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Junger Hafen by Sparda – Hafensommer Würzburg 2016 – Review

Last updated on 3. Mai 2018

Konzertbericht und Konzertfotos
Junger Hafen by Sparda am 26. Juli 2016 beim Würzburger Hafensommer
Die beiden syrisch-deutschen Formationen Abou Fakher-Schneider-Hermes und die Hussein Mahmoud Group begeistern ihr bunt gemischtes Publikum


Würzburg (music-on-net) – Junger Hafen by Sparda – so heißt ein neues Format beim Würzburger Hafensommer. Das Tagesangebot kann ich aus beruflichen Gründen leider nicht wahrnehmen. Dabei hätte mich die Offene Bühne junger Künstler aus der Region durchaus interessiert.

So schlage ich erst gegen 19:45 bei der Hafentreppe auf, an deren oberen Podest sich eine ganz erkleckliche Anzahl an “internationalen” Besuchern eingefunden hat.

„Die Welt ist bunt“, auch wenn der Himmel heute Abend wieder einmal eher die Farbe Grau zu bevorzugen scheint. Und schon fallen die ersten Tropfen, ziehen einen ordentlichen Regenschauer nach sich, der zunächst nicht aufzuhören scheint und sich dann doch verzieht.

Um 20:45 “wagt” sich zunächst das Trio Abou Fakher-Schneider-Hermes auf die Bühne, im Anschluss daran die Hussein Mahmoud Group. Beide syrisch-deutschen Formationen präsentieren einen Stilmix, der mit vertrauten Motiven arbeitet und vor allem über die Oud, eine Kurzhalslaute, