Bruce Springsteen & E Street Band: Live From Asbury Park 2024

© Bruce Springsteen Live From Asbury Park 2024 Sony Music
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Bruce Springsteen

Titel: Live From Asbury Park 2024
Formate: Vinyl, CD, Digital
VÖ: 29.05.2026 (CD-Set)
Label/Vertrieb: Sony / Columbia-Legacy
Homepage: https://brucespringsteen.net


Inhaltsverzeichnis

Rezension (3-CD-Edition)

Heimspiel mit Geschichte

Mit Live from Asbury Park 2024 legt Bruce Springsteen ein Live-Dokument vor, das deutlich mehr ist als nur ein weiterer Mitschnitt eines Festivalauftritts, den man über seine Website erwerben kann.

Der Mitschnitt vom Sea.Hear.Now Festival in Asbury Park fängt ein Konzert ein, das in mehrfacher Hinsicht symbolisch aufgeladen ist.

Es ist ein Heimspiel, ein Rückblick auf die eigenen Anfänge und zugleich eine Feier des Ortes, an dem ein zentraler Teil von Springsteen’s künstlerischer Identität entstanden ist.

Die Aufnahme erscheint als 3-CD-Edition beziehungsweise als 5LP-Box und dokumentiert einen rund dreistündigen Auftritt vor etwa 35.000 Menschen am Strand von Asbury Park.

Die Stimmung ist dabei nicht die eines glatt polierten Live-Produkts, sondern die eines körperlich spürbaren, ausdauernden Konzerts, das von der Energie zwischen Band, Publikum und Ort lebt.

Das heißt, es ist von sehr guter, aber sicherlich nicht von herausragender Soundqualität, dafür aber mitreißend.

Der Ort Asbury Park

Asbury Park ist für Springsteen kein beliebiger Schauplatz, sondern sein Ursprungsort. Hier entwickelte sich in den frühen 1970er-Jahren jene lokale Szene, aus der Springsteen’s erste großen Geschichten, Figuren und Klangbilder hervorgingen, also ein außerordentlich wichtiger Ort seiner musikalischen Sozialisation.

Gerade deshalb erhält das Konzert von 2024 eine besondere Bedeutung.

Wenn Springsteen in Asbury Park Songs wie „Blinded By the Light“, „Growin’ Up“ oder „4th of July, Asbury Park (Sandy)“ spielt, schließt sich ein Kreis zwischen den frühen Straßen-, Club- und Boardwalk-Bildern seiner Karriere und der späten Rückkehr an genau diesen Ort.

Zugleich verweist der Auftritt auf die Geschichte der Stadt selbst.

Asbury Park war lange Zeit kulturell und wirtschaftlich angeschlagen, bevor es wiederbelebt wurde.

Musik und Dramaturgie

Der Reiz des Albums liegt in der Dramaturgie der Setlist.

Springsteen mischt Songs aus unterschiedlichen Epochen, stellt frühe Stücke aus seiner Asbury-Park-Phase neben spätere Klassiker wie „Born to Run“, „Thunder Road“ oder „Dancing in the Dark“ und erzeugt so eine Karriereerzählung in Echtzeit.

Die E Street Band liefert dazu den gewohnt breiten, druckvollen Sound, der zwischen Straßenband-Attitüde und Arena-Größe pendelt.

Gerade im Kontext eines Heimspiels wirken diese Songs sicherlich etwas anders als in einer beliebigen Arena.

„Thundercrack“, „The E Street Shuffle“ oder „Jersey Girl“ bekommen eine zusätzliche lokale Farbigkeit, weil sie mit dem geographischen und emotionalen Gedächtnis des Abends verknüpft sind.

Das Ergebnis ist dennoch kein nostalgischer Blick zurück, sondern ein lebendiges Statement darüber, wie stark ein Ort eine Künstlerbiografie prägen kann und wie dankbar ein Künstler wie Springsteen dafür sein kann.

Für Springsteen-Fans ist Live From Asbury Park 2024 ein Dokument der großen Gesten, für alle anderen ein Lehrstück darüber, wie viel ein Ort in der Popgeschichte bedeuten kann.

© Gerald Langer


Lesetipp


Tracklist

CD 1

  1. Lonesome Day
  2. Blinded By The Light
  3. Does This Bus Stop At 82nd Street?
  4. Growin‘ Up
  5. The Promised Land
  6. Spirit In The Night
  7. Thundercrack
  8. The E Street Shuffle
  9. 4th Of July, Asbury Park (Sandy)
  10. Hungry Heart
  11. Local Hero

CD 2

  1. Atlantic City
  2. Tougher Than The Rest
  3. Long Walk Home
  4. Racing In The Street
  5. Because The Night
  6. She’s The One
  7. Wrecking Ball
  8. The Rising
  9. Badlands
  10. Thunder Road
  11. Meeting Across The River

CD 3

  1. Jungleland
  2. Born To Run
  3. Rosalita (Come Out Tonight)
  4. Bobby Jean
  5. Dancing In The Dark
  6. Tenth Avenue Freeze-Out
  7. Twist And Shout
  8. Jersey Girl

Line-up

Ada Dyer, Curtis King, Lisa Lowell, Michelle Moore, Patti Scialfa – Backing Vocals
Ed Manion – Baritone Saxophone, Tenor Saxophone
Garry Tallent – Bass
Max Weinberg – Drums
Steve Van Zandt – Electric Guitar, Acoustic Guitar, Backing Vocals
Nils Lofgren – Electric Guitar, Acoustic Guitar, Lap Steel Guitar, Backing Vocals
Bruce Springsteen – Lead Vocals, Electric Guitar, Acoustic Guitar, Harmonica
Charlie Giordano – Organ, Keyboards
Anthony Almonte – Percussion, Backing Vocals
Roy Bittan – Piano, Keyboards
Jake Clemons – Tenor Saxophone, Percussion, Backing Vocals
Ozzie Melendez – Trombone
Barry Danielian, Curt Ramm – Trumpet
Soozie Tyrell – Violin, Acoustic Guitar, Percussion


Credits

Design by Michelle Holme
Engineering by Allison leah, Danielle Warman, Nic Coolidge
Management by Jon Landau
Photography by Pamela Springsteen
Post Production by Arya jha, Brad Serling

Recorded live at the Sea Hear Now Festival in Asbury Park, September 15, 2024


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