Joo Kraus
Album: Alchemy
Format: CD, Vinyl, digital
VÖ: 02.10.2026
Label/Vertrieb: frimfram
Website: https://www.jookraus.com
Rezension
Alchemy – Kunst der Verwandlung und Veredelung
Der Titel Alchemy verweist auf die Kunst, auch scheinbar zunächst unvereinbare Elemente in etwas Neues zu verwandeln.
Genau das passiert im und mit dem Quartett um Joo Kraus.
Erfahrung, Vertrauen und musikalische Neugier verbinden sich zu einem warmen, zugleich energiegeladenen Sound.
Das mir persönlich etwas nüchtern geratene Albumcover greift diese Idee anhand eines Paares Laborhandschuhen mit verlängerten Stulpen bildlich auf. So vermeintlich steril geht es dann auf dem Album doch nicht ab, ganz im Gegenteil.
Alchemy ist weniger Rückblick als Ausblick auf einen stets im Wandel begriffenen Künstler, weniger fertiges Rezept als fortwährender musikalischer Prozess. Die Musik oszilliert zwischen Jazz, Groove und lässt dabei dem Hörer spontan erscheinende Interaktionen zu.
Alchemy und der Ensembleklang
Mit Alchemy schlägt Joo Kraus ein neues Kapitel auf.
Das kürzlich veröffentlichte Album ist mitnichten ein nostalgischer Rückblick auf seine lange Karriere, sondern ein ausgesprochen gegenwartsbezogenes Statement.
Gemeinsam mit Ralf Schmid am Piano, Veit Hübner am Bass und Torsten Krill am Schlagzeug verwandelt Kraus musikalische Erfahrung, gegenseitiges Vertrauen und spontane Einfälle in einen groovenden Ensembleklang.
Joo Kraus, der im November seinen 60. Geburtstag feiert, präsentiert sich auf Alchemy nicht als Musiker, der sein Lebenswerk absichern möchte. Vielmehr sucht er weiterhin das Risiko des offenen Moments.
Nichts klingt übermäßig poliert oder vorweg konzeptionell festgelegt. Die Musik lebt von Reaktion, Bewegung und dem hörbaren Vergnügen, das vier bestens miteinander vertraute Musiker aneinander haben.
Im Zentrum steht Kraus’ Trompetenspiel, das zwischen kraftvoller Artikulation und lyrischer Zurückhaltung changiert. Seine Linien führen nicht bloß durch die Stücke, sondern treten in einen permanenten Dialog mit Schmid, Hübner und Krill. Piano, Bass und Schlagzeug bilden dabei kein neutrales Begleitgerüst. Sie kommentieren, verdichten und verschieben die Musik fortwährend.
So treffen komplexe rhythmische Strukturen auf unmittelbare Zugänglichkeit, während jazzige Offenheit mit Pop-Instinkt und Funk-Energie verbunden wird.
Tab Two: Eine wichtige Zwischenstation für Joo Kraus
Eine wichtige musikbiografische Phase bildet zweifellos Kraus’ Arbeit mit Tab Two.
Gemeinsam mit dem Bassisten Hellmut Hattler gründete er das legendäre Duo 1991 und etablierte damit eine eigenwillige Verbindung aus Jazz, Hip-Hop, Funk und elektronischen Produktionsmitteln.
Tab Two integrierte programmierte Rhythmen und Effekte in ein ungewöhnlich reduziertes Format. Tourneen durch Europa, Asien und die USA sowie mehrere German Jazz Awards unterstrichen seine Bedeutung.
Alchemy klingt nun weniger nach der Präzision von Tab Two. Dennoch ist dessen Erbe spürbar. In der rhythmischen Aufmerksamkeit, in der Lust an Wiederholung und Verschiebung sowie in der Bereitschaft, Jazz nicht als abgeschlossenes Idiom zu behandeln.
Wo Tab Two einst Trompete, Bass und Elektronik auf engstem Raum verdichtete, setzt Alchemy auf die organische Dynamik eines akustischen Quartetts. Die Elektronik ist nicht verschwunden, aber sie steht nicht mehr im Vordergrund. Entscheidend ist hier die Interaktion im Format eines Quartetts.
Alchemy als weiteres Cross-Over-Projekt
Alchemy bündelt seine vielfältigen Erfahrungen seiner Soloalben und Kollaborationen, ohne sie lediglich zu wiederholen. Es besitzt die Offenheit seiner Crossover-Projekte.
Joo Kraus blickt zurück, um daraus neue Beweglichkeit zu gewinnen. Die besondere Stärke von Alchemy liegt in der Balance zwischen Komposition und spontaner Erfindung. Wir hören einem Ensemble zu, das seine jahrzehntelange Erfahrung nicht zur Schau stellt, sondern bei jedem Takt neugierig nach Neuem bleibt.
Anschaulich wird die Spannweite des Albums in seinen insgesamt elf kurzweiligen Tracks bei knapp 43 Minuten Laufzeit.
Das Fundament für „live“ möglicherweise etwas weiter ausholende Interpretationen der neuen Songs ist gesetzt.
Und am 22.11.2026: „Happy Birthday“, Joo Kraus!

Pressemitteilung vom 21.08.2026
Pünktlich zu seinem 60. Geburtstag veröffentlicht Joo Kraus am 2. Oktober 2026 sein neues Album „Alchemy“ (frimfram) – und richtet den Blick dabei alles andere als zurück. Gemeinsam mit seinen langjährigen Freunden und musikalischen Weggefährten Ralf Schmid, Veit Hübner und Torsten Krill schafft Kraus aus jahrzehntelangem Vertrauen einen warmen, energiegeladenen Bandsound zwischen Jazz, Groove, Jazz-Funk und subtilen Pop-Anklängen. Das Album ist als CD, Vinyl und Bundle vorbestellbar. 2026 und 2027 geht Joo Kraus mit seiner Band und „Alchemy“ auf Releasetour.
Am 2. Oktober 2026 veröffentlicht der Multiintrumentalist Joo Kraus sein neues Album „Alchemy“ (frimfram). Pünktlich zu seinem 60. Geburtstag blickt der vielfach ausgezeichnete Musiker dabei nicht zurück, sondern konsequent nach vorn: Gemeinsam mit drei langjährigen Weggefährten und Freunden verwandelt er Erfahrung, Vertrauen und musikalische Neugier in einen warmen, energiegeladenen Bandsound zwischen Jazz, Groove und subtilen Pop-Anklängen.
Aus Vertrautheit entsteht Neues
Alchemie bezeichnet die Kunst, aus einfachen Elementen etwas Kostbares zu schaffen – und genau darin liegt die Idee des Albums. Mit Ralf Schmid am Piano, Veit Hübner am Bass und Torsten Krill an Schlagzeug und Percussion hat Joo Kraus drei Musiker an seiner Seite, mit denen ihn eine jahrzehntelange musikalische wie zwischenmenschliche Freundschaft verbindet.
Alle vier brachten eigene Skizzen und Ideen ins Studio, die innerhalb weniger Tage zu gemeinsamen Kompositionen heranwuchsen. Statt auf aufwendige Inszenierung setzt „Alchemy“ auf ein organisches Zusammenspiel, das unmittelbar aus dem Moment entsteht: konzentriert, offen und getragen von einer Band, die musikalisch ohne Umwege miteinander kommuniziert.
Kraus schlüpft dabei längst in die Rolle des Mulitinstrumentalisten, betrachtet man, dass er neben seinem Hauptinstrument der Trompete auch hier und da in die Tasten greift, E-Gitarre, Waldhorn und Congas spielt und auf manchem Titel wie gewohnt auch wieder singt.
Zwischen urbaner Jazz-Funk-Energie, kraftvollen Grooves und melodischer Weite bewegt sich das Album mühelos durch unterschiedliche Stimmungen.
Die Single „Santa Barbecue“ (28.08.2026) entwirft mit warmen Westcoast-Klängen einen Sehnsuchtsort zwischen Fernweh und Erinnerung, „Blindern On“ (11.09.2026) reißt die Aufmerksamkeit mit mysteriös-verspielten Grooves und psychedelischen Elementen and sich, während „SCREWED UP“ (25.09.2026) den Absurditäten gescheiterter Beziehungen mit bissigem Humor begegnet. „BURNERMÄSSIG“ schlägt schließlich eine Brücke vom Hard Bop der Jazztradition zu modernem Groove und der Sample-Ästhetik der 1990er-Jahre.
Grenzenlosigkeit, Bodenständigkeit und Trompetenklänge made in Ulm
Der gebürtige Ulmer Joo Kraus zählt seit Jahrzehnten zu den markantesten Trompetern der deutschen Jazz- und Crossover-Szene. Nach ersten Bühnenerfahrungen mit der Elektro-Rock-Band Kraan gründete er Anfang der 1990er-Jahre gemeinsam mit Hellmut Hattler das wegweisende Hip-Jazz-Duo Tab Two, das mit elektronischen Rhythmen, Effekten und akustischem Jazz international Maßstäbe setzte.
In seiner weiteren Karriere öffnete Kraus seinen Klang immer wieder für unterschiedliche musikalische Kulturen und Genres. Er arbeitete unter anderem mit Omar Sosa, Max Mutzke, Paula Morelenbaum, Marialy Pacheco und Klaus Doldinger’s Passport, nahm im ältesten Tonstudio Havannas auf, schrieb einen Song für Tina Turner und widmete Michael Jackson ein eigenständiges Albumprojekt. Zwei Grammy-Nominierungen, ein Echo Jazz als bester deutscher Trompeter und fünf German Jazz Awards in Gold unterstreichen seinen Stellenwert – im Mittelpunkt bleibt jedoch stets sein unverwechselbarer Ton: kraftvoll und sensibel, spielfreudig und aufmerksam gegenüber seinen Mitmusikern.
