SNORRI HELGASON – Kellerperle Würzburg 2012 – Konzertbericht

Konzertbericht und Konzertfotos.
Snorri Helgason am 9. Dezember 2012 in der Kellerperle Würzburg.
Kleine Songperlen in der Kellerperle – die Snorri Helgason Band erwärmt mit einem Reigen wohl temperierter Songs.


Würzburg (music-on-net) Ein Winterabend in der Kellerperle – dort, wo sich die Würzburger Kultur im Keller versteckt hat, obwohl sie sich vom Angebot her gar nicht verstecken müsste. Diese Location gewinnt im Kulturbetrieb der Stadt zunehmend an Bedeutung – irgendwie auch für mich.

Durch den Schneematsch stampfend sehnt man sich heute regelrecht nach der Kuscheligkeit des geschmackvoll ausgebauten Keller-raumes. Zum Wetter passend hat sich Besuch aus Island angekündigt – Snorri Helgason mit Band.

Island als Heimatort der – neben der Musik in jeder anderen künstlerischen Hinsicht – stets auf Innovation bedachten Björk oder der traumwandlerischen Klanglandschaften von Sigur Ros mag manchen von uns sehr wohl ein Begriff sein. Snorri Helgason – ich gebe es freimütig zu – war mir bis letzte Woche wahrlich kein Begriff. Heute Abend wird sich das allerdings ändern.

Kurz nach 20 Uhr befindet sich die Band noch beim Soundcheck. Klingt schon sehr vielversprechend. Es könnte vielleicht doch stellenweise etwas lauter werden als ich es urspünglich erwartet habe.

Gegen 21 Uhr betritt die Band, als da wären Sigurlaug Gísladóttir an der Ukulele und Gitarre, Guðmundur Óskar Guðmundsson am Bass, Magnús Tryggvason Eliassen (mit Kapuze) am Schlagzeug und natürlich Snorri Helgason, wahlweise an der E-Gitarre, an der akustischen Gitarre und immer wieder auch an der Mundharmonika das Bühnenpodest. Der Gesang sicherlich schwerpunktmäßig bei Snorri, mit wunderbaren – auch solistischen – Beiträgen von Sigurlaug und Guðmundur. Der Gruppengesang dieses Trios ist imposant.

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Snorri Helgason_Kellerperle Wuerzburg_2012 © Gerald Langer

Bildergalerie Snorri Helgason

Das Werk von Snorri Helgason ist noch überschaubar. Nach ersten Erfolgen mit der Band Sprengjuhöllin, die er als gerade Einundzwanzigjähriger gründete, mit der er auch auf diversen Festivals in den USA spielte, nahm er 2009 sein Debutoalbum I‘m Gonna Put My Name On Your Door auf. Statt isländisch sang er dort bereits englisch. Isländisch ist definitiv keine Weltsprache, davon können wir uns heute Abend überzeugen, wenn die Musiker sich unterhalten und wahrscheinlich kaum ein Gast auch nur ein einziges Wort verstehen kann. Klingt auf jedenfall lustig. Seit Oktober ist nun auch Snorris zweites Album Winter Sun auch auf dem deutschsprachigen Markt erhältlich.

Vier Freunde machen Musik, alles wirkt spontan und familiär. Da darf auch einmal etwas Bier verschüttet werden, wenn nur Guðmundur seinen Einsatz nicht verpasst. Tut er auch nicht.

Kleine Songperlen für die Kellerperle heute Abend. Die Band ist trotz der wenigen Gäste gut gelaunt und liefert ein insgesamt siebzigminütiges Set. Wohlige Wärme, überwiegend kristallklare Gitarren- und Ukulelenklänge, ein gefühlvoll mit Besen bestrichenes Schlagzeug und ein entschiedenes, nicht nur beiläufiges Bassspiel.

Die Bühne ist allerdings nur spärlich ausgeleuchtet – eine ordentlich Herausforderung für den Fotografen. „Available-Light“ nahezu bei Kerzenschein! Egal – die Musik zählt!

Der Montag ist für die Band ein „day off“ – konzertfrei also. Die Band will ihn in Würzburg verbringen, wenngleich niemand aus dem Publikum auf Nachfrage von Snorri einen Tipp für irgendwelche sinnvollen Unternehmungen in der Stadt abgeben mag. Die Band wird aber sicherlich genug Fantasie entwickeln, um die Mainfrankenmetropole – sicherlich unerkannt – zu erkunden. Wir Zuhörer mögen isländische Gäste ohnehin ganz besonders.

© Gerald Langer

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