Würzburger Posthalle und Theater Chambinzky bei der „Night of Light“ – Vorbericht


Ankündigung und Vorbericht / Aktion.
Würzburger Posthalle und Theater Chambinzky am 22./23. Juni 2020 bei der „Night of Light“ dabei


Die Veranstaltungsbranche sendet mit gemeinsamer Aktion einen Appell für mehr Hilfeleistung an die Politik. In der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 2020 werden bundesweit Eventlocations und Spielstätten rot beleuchtet. Bei der Aktion werden auch die Posthalle Würzburg und das Theater Chambinzky als Würzburger Kulturinstitutionen teilnehmen.

Seit Mitte März steht die Veranstaltungsbranche in Deutschland aufgrund der Beschränkungen im Rahmen der Corona-Pandemie still. Für einen Wirtschaftszweig, dessen Kerngeschäft nicht unwesentlich in der menschlichen Interaktion besteht, sind entsprechende Lockerungen noch nicht absehbar. Bisher gestartete Hilfsprogramme reichen nicht aus, um flächendeckend das Überleben von Betrieben und Arbeitsplätzen zu sichern. Die „Night of Light“ wird von den Initiatoren auf ihrer Website dementsprechend als „leuchtendes Mahnmal und ein flammender Appell der Veranstaltungs-Wirtschaft“ bezeichnet, wofür sinnbildlich die rote Beleuchtung von Gebäuden steht. Unter dem Hashtag #nightoflight2020 sollen sich Bilder der Aktion auf der ganzen Welt verbreiten.

Der Förderverein zur Unterstützung der kulturellen Vielfalt der Posthalle e.V. organisiert nun gemeinsam mit dem Förderverein Chambinzky e.V. und dem Dachverband freier Kulturträger e.V. die Teilnahme von Posthalle und Chambinzky an der Aktion. Denn die Würzburger Kulturszene und ihre Notlage ist im bundesweiten Vergleich im Moment keine Ausnahme.

Ein runder Tisch zu Perspektiven der Kultureinrichtungen am 29. Mai 2020 erbrachte zwar verschiedene Vorschläge was sich die einzelnen Kulturhäuser von der Stadt erwarten. Je nach Trägerschaft kamen Aspekte wie Mieterlasse beziehungsweise – speziell bei den unabhängigen Institutionen Posthalle und Chambinzky – entsprechende Äquivalente wie Mietzuschüsse zur Sprache. Oberbürgermeister Schuchardt sagte seine Unterstützung zu.

„Es ist bezeichnend, dass nun nur noch erhebliche Anstrengungen des Staates für erforderlich gehalten werden um ein Kulturland und Würzburg als Kulturstadt zu erhalten. Von Seiten der Stadt aber ein kommunaler Rettungsschirm schon vorab totgeredet wird“, sagt Csaba Béke, Lei-ter des Theater Chambinzky und Vorsitzender des Posthallen Fördervereins.

Jojo Schulz, Betreiber der Posthalle, äußert sich ähnlich dazu: „Wir haben es bislang ohne Hilfe geschafft in den vergangenen zwölf Jahren, ein breites und für die Stadt wertvolles Kulturprogramm anzubieten. In dieser Notsituation braucht es auch kommunale Unterstüt-zung, sonst ist es so als würde einem bei den ersten Regentropfen der Regenschirm wegge-nommen werden“, meint Jojo Schulz, Betreiber der Posthalle.

Wie eine Initiative der Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib und Patrick Friedl zeigt, ist die Sicherung der Kulturbetriebe ohne kommunale Trägerschaft auch in der Landespolitik angekommen. Diese wollen die aktuelle Situation als Chance für eine langfristige Lösung nutzen: „Die Krise ist wie ein Brennglas auf die Posthalle, wir brauchen jetzt einen neuen Standort und eine Zukunftsperspektive für die Posthalle“, sagt Friedl. Gespräche mit der Stadtverwaltung diesbezüglich stocken allerdings seit Anfang Februar.

Der Dachverband freier Kulturträger bringt sich konstruktiv in die Diskussion mit ein und macht folgenden Vorschlag: „Die Posthalle braucht – wie viele andere Kultureinrichtungen – Unterstützung. Eine Übernahme der Mietkosten wäre ein geeignetes und wirkungsvolles In-strument. In Zeiten, in denen kleine Bühnen auf Grund der Abstandsregel nicht ansatzweise wirtschaftlich arbeiten können, könnte die Stadt die Posthalle wochenweise mieten und der Kulturszene zur kostenlosen Nutzung überlassen. Das wäre eine Win-Win-Situation – für die Posthalle und die lokalen Bühnen und Veranstalter.”

Natürlich steht für alle Beteiligten die Gesundheit aller Menschen über allem, die initiierenden Vereine möchten keine diesbezüglichen Beschränkungen in Frage stellen.

Aktionen, wie die „Night of Light“ soll vielmehr einen dringenden Hinweis darauf darstellen, dass ein Überleben der Kulturszene für die Zeit nach Corona sehr stark von Maßnahmen in der Ge-genwart abhängt.

Weitere Infos unter:

www.night-of-light.de
www.posthalle.de
www.chambinzky.com
www.dachverband-wuerzburg.de


Eckdaten


Show:  Night Of Light
Datum: 22:/23.06.2020
Venue: Posthalle, Würzburg und Chambinzky, Wüzburg (Außenraum)


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