Anna Aaron: Neuro (Sounds)


Anna Aaron - Neuro (2014)
Anna Aaron – Neuro (2014)

Anna Aaron 

Titel: Neuro
VÖ: 21.03.2014
Label: Two Gentlemen
Formate: CD, digital


Tracklist

01. Case
02. Stellarling
03. Girl
04. Linda
05. Labyrinth
06. Sutekina
07. Off
08. Neurohunger
09. Doubleclub
10. Heathen
11. Totemheart
12. Simstim


Line-Up

Anna Aaron – Gesang und Piano
Emilie Zoé Peléreaux – Gitarre – elektrisch, akustisch, Gesang
Fred Bürki – Schlagzeug
Christophe Farine – Bass, Electronics

Rezension (Album)

Das zweite Album ist regelmäßig eine große Herausforderung für einen Künstler, der mit dem Erstlingswerk zumindest Musikkritiker zufrieden stellen konnte. Platten lassen sich damit allein allerdings noch lange nicht verkaufen. Vielleicht helfen die vielen Reviews aber wenigstens dabei, auf künstlerische Potentiale weiter aufmerksam zu machen.

Gelungener Nachfolger des Debüts „Dogs In Spirit (2011)“

Die Schweizerin Anna Aaron hat mit ihrem Zweitling Neuro die Herausforderung angenommen und liefert nach dem gelungenen Dogs In Spirit (2011) ein Album, dass elektronischen Spielereien etwas mehr Raum gibt.

Der erste Song Case lässt zunächst ein weit entferntes, etwas unsauber klingendes, Piano erkennen, dem sich bald Aarons Stimme in voller Klarheit hinzugesellt.

Stellarling ist ein vielschichtiger Song, der mit verschiedensten Stimmmodulationen arbeitet und dabei eine unwahrscheinliche Wucht durchscheinen lässt. Gleichzeitig ist dieser Song die erste Singleauskopplung ihres Albums. Zurecht!

Linda klingt fast analog, mit Knistern und Handklatschen, sparsamst instrumentiert.

Labyrinth mit Emilie Zoé Peléreaux an der „Elektrischen“ im Wechsel mit Aarons Stimme – einfach riesig!

Neurohunger und auch Doubleclick sind Songs, die auch P. J. Harvey geschrieben haben könnte. Synthieklänge und verzerrte Gitarren schaffen zusammen mit Aarons Stimme eine unglaubliche Atmosphäre.

Heathen mit reduziertem Schlagzeugeinsatz – die Bassdrum hört man gut heraus, dazu jede Menge Gepiepse. Aarons Annäherung an Clubsounds.

Totemheart mit gebetsartiger Stimme und ein finales Simstim, in dem Aarons Stimme ansatzweise an Tori Amos erinnert setzen des Schlußpunkt unter Neuro.

Neuro knüpft an die Qualitäten von Dogs In Spirit an und fügt geschickt elektronische Komponenten hinzu, die dabei warm und analog, aber eben nicht digital und kalt wirken.

Feine Soundscapes werden gemalt, die Stimme von Anna Aaron trägt dabei maßgäblich zu Dramatik und Entspannung bei. Das rhythmische Klopfen auf hölzerne Gegenstände (Piano) meint man auch auf dem Studioalbum wiederhören zu können.

Keine Schublade

Wo mag man Anna Aaron einordnen? Sie wandert ohne jegliche Berührungsängste zwischen den Genres, die bei Folk beginnen, den Jazz, Soul und Blues inhalieren und den Rock keineswegs verabscheuen. Der Grundrhythmus ist dabei für die Songs so essentiell wie das Pulsieren unseres Herzens für unser Leben. Die Musik von Anna Aaaron ist schlichtweg so vielschichtig wie es das Albumcover schon suggeriert. Vielleicht Alternative? Ja, schon! Vor allem aber magisch!

Anna Aaron tritt am 3. August 2014 auch beim Würzburger Hafensommer auf!

© Gerald Langer


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