Lambchop
Album: Punching The Clown
VÖ: 21.08.2026
Format: Vinyl, CD, digitaler Download oder Steam
Label/Vertrieb: City Slang
Internet: https://www.lambchop.net
Inhaltsverzeichnis
Rezension
Lambchop: „Punching the Clown“ – ein hymnisches Americana-Album über Amerika, Verlust und Hoffnung
Lambchops siebzehntes Album „Punching the Clown“ darf man gewiss zu den stärksten Arbeiten von Kurt Wagner in den letzten Jahren zählen. Ein intimes, chorgetragenes Americana-Werk, das zwischen zerbrechlicher Melancholie und kollektiver Wärme oszilliert.
Sound und Produktion
Produziert von Ryan Olson und in nur drei Tagen im April Base (Justin Vernons Studio in Wisconsin) aufgenommen, setzt das Album auf eine reduzierte, aber ausdrucksstarke Palette aus akustischer Gitarre, Banjo (gespielt von Vernon) und einem sechsstimmigen Chor, der fast durchgehend als tragendes Element dient.
Das Ergebnis ist ein hymnischer, fast sakraler Sound, der Wagners charakteristisch fragile, sprechgesangnahe Stimme in einen größeren, gemeinschaftlichen Kontext stellt.
Texte und Themen
Lyrisch bewegt sich „Punching the Clown“ in typisch Lambchop-Manier zwischen persönlicher Reflexion und gesellschaftspolitischen Seitenhieben. Titel wie „Andrew Jackson Asshat“ oder „White People“ zeigen Wagners ungemütliche, aber poetische Auseinandersetzung mit US-Geschichte und Identität, während Stücke wie „Weakened“ oder „Stella“ eher intropektive, verletzliche Momente einfangen.
Der Gesang wirkt dabei oft wie eine direkte Ansprache – nahbar, aber zugleich mehrdeutig und rätselhaft.
Highlights und Gesamteindruck
Besonders hervorzuheben sind das eröffnende „Just West Of Nicollet“ mit seinem überraschenden Hip-Hop-Einschub, das warme „Weakened“ sowie das subtil melodische „The New World Wave“.
Insgesamt gelingt es Lambchop, eine seltene Balance zu finden zwischen experimenteller Freiheit, roots-orientierter Authentizität und einer fast liturgischen Schönheit.
„Punching the Clown“ ist erneut kein lautes, aber uns mehr ein nachhallendes Album, ein Werk, das beim wiederholten Hören immer tiefer eindringt und Lambchops Status als eine der eigenwilligsten Stimmen des US-Indie bestärkt. In bewegten Zeiten wie diesen ist es Balsam für die Seele und ein Signal, dass in den USA eben nicht alle – bis auf die US-Adminsitration – von der Rolle sind und sich ihrer Wurzeln besinnen.
Und ich bekomme gerade eben Lust, an mein Regal zu treten und einige der älteren Alben dieses phänomenalen Singer und Songwriters herauszuziehen.
© Gerald Langer

Mehr Bilder von Lambchop beim Hafensommer Würzburg 2017
Tracklist
- Just West Of Nicollet
- A Doctor In The House
- Weakened
- Stella
- Punching The Clown
- White People
- The New World Wave
- Andrew Jackson Asshat
- Afterburner
- Cigar
- To Do
- No Chicago
Line-up
London Choir
Soprano – Ailsa Campbell, Imogen Parry
Mezzo – Molly Noon, Lydia Wonham
Alto – Christopher Wardle, Stephanie Dillon
Tenor – Euan Williamson, Oscar Golden-Lee
Baritone – Oli Martin-Smith, Jamie Wright
Bass – Tom Hartley, Johnny Howard
Eau Claire Vocal Sextet
Soprano – Andrea Haines
Mezzo – Chelsea Helm
Alto – Blake Morgan
Tenor – Paul Rudoi
Baritone – Samuel Green
Bass – Chris Foss
Choir director and arranger: Blake Morgan
Andrew Broder guitar
Kurt Wagner vocal
Justin Vernon banjo
Randall Throckmorton vocal all songs
Isaac Levy bass song 5
Cole Davis bass song 4
Tanner Anderson hurdy gurdy songs 1, 7
L A Buckner castanets song 3
Credits
Songs 1, 2, 3, 4, 5, 7, 8, 12 written by
Kurt Wagner (BMI) Pathetic Hindsight Music
Andrew Broder (ASCAP) Broderism Music
Songs 6, 9, 10, 11 written by
Kurt Wagner (BMI) Pathetic Hindsight Music
Recorded and Mixed by Mark Nevers
April Base August 25, 26, 27, 2025
London November 17, 2025
Pawley’s Island December 15, 16 2025
Cover Waterfall Photo Graham Tolbert
Sleeve photos copyright Ingo Pertramer
Minneapolis Underpass Photo Ryan Olson
Design New Formalists