer In The City
- Pleasure And Pain (European CD Single)
- Get Your Rocks Off (7″ Version)
- Going Underground (7″ Version)
- I (Who Have Nothing)[^1_1]
LP 2
- You Angel You (UK 7″ Single)
- Meat (UK EP Promo Version)
- Man In Jam
- Be Not Too Hard (UK 7″ Single)
- Davy’s On The Road Again (UK 7″ Single)
- Joybringer (UK 7″ Single)
- Mardi Gras Day (US Promo Single)
- Demons & Dragons (Single Edit)
- Geronimo’s Cadillac (UK 7″ Single)
- Father Of Day, Father Of Night (UK 7″ Single)
- Mighty Quinn (from Mann Alive)
- Rebel (7″ Version)
- Spirits In The Night (US 7″ Single)[^1_1]
LP 3
- A Fool I Am
- Questions
- Angels At My Gate (Norwegian Single)
- Tribal Statistics
- Living Without You
- Nothing Ever Happens (Radio Mix)
- Wardream
- Demolition Man (UK 7″ Single)
- Don’t Kill It Carol (UK 7″ Single)
- Spirits In The Night (Extended US 7″ Single)
- Ned Kelly (Unreleased B-Side)[^1_1]
LP 4
- Who Are The Mystery Kids (Norwegian Single)
- Sikelele I (7″ Version)
- Mrs Henry (UK 7″ Single)
- Medicine Song (Remix)
- Eyes Of Nostradamus (7″ Version)
- Do Anything You Wanna Do (7″ Version)
- Holiday’s End
- Tumbling Ball (Radio Mix)
- Lies (Through The 80s) (UK 7″ Single)
- Footprints (En Aranjuez Con Tu Amor)
- Redemption Song (UK 7″ Single)
- Runner (UK 7″ Single)[^1_1]
LP 5
- Davy’s On The Road Again (Budapest Live, UK 7″ Single)
- Mighty Quinn (UK 7″ Single)
- California Coastline (Unreleased US Single)
- Pleasure And Pain (Radio Mix)
- Eyes Of Nostradamus (12″ Version)
- Cloudy Eyes (US B-Side)
- Runner (12″ US LP-Version)
- Nothing Ever Happens (TV Mix)
- Going Underground (12″ Version)
- Geronimo’s Cadillac (Extended German 12″ Version)[^1_1]
LP 6
- Two Friends (From Mars & Saturn)
- Sikelele I (12″ Version)
- Pleasure And Pain (Alternative Mix)
- Tribute (Unfaded B-Side)
- Tumbling Ball (Alternative Version)
- Please Mrs Henry (US 7″ Single)
- All Through The Night
- Do Anything You Wanna Do (Alternate 12″ Version)[^1_1]
- Wishing For Blue Sky 08:12
- Does The Shade Choose Who To Comfort? 06:26
- Two Magpies 05:15
- Memorise Your Senses 07:00
- Dark Edges 05:36
- Keeping You Awake 05:30
- I Buried All The Answers 06:20
- Spirit Of Place 04:26
Line-Up
- Manfred Mann – Keyboards, Gesang
- Mick Rogers – Gitarre, Gesang
- Chris Thompson – Gitarre, Gesang
- Dave Flett – Gitarre
- Colin Pattenden – Bass
- Pat King – Bass
- Chris Slade – Schlagzeug
- John Lingwood – Schlagzeug
- Noel McCalla – Gesang
Credits und Produktion
- Kompilation und Recherche: Nigel Stanworth
- Remastering: Peter J. Reynolds
- Executive Producer: Steve Fernie
- Art Direction und Design: Luke Weall