Kraan
Album: All In
VÖ: 17.04.2026
Label/Vertrieb: 36music / Bassball Recordings / Brokensilence
Internet: Homepage
Inhaltsverzeichnis
Rezension
Kraan gelingt mit All In ein Album, das die lange Geschichte der Band nach über einem halben Jahrhundert nicht etwa museal konserviert, sondern außerordentlich lebendig weiterschreibt.
Diese Platte ist ein souveränes Statement einer Band, die ihren Sound über Jahrzehnte geschärft hat und ihn nun gereift mit Gelassenheit, Groove und einer spürbaren Freude an der Popgeschichte der Jahrtausendwende, die sie ein stückweit mitgeprägt hat, ihrem Publikum präsentiert.
Der Albumtitel ist hier quasi Programm.
All In wirkt eben nicht wie ein gediegenes Spätwerk, sondern ist ein höchst lebendiges Bekenntnis zur noch immer währenden künstlerischen Kreativität des Trios mit Peter Wolbrandt, Jan Friede und Hellmut Hattler.
Dass Kraan seit einigen Jahren der junge Martin Kasper an den Keyboards nicht nur auf der Bühne, sondern eben auch bei den letzten Studioproduktionen zur Seite steht, darf man als Glücksgriff bezeichnen.

Die Kraaniche setzen gemeinsam auf das, was sie seit jeher stark macht:
Federnde Rhythmen, melodische Klarheit, jazzrockige Momente und ihr unverwechselbare Zusammenspiel. Alle kommunizieren miteinander, obwohl es dem Vernehmen nach kaum mehr klassische gemeinsame Studiomomente gibt, die Tracks vom jeweiligen „Ideen- und Impulsgeber“ in die Runde gegeben und Schicht um Schicht instrumental angereichert werden.
Kraan hat hörbar Lust darauf, den eigenen Kosmos auch nach 55 Jahren immer noch mit neuen Farben zu erweitern.

Die Musik wirkt dabei eingängig, leichtfüßig, aber nie banal oder gar belanglos.
Der Opener „Petunha“ setzt dafür den idealen Grundton. Als einzige gemeinsame Komposition von Hellmut Hattler und Peter Wolbrandt steht der Track sinnbildlich für das, was Kraan heute ausmacht.
Ein eingespieltes Bandgefühl, das aus jahrzehntelanger Praxis kommt, aber immer noch spontan und frisch zu klingen vermag.
Peter Wolbrandt war bei diesem Album häufig der Impulsgeber, Hellmut Hattler hatte dafür das letzte Kraan Studioalbum Zoup (2023) maßgeblich geprägt.
Herausragend, wie entspannt die Band ihre Virtuosität einsetzt. Kraan müssen niemandem mehr etwas beweisen und einige Bühnenauftritte sind für dieses jahr schließlich auch noch geplant. Man darf gespannt sein, wie die neuen Tracks in die aktuellen Setlists eingefügt werden.
Sound und Drive, sowie das Sequencing dieses Albums ist über jeden Zweifel erhaben. Es nimmt den Hörer mit auf einen mindestens 45-minütigen Trip, der dabei auch noch gute Laune verbreitet. In Zeiten, die denen man medial eigentlich überwiegend schlechte Nachrichten präsentiert bekommt, ist dieses Album eine der besten und harmlosesten Drogen, die man konsumieren kann.
Die Stücke lassen Luft, sind nicht überproduziert. Die Grooves atmen und selbst komplexere harmonische Wendungen werden so integriert, dass sie dem Fluss der Songs dienen. Technische Klasse war bei der Band ohnenhin nie Selbstzweck, Erfahrung und Raffinesse sind weiterhin ihr kreativer Motor.
Wer die Band für ihre Mischung aus Fusion, Lockerheit und melodischer Eleganz schätzt, bekommt hier ein Werk, das gleichermaßen vertraut und dennoch erstaunlich frisch klingt.
Es geht hier wirklich um alles, was Kraan ausmacht. Nicht als Rückblick, sondern als selbstbewusste Momentaufnahme einer Band, die auch nach 55 Jahren noch energiegeladen, detailreich und eigenständig klingt.
All In ist somit alles andere als ein Eintopf, sondern ein Festmahl in elf bzw. zwölf Gängen.
Guten Appetit und wohl bekomm’s!
Insofern: „Press Play“!
© Gerald Langer
„Da ist alles drin ist, was die Band ausmacht“
Hellmut Hattler

