FRITTENBUDE – Posthalle Würzburg 2012 – Konzertbericht

Konzertbericht und Konzertfotos.
Frittenbude am 20. Oktober 2012 in der Posthalle Würzburg.
The Beat Goes On.
Support: Manual Kant


Würzburg (music-on-net) Die Posthalle füllt sich erst zögerlich, dann zusehends.

Manual Kant als Support
Manual Kant – Posthalle Wuerzburg 2012 © Gerald Langer

Bildergalerie Manual Kant

Manual Kant aus Niederbayern supportieren die Frittenbude – eine ganze dreiviertel Stunde lang. Sie haben ihr Debutalbum „Applaus“ im Gepäck und das wird auch nahezu vollständig präsentiert.

Malte Borgmann, Frontmann und Bassist wirkt etwas indisponiert. Ich mag gutes Schlagzeugspiel – wirklich, bloss nicht in dieser Penetranz und derartig dick aufgetragen wie von Simon Gürster. Er erdrückt mit seiner brachialen Spielweise die übrige Band förmlich. Mit meiner Meinung dürfte ich allerdings so ziemlich allein da stehen – das Publikum ist begeistert. Es ist aufgewärmt. Auftrag zu aller Zufriedenheit damit erfüllt. Zwerchfell-Massage – nicht unbedingt für Feingeister.

Der adoleszente Punk-, Funk- und Indierock trägt Früchte. Hat sich doch auch Thees Uhlmann (Tomte) schon sehr positiv zur Band geäußert. Ich weiss allerdings nicht, ob er sie tatsächlich schon einmal „live“ erlebt hat. Vielleicht war es auch nur ein schlechter Tag? Von der Band oder vom Rezensenten?


Setlist Manual Kant

Sextags – Gut aus – Schnipp Schnapp – Die aschfahlen Mädchen – Ratschläger – Schnaps – Applaus – Smalltalk – Morgen


Frittenbude – übles Licht für Fotografen
Frittenbude – Posthalle Wuerzburg 2012 © Gerald Langer

Bildergalerie Frittenbude

Frittenbude sind eine rappende Elektropunk-Band. Sie kommen ebenfalls aus Bayern. Ihre Geschichte beginnt im Jahr 2006 auf einer gemeinsamen Fahrt zum Passauer-Pfingst-Open-Air, als das Bordradio ausgefallen war. Seitdem haben sie sich in der deutschen Musikszene gut etabliert. Bei etlichen größeren Festivals darf das Trio, bestehend aus Martin Steer, Johannes Rögner und Jakob Häglsperger, mittlerweile Auftritte bestreiten. Sie positionieren sich klar gegen rechte Gewalt, sind aber ansonsten durchaus wortgewaltig. Die Texte werden überwiegend in guter Rapper-Manier vorgetragen, die Beats – alles andere als zimperlich – eingespielt. Es wird auch „gecovered“ – Graceland von Kettcar wird zu Raveland.

Die Bühne ist quasi leer geräumt, wenn manchmal nicht nur der sprichwörtliche (Panda-)Bär tanzt. Es ist eine komplett durch programmierte Party-Mugge, bei der es völlig egal ist, wie diese Musik eigentlich entsteht. Der Fokus liegt natürlich schon auf der Bühne, die immer wieder von stroboskopartigen Blitzen ausgeleuchtet wird. Die Musiker sind folglich nur schemenhaft zu erkennen. Die Stimmung in der Halle ist durchweg sehr gut, ja regelrecht ausgelassen. Das Durchschnittsalter dürfte sich bei gut zwanzig Lebensjahren taxieren lassen.

Knappe neunzig Minuten mittelschwere Dröhnung inklusive Zugaben, dann ist die Party vorbei. Die Frittenbude schließt. Kein Aufbäumen des Publikums. Alle sind fertig und glücklich.

Frittenbude haben Stil – ist zwar nicht unbedingt meine musikalische Wellenlänge, aber sie haben etwas zu sagen und schaffen so, wie sie es kommunizieren, auch eine besondere Live-Atmosphäre. Daher sehenswert, wenngleich die Show für Fotografen nur schwer zu erfassen ist. Macht aber nichts – ihre Musik ist primär für das Publikum gedacht. Passt schon!

Unter unserem bayerischen Himmel tut sich also was. Die hiesige Jugend rebelliert musikalisch. Mit Lederhosen und Dirndl und sonstiger Beschaulichkeit haben die beiden gehörten Bands definitiv nichts zu tun.

Ich marschiere zum Auto, starte, das Radio geht an. Es läuft „Rock‘n‘Roll Train“ von AC/DC. Scheinbar einfache und doch so geniale Gitarren-Riffs. Echte Rockmusik eben – tut das gut. Mit einem Schmunzeln im Gesicht steuere ich heimwärts. Die Bandbreite der Unterhaltungsmusik ist groß. Für jeden ist da etwas dabei – ganz bestimmt.


Setlist – Frittenbude

Onychectomy – Jung, abgefuckt und glücklich – Dies das – Und täglich grüsst das Murmeltier – Nicht alles Gold – Heimatlos – Deutschland 500 – Unkenrufe – Irgendwie lieb ich das – Heute nur einmal – Ob es reicht, sie zu finden – Wings – Innere Altmark – Einfach nicht leicht – Schrott – Heute bist Du nur ein Mädchen – Affentanz – Mindestens in 1000 Jahren – Zeitmaschinen aus Müll – Raveland – Hldegard


© Gerald Langer


Konzertbericht und Konzertfotos © Gerald Langer (music-on-net)

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