
Casafungo
Album: Killing Time Without Injuring Eternity
VÖ: 04.09.2026
Format: Vinyl, CD, digitaler Download oder Steam
Label/Vertrieb: Broken Silence
Internet: https://casafungo.com
Rezension
Casafungo, das klingt spontan wie eine neue Kreation beim Italiener um die Ecke. Bei aller Raffinesse des Songwritings offenbart sich der Inhalt des Debütalbums des Lübecker Trios vordergründig ähnlich süffig und eingänglich.
Killing Time Without Injuring Eternity eröffnet seine Klangwelt mit warmer Gitarre, luftigem Indie-Pop und einer Melancholie, die nie in Schwermut kippt. Das Album klingt als wäre die benachbarte Ostseeküste das neue Surferparadies.
Ein Trio mit klarer Handschrift
Hinter Casafungo stehen Christopher Langkau, die Sängerin Ella Burkhardt und Bassist Lucas Weinknecht. Langkau ist zugleich Kopf des Projekts Space Melons, mit denen er seit 2021 die Hamburger Szene mit einer Mischung aus Reggae-Fusion und Indierock bewegt; Weinknecht spielt ebenfalls bei Space Melons. Ella Burkhardt wiederum wurde 2023 mit dem IB.SH JazzAward ausgezeichnet, kommt also aus einer anderen musikalischen Ecke.
Das Besondere an Casafungo ist dennoch nicht die Besetzung per se, sondern das Zusammenspiel. Langkaus Stimme und Burkhardts Gesang ergänzen sich auf wunderbare Weise, die Harmonien wirken organisch, beinahe vertraut. Dazu kommen Weinknechts elastische, stets melodische Basslinien, die den Songs Haltung geben.
Surf, Folk und ein Hauch Sixties
Musikalisch bewegt sich das Album zwischen Indie-Pop, Folk, Surf-Rock, Singer-Songwriter-Intimität und feinen psychedelischen Ausflügen.
Die Gitarren schrammeln mitunter freundlich vor sich hin, öffnen aber immer wieder Räume für melodiöse Bögen und kleine Refrains. Dazu wehen Anklänge an die Sixties und Seventies herein, jedoch ohne nostalgischen Staubansatz. Nein, wir hören hier dennoch keine Beach Boys Revival Band von der Ostseeküste.
Casafungo setzen nicht auf große Gesten, dramatische Brüche oder überladene Arrangements. Stattdessen atmen die Songs Spontaneität, so dass man diese Band gerne mal auf der Bühne erleben möchte.
Die Produktion lässt jedem Instrument Raum, die Rhythmen bleiben entspannt, die Melodien machen die Platte sehr schnell zugänglich.
Der Titeltrack Killing Time Without Injuring Eternity bringt diese Haltung auf den Punkt. Zeit verstreichen lassen, ohne sie zu verschwenden. Es ist eine fast philosophische Grundstimmung, die sich durch das Album zieht – Alltagsbeobachtungen, Veränderung, Zärtlichkeit und die leise Frage, wie man in einer unruhigen Welt überleben kann.
Casafungo wollen keine Stilübung liefern, sondern eine Haltung. Unangestrengt, handgemacht, warm und mit einem Gespür für kleine melodische Wendungen.
Dass dabei der Surf-Einfluss nie zur Karikatur wird, verdanken die Songs ihrer songwriterischen Substanz.
Killing Time Without Injuring Eternity ist kein Album, das Aufmerksamkeit erzwingen will. Es lädt ein und entfaltet seine Qualität gerade auch in der einen oder anderen Wiederholung.
Fazit
Casafungo liefern mit Killing Time Without Injuring Eternity ein warmes, präzise gespieltes und melodiös überzeugendes Debüt. Es ist Indie-Pop mit Seeluft, Folk-Herz und Surf-Smile – ein Album für alle, die Musik nicht nur als verkopfte Angelegenheit verstehen. Zum „Nebenbeihören“ ist es allerdings zu schade, da man mit jedem Hören immer wieder neue Details entdecken kann.