Pressetext
Fusion Rock mit Haltung, Groove und Wiedererkennungswert: Kraan stehen seit über fünf Jahrzehnten für virtuose Spielfreude, zeitlose Coolness und einen unverwechselbaren Sound zwischen Rock, Jazz, Funk und Psychedelic. Die legendäre Band beweist einmal mehr, dass musikalische Relevanz kein Alter kennt. Mit ungebrochener Kreativität und souveräner Lässigkeit melden sie sich zurück. Und zeigen eindrucksvoll, warum ihr Name bis heute Gewicht hat.
Seit ihrer Gründung 1971 in Ulm sind Kraan eine feste Größe und eine echte Institution der deutschen Rockszene. Kaum eine andere Band hat es geschafft, über Jahrzehnte hinweg eine derart eigenständige musikalische Sprache zu entwickeln – und sie kontinuierlich weiterzudenken. Im Zentrum steht dabei das einzigartige Zusammenspiel starker musikalischer Persönlichkeiten: Ausnahmebassist Hellmut Hattler, Gitarrist Peter Wolbrandt und Schlagzeuger Jan Fride bilden das kreative Kraftfeld, aus dem dieser charakteristische Kraan-Sound entsteht. Fünf Jahrzehnte gemeinsamer musikalischer Praxis haben eine Tiefe, Präzision und intuitive Kommunikation hervorgebracht, die man nicht planen kann – man hört sie.
Auch nach dem Tod des langjährigen Keyboarders Ingo Bischof im Jahr 2019 blieb Kraan nicht stehen. Im Gegenteil: Als Kern-Trio öffnete sich die Band neuen Impulsen, ohne ihre Identität zu verlieren. Der junge Gast-Keyboarder Martin Kasper fügt sich organisch ein und erweitert den Sound um eine schwebende, moderne Note. Kraan waren nie Nostalgieverwalter, sondern stets Suchende – mit Respekt vor der eigenen Geschichte, aber immer mit dem Blick nach vorn. Genau darin liegt ihre anhaltende Relevanz: Niemand sonst klingt wie Kraan. Mit dem neuen Studioalbum „All In“, nur zweieinhalb Jahre nach „Zoup“, setzt die Band dieses Selbstverständnis konsequent fort.
Zwölf neue Kompositionen verbinden raffinierte Grooves, melodische Klarheit und elektrische Spannung zu einem Werk, das vertraut wirkt und zugleich frisch überrascht. Besonders prägend ist Peter Wolbrandts kompositorischer Beitrag: Seine Pop-Affinität, stilistische Offenheit und spielerische Leichtigkeit bringen neue Farben ins Kraan-Universum, ohne den ikonischen Stil zu verwässern.
„All In“ ist ein Album voller Haltung, Spielfreude und musikalischer Klasse – alles drin, was Kraan ausmacht.
© Mosaik Music Promotion
Line Up
Hellmut Hattler Bass
Peter Wolbrandt Gitarre
Jan Fride Schlagzeug
Martin Kasper Keyboards
Tracklist
01. Petunha
02. Tadpole
03. Press Play
04. Over The Moon
05. Sonderfahrt
06. Braunfels
07. Terzer Roller
08. Loblied
09. Nacht In Den Helder 10. Auf Weiter Flur
11. Sehr gerne (nur digital / CD)
12. All In
Edited, mixed and mastered by Juergen Schlachter.
Produced by Kraan
Kraan auf Tour 2026
18.04.2026: Karlsruhe, NCO Club
15.05.2026: Traunstein, Café Festung
16.05.2026: München, Alte Kongresshalle – The Ancestry Progfest
25.05.2026: Ulm, Ulmer Zelt
08.08.2026: Finkenbach Festival
17.09.2026: Bonn, Harmonie