Fink: The City Is Coming To Erase It All

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©-Fink_The-City-Is-Coming-To-Erase-It-All_2026

Fink

Titel: The City Is Coming To Erase It All
Formate: Vinyl, CD, Digital, Stream
VÖ: 05.06.2026
Label/Vertrieb: R’COUP’D
Homepage: https://finkmusic.net/



Rezension (Album)

Fink: „The City Is Coming To Erase It All“ – Rückbesinnung als radikale Stärke

Mit ihrem neunten Studioalbum „The City Is Coming To Erase It All“ kehren Fink zu ihren akustischen Wurzeln zurück und beweisen, dass Reduktion heute mutiger klingen kann als je zuvor.

Sound und Konzept

Das Trio um Fin Greenall (Gesang, Gitarren), Tim Thornton (Schlagzeug, Percussion) und Guy Whittaker (Kontrabass) hat sich bewusst auf Instrumente und Techniken beschränkt, die vor 1974 verfügbar waren – inspiriert vom Folk-Pionier Michael Chapman und dessen Album „Fully Qualified Survivor“.

Keine Synths, keine digitalen Spielereien, stattdessen dominieren akustische Gitarren, Lap Steel, Mandoline, Kontrabass, Schlagzeug und eindringliche Streicher-Arrangements (Violinistin Charlotte Schnurr, Cellist Maarten Vos).

Die acht Tracks entfalten sich langsam, fast meditativ – von der offenen Weite des Opening-Tracks „Wishing For Blue Sky“ bis zum reflektierenden Abschluss „Spirit Of Place“.

Greenalls Stimme, reifer und wärmer denn je, trägt Texte über Wanderschaft, Vergänglichkeit und die Spannung zwischen ländlicher Idylle und urbaner Überforderung.

Im Kontext des Backkatalogs

Im Vergleich zu früheren Alben zeigt sich hier eine bewusste Rückkehr zur Intimität von „Biscuits For Breakfast“ (2006) und „Sort Of Revolution“ (2007), jedoch mit der kompositorischen Reife späterer Werke wie „Resurgam“ (2019) oder „Beauty In Your Wake“ (2024).

Während Fink in den 2010ern elektronische Elemente und experimentelle Produktion einsetzten, verzichtet dieses Album konsequent auf solche Schichten und gewinnt dadurch an emotionaler Unmittelbarkeit.

„The City Is Coming To Erase It All“ ist dennoch kein nostalgisches Retro-Projekt, sondern eine zeitlose Aussage zur Entschleunigung, musikalisch reduziert, dafür inhaltlich tief.

„Beauty In Your Wake“ (2024) vs. „The City Is Coming To Erase It All“ (2026)

Das Vorgängeralbum „Beauty In Your Wake“ entstand während der LowSwing Sessions, ein intimes, aber dennoch modern produziertes Album, das elektronische Schichten und experimentelle Arrangements integriert.

Das neue Album hingegen ist hingegen ein bewusster Schritt zurück. Fink versuchen sich erfolgreich an einem Album, das der 2021 verstorbene Michael Chapman möglicherweise 1974 gemacht hätte – inklusive Saiten, Mikrofon- und Aufnahmetechnik.

Stücke wie „Does The Shade Choose Who To Comfort?“ oder „Two Magpies“ klingen, als wären sie der Frühzeit des britischen Folk entsprungen.

Beide Alben – Beauty In Your Wake wie auch The City Is Coming To Erase It All – sind konsequent durchdachte Statements.

„Beauty In Your Wake“ als Brücke zwischen Finks elektronischer Vergangenheit und akustischer Gegenwart, „The City Is Coming To Erase It All“ als radikale Hommage an die Wurzeln des Singer-Songwriter-Folk. Das neue Album wurde zudem in Fin Greenalls Heimat Cornwall aufgenommen.

Für Langzeitfans ist dies durchaus eine weitere Bestätigung des Fink-Sounds; für Neueinsteiger ein idealer Türöffner zu einem der beständigsten Acts des britischen Folk.

Seltsamerweise ist bei mir der sprichwörtliche Funke beim Anhören des aktuellen Albums nicht gleich übergesprungen. Wahrscheinlich fehlte mir die innere Ruhe, die sommerlichen Temperaturen machten mir allzu sehr zu schaffen.

Mittlerweile bin ich ein begeisterter Zuhörer seiner neuen Songs und empfehle dieses Album genauso gerne weiter wie den übrigen Backkatalog von Fink.

© Gerald Langer


Fink Live

FINK HAFENSOMMER WUERZBURG 2018 SHEET V © GERALD LANGER 2

Tracklist

  1. Wishing For Blue Sky 08:12
  2. Does The Shade Choose Who To Comfort? 06:26
  3. Two Magpies 05:15
  4. Memorise Your Senses 07:00
  5. Dark Edges 05:36
  6. Keeping You Awake 05:30
  7. I Buried All The Answers 06:20
  8. Spirit Of Place 04:26

Line-Up

Guy Whittaker Acoustic Bass, Bass Harmonica
Claire Days Backing Vocals – (Titel: A2, B5)
Maarten Vos Cello – (Titel: A3, B5)
Tim Thornton Drums, Percussion, Acoustic Guitar, 12-String Acoustic Guitar
Charlotte Schnurr Violin – (Titel: A1, A2, A4, B5, B7, B8)
Fin Greenall Vocals, Acoustic Guitar, 12-String Acoustic Guitar, Classical Guitar, Lap Steel Guitar, Piano, Mandolin, Effects


Credits und Produktion

Andy Maxwell Effects, Engineer
Sam Okell Effects, Mixer, Producer
Alex Wharton Mastering
Paolo Zambaldi Photography
Allen Greenall Design
Written By Claire Moreau (Titel: B5, B6, B7), Fin Greenall, Tim Thornton (Titel: A4, B6)


Fink Live 2026

  • 03.10. Leipzig – UT Connewitz
  • 04.10. Leipzig – UT Connewitz
  • 12.10. Hamburg – Grosse Freiheit
  • 13.10. Bremen – Modernes
  • 15.10. Berlin – Metropol
  • 16.10. Berlin – Metropol
  • 18.10. München – Muffathalle
  • 19.10. Innsbruck – Treibhaus
  • 20.10. Wien – Big Hall
  • 22.10. Salzburg – Rockhouse
  • 25.10. Zürich – Kaufleuten
  • 01.11. Frankfurt – Zoom Saal
  • 16.11. Köln – Stadthalle

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