SUM 41 – Posthalle Würzburg 2012 – Konzertbericht

Konzertbericht und Konzertfotos.
Sum 41 am 7. August 2012 in der Posthalle Würzburg.
Support: Plus Guest aus Frankreich.
All killer(s), no filler(s) – der Titel des Albumdebüts von Sum 41 ist noch immer Programm ihrer Shows


Würzburg (music-on-net) Es ist Sommer in Würzburg, auch wenn man’s manchmal gar nicht so richtig merkt. Ferienzeit auch, und es gibt jede Menge Daheimgebliebene aus Nah und Fern, die sich heute Abend in der Posthalle zusammengefunden haben, um eines von lediglich drei Deutschlandkonzerten der kanadischen Punk-Rock-Band SUM 41 zu zelebrieren. Die Posthalle einmal mehr ausverkauft. Das Publikum – überwiegend junge Erwachsene, die es heute einmal so richtig krachen lassen wollen. Party der härteren Gangart ist angesagt.

Support: Plus Guest
Plus Guest – Posthalle Wuerzburg 2012 © Gerald Langer

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Als Aperitif gibt es Plus Guest aus Frankreich. Der Name irreführend, erwartet man doch hier erst die Lüftung des Geheimnisses um die Supportband. Ihre Musik alles andere als französischer Chanson, mehr die kleine Indie-Punk-Rock-Peitsche. Goutiert vom Publikum mit freundlichem Applaus. Aber alles wartet auf den Headliner. Und der lässt sich Zeit – viel Zeit. Weit nach 22:00 geht es – scheinbar – gleich los.

Sum 41
Sum 41 – Posthalle Wuerzburg 2012 © Gerald Langer

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Vom Band – in voller Länge und programmatisch für den weiteren Verlauf des Abends – eingespielt als Intro: TNT von AC/DC. WennTNT als Maßstab für die Explosionsstärke von Sprengkörpern Verwendung findet, so SUM 41 als ein Maßstab für den seit den späten 1970er Jahren nicht tot zu kriegenden Punkrock, der längst die zweite Generation erreicht hat.

Die nach Erscheinen des letzten Albums Screaming Bloody Murder mancherorts festgestellte Radiokompatibilität der Songs von SUM 41 lässt sich live keinesfalls bestätigen. Die vier Herren rocken, dass einem angst und bange werden kann. Verschnaufpausen mit ruhigeren Passagen sind so kaum auszumachen. Hier ist die große Punk-Rock-Knute ausgepackt worden und die wird uns rechts und links um die Ohren gehauen. Die Lautstärke an der Schmerzgrenze, die Ohrstöpsel soweit ins Ohr gesteckt, dass man befürchten muss, sie nie wieder ohne ärztliche Hilfe heraus bekommen zu können. Die Stimmung in der Posthalle – großartig. Nach oben gerichtete Arme, am Schluss immer mehr Crowd Surfing und eine sehr geduldige Security. Ich habe mich mittlerweile an die Theke gerettet.

Ja, Deryck Whibley, eine wirklich tolle Frisur hast Du da. Wie ein von der Tarantel gestochener Pumuckl arbeitest Du Dich auf der Bühne ab. Mir fällt dabei ein alter Werbeslogan für ein Haarspray ein: „Berlin – London – New York – aber die Frisur sitzt“. Okay, wie ein Model schaust Du nicht aus.

Kurz vor Ende des Konzertes das Queen-Cover „We Will Rock You“.

Das haben SUM 41 wirklich geschafft. Sie haben die Posthalle und ihr Publikum gerockt.

Nach neunzig Minuten inklusive zweier Zugaben ist Schluss.

Die Live-Qualitäten der Band sind unbestritten. Eine Orientierung an einem wie auch immer zu definierenden Mainstream trotz bisher mehr als acht Millionen verkaufter Tonträger für mich jedenfalls nicht feststellbar.

Sänger und Gitarrist Deryck Whibley und seine drei Wegbegleiter haben ein leidenschaftliches Set geliefert, bei dem am Schluss auch noch Drummer Steve “Stevo” Jocz seine Eignung als Sänger unter Beweis stellen darf.


© Gerald Langer

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