In einer Zeit, die uns beim Verfolgen der täglichen Nachrichten depressiv werden lässt, ist diese Musik eine absolut unschädliche „Droge“, deren Konsum ich gerne weiterempfehlen möchte.
Und wenn ich mir beim Hören des Albums das rosa Vinyl betrachte, ist auch das wirklich berauschend.

Pressetext
Ein nostalgisch anmutender Indiesound mit warmen Einschlägen aus Surf-Rock, poetischen Texten und einer besonderen musikalischer Intimität lenkt jede Aufmerksamkeit auf das junge, aufstrebende Trio. Casafungo formiert sich um Mastermind Christopher Langkau, ergänzt durch die mehrfach ausgezeichnete Jazz-Sängerin Ella Burkhardt und den Bassisten Lucas Weinknecht. Nach einigen Singles und zahlreichen Live-Auftritten folgt nun der nächste Schritt: Casafungo veröffentlichen ihr Debütalbum. Ein Werk, das die künstlerische Reife, die gemeinsame Vision und die besondere Magie dieser Besetzung festhalten soll.
Casafungo schafft einen unverwechselbaren, stimmigen Klang, obwohl dessen Mitglieder:innen aus scheinbar unterschiedlichen musikalischen Welten stammen. Was heute wie schicksalhafte Fügung wirkt, begann als zufällige Begegnung bei einer Jam-Session. Chris und Lucas, die bereits seit Jahren in wechselnden Bandkonstellationen zusammenarbeiteten, fanden in Ella nicht nur eine außergewöhnliche Stimme, sondern eine Seelenverwandte in ihrer Liebe zu Indie-Musik und Poesie. Aus dieser Begegnung entstand bald eine musikalische Einheit. Ihre Sessions entwickeln eine Eigendynamik, die weit über das spontane Zusammenspiel hinausgeht.
Inspiriert von Musiker:innen verschiedenster Genre, Filmen und Videographie, Lyrik und Poesie, finden sie ihre eigene Sprache. Darüberhinaus überzeugt Casafungo durch eine Bühnenpräsenz, die geprägt ist von intimer Tiefe und energetischer Lebendigkeit. Erste Konzerte und regionale Auftritte stoßen auf begeisterte Resonanz. Rasch wird spürbar, dass diese drei Künstler:innen nicht nur Musik spielen, sondern einen Raum erschaffen, in dem Geschichten und Stimmungen erzählt werden. Nach einigen Singles wird nun ihr mit Spannung erwartetes Debüt-Album veröffentlicht, welches ausdrucksstarke Singer-Songwriter-Tradition, poetische Erzählkunst und Indie-Rock zu einem warmen, zeitlosen Sound vereint.
Mit einer markanten Stimme, kompromissloser Musikalität und einem genreübergreifenden Gespür entstehen Songs voller Atmosphäre, Tiefe und emotionaler Weite. Das Debütalbum halt die besondere Chemie ihrer Besetzung fest und präsentiert Casafungo als vielversprechende neue Stimme zwischen modernem Surf-Rock und klassischem Songwriting.
© Mosaik Music Promotion
Tracklist
- Cansado Pero Con Ganas
- Aguacate
- Song For Aaron
- All Of These Things R Lies
- Killing Time Without Injuring Eternity
- Mrs Sunshine
- Abstraction White Rose
- Growing Up
- Same City, Different People
- Groceries
Line-up
- Christopher Langkau – Gesang, Gitarre, Songwriting
- Ella Burkhardt – Gesang
- Lucas Weinknecht – Bass
- Timo Bakker – keys
Credits
Produced by Casafungo
Recorded by Casafungo at DSN Audioproduktion, Lübeck
Mixed by Malte Langenbeck
Mastered by Original Mastering E.K.
All Songs written by Casafungo
Artwork & Design by Nana Leonor Pinto