Neil Young
Album: As Time Explodes
Format: Vinyl, CD, Digital
VÖ: 29.05.2026
Label/Vertrieb: Reprise Records
Website (Künstler): https://www.neilyoungarchives.com/welcome
Inhaltsverzeichnis
Rezension (Album)
Neil Young lässt die Zeit explodieren
Neil Young hat in seiner langen Karriere immer wieder neue musikalische Wege erkundet und dabei doch seine unverwechselbare Handschrift bewahrt. Seit den 1960er-Jahren schreibt und singt er Songs mit großer Emotionalität und spürbarer Leidenschaft.
Gerade in den letzten Jahren veröffentlicht er ein Album nach dem anderen. Selbst als Fan des Kanadiers verliert man dabei sehr leicht den Überblick.
Mit The Chrome Hearts setzt er diese künstlerische Reise fort. Gemeinsam schaffen sie einen dichten, kraftvollen Sound, der Neil Youngs Stellung als prägende Figur des Rock weiter festigt.
The Chrome Hearts ist die im Jahre 2024 vom legendären kanadischen Musiker neu gegründete Begleitband. Sie besteht aus langjährigen musikalischen Weggefährten Youngs und ersetzt frühere Projekte wie Promise of the Real.
Die Band nahm das Material während der Love Earth Tour 2025 in Europa, Großbritannien, den USA und Kanada auf.
Alte Songs klingen hier neu, ohne dabei ihre Geschichte zu leugnen. So verbindet das Album Vergangenheit und Gegenwart zu einem aktuellen Statement.
Mit As Time Explodes – The Live Album legt Neil Young, der im letzten Jahr das 80. Lebensjahr vollendet hat, ein aktuelles Konzertdokument vor, das weniger wie ein nostalgischer Rückblick klingt, sondern mehr wie eine energische Selbstvergewisserung.
Der Titel ist in diesem Fall Programm.
Diese Live-Aufnahme schaut nicht nur zurück, um den Mythos Neil Young weiter zu verklären, sondern um die Spannungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart hörbar zu machen.
Dass Young dafür mit The Chrome Hearts arbeitet, verleiht der Platte eine spürbare Rauheit, die seinen jüngeren, politisch zugespitzten Songs ebenso zugutekommt wie Klassikern aus den 1970er-Jahren.
Das Albumsetzt dabei auf ein inhaltliches Programm, das eben nicht den bloßen „Greatest-Hits-Effekt“ im Blick hat.
„Ohio“ trifft auf „Silver Eagle“, „Cortez the Killer“ auf neue oder jüngere Stücke aus dem späteren Werk. Genau darin liegt die Stärke dieser Veröffentlichung. Sie zeigt Young nicht als Archivverwalter, sondern als Musiker, der seine Songs im Live-Kontext noch immer mit neuer Energie aufzuladen weiß.
Die Auswahl der Stücke macht ebenfalls deutlich, dass Young hier nicht nur mit der eigenen Historie arbeitet, sondern mit deren politischen, poetischen und klanglichen Reibungen.
„Ohio“ bleibt ein Protestsong mit unmittelbarer Wucht, während „Harvest Moon“ und „After the Gold Rush“ andere Facetten seines Songwritings aufscheinen lassen.
Das Album ist gewiss nicht glatt poliert, sondern lässt Brüche bewusst zu. Diese Live-Produktion aus dem „Hause Young“ setzt erneut auf Direktheit statt auf kosmetische Perfektion. Gerade Neil Young profitiert seit Jahrzehnten von einem Sound, der eine gewisse Rotzigkeit und Dynamik zeigt.
So entstand ein sehr lebendiges Album, das weniger „Best of Live“ sein will als eine Momentaufnahme eines kantigen Musikers, der seine künstlerische Relevanz über den Weg durch alte und neue Songs noch immer neu zu definieren weiß und diesen Pfad hoffentlich noch lange weitergeht.
Tracklist
- Daddy Went Walkin‘
- Looking Forward
- Harvest Moon
- Ohio
- Name of Love
- Be The Rain
- Big Crime
- Long Walk Home
- Vampire Blues
- Cortez The Killer
- After The Gold Rush
- Like a Hurricane
- Silver Eagle
Line-up
The Chrome Hearts
Spooner Oldham keyboards
Micah Nelson guitars, strongman, vocals
Corey McCormick bass, vocals
Anthony LoGerfo drums, vocals
Neil Young guitars, vocals, pump organ, piano, harmonica
Credits
Art Direction, Design by Jenice Heo, Neil Young
Engineer [Assistant Engineer]: Jon Tan, Justin Klatzko, Maddie Harmon, Sterling Uhl
Mastered by Chris Bellman, John Hanlon
Mixed by Dave Lohr, Tim Mulligan
Photography [Back Cover, Inside Jacket] by Danny Clinch
Photography [Front Cover] by Daryl Hannah
Produced by Lou Adler, Anthony LoGerfo
Produced with The Volume Dealers
Producers: Neil Young, Niko Bolas
Recorded by CW Alkire, Dave Lohr, John Hausmann, Tim Mulligan
All Songs Written by Neil Young