„Alchemy“ ist ein mitreißender, vielschichtiger Höhepunkt in Joo Kraus‘ Jubiläumsjahr und ebnet den Weg für eine weitere spannende musikalische Zukunft von Joo Kraus. Es ist das Ergebnis einer über Jahrzehnte gewachsenen musikalischen Freundschaft und der Aufbruch einer Band, die sich nicht auf ihrer Erfahrung ausruht. Das Album verbindet die Präzision eingespielter Musiker mit der Offenheit einer ersten Begegnung und macht hörbar, wie aus Vertrauen, Neugier und vier individuellen Stimmen etwas Neues entsteht.
© Soundsgood Music Agency
Biografie
Joo Kraus ist die Trompete zwar nicht direkt in die Wiege, aber doch neben das Schulheft gelegt. Bereits sein Vater spielte Trompete und brachte ihm die ersten Griffe bei. Mit 19 Jahren durch den ersten Preis beim Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ in die Szene katapultiert, sammelte er fünf Jahre Bühnenerfahrung mit der Elektro-Rock-Band „Kraan“.
Mit Hellmut Hattler gründete Joo Anfang der 1990er Jahre das Hip-Jazz-Duo „Tab Two“. Die Rhythmusgruppe und die Effekte kamen bereits aus dem Computer – zu Beginn der 90er Jahre eine ziemlich bahnbrechende Neuerung. „Tab Two“ spielten in ganz Europa, in Asien und den USA, produzierten acht Alben und waren einer der größten Influencer in diesem Genre weltweit.
In den 2000er Jahren schrieb Joo Kraus vermehrt eigene Songs. Er produzierte im ältesten Tonstudio Havannas sein Album Sueño und arrangierte Songs von Michael Jackson zu einer intellektuell anspruchsvollen Verbeugung vor dem King of Pop.
Joo Kraus erhielt 2 Grammy Nominierungen, den Echo Jazz als bester deutscher Trompeter und 5 German Jazz Awards in Gold.
Ganz gleich, ob Joo mit dem kubanischen Pianisten Omar Sosa, mit Paula Morelenbaum, als Gast bei Klaus Doldinger’s Passport, als Teil der Rüdiger Baldauf’s Trumpet Night oder seiner eigenen Band auftritt, stets ist da dieser unverwechselbare Ton: Bescheiden und kraftvoll, mitreißende Spielfreude gepaart mit sensibler Achtsamkeit für die Mitmusiker.
Der Ulmer hat seine Wahrnehmung für Musikstile aus aller Welt geöffnet, aber seine mal schwermütigen, mal heiteren Melodien bleiben hundert Prozent Joo Kraus.
© Soundsgood Music Agency
Tracklist
Screwed Up
Blinders On
DUB im Dunkeln
Santa Barbecue
A Touch Of ShubiShalala
Minimal Vokuhila
Slo Cal
Licht im Osten
Burner
Lonely Hiking
Luftholen
Line-up
Joo Kraus – trumpet, vocals, percussion, fx
Ralf Schmid – piano
Veit Hübner – bass
Torsten Krill – drums, percussion
Credits
Recorded by Max Braun at Areal 51, Stuttgart, Germany (May 2025)
Additional Recordings by Joe Kraus at Joo’s Groovebude, Ulm, Germany (January-April 2026)
Mixed and Mastered by Torsten Krill at frimfram Studio, Stuttgart, Germany (April 2026)
Cover Design by Marcus Wichmann (Photo: © EKASTU Safety GmbH)
Bandphoto by Chris Marquardt
Produced by Torsten Krill, Joe Kraus, Ralf Schmid and Veit Hübner for frimfram
frimfram production ff17 – LC-Code: 09041
Alchemy Tour
Im Herbst 2026 und im Jahr 2027 bringt Joo Kraus das Album gemeinsam mit seiner Band auf die Bühne:
01.10.2026 Weinstadt – Jazzclub Weinstadt
02.10.2026 Bonn – Dottendorfer Jazznacht
03.10.2026 Hamburg – NICA Jazz Club
04.10.2026 Lüneburg – Kulturforum
04.11.2026 Saarburg – Evangelische Kirche
05.11.2026 Leverkusen – Scala Club / Leverkusener Jazztage
06.11.2026 Baden-Baden – Rantastic / „Kopfhörer Live“
21.01.2027 Stuttgart – BIX Jazzclub
23.01.2027 Bielefeld – Bunker Ulmenwall
20.03.2027 Schwäbisch Hall – Jazzfestival Schwäbisch Hall
Weitere Termine, Tickets und aktuelle Infos zur Tour findet ihr demnächst unter: https://www.jookraus.com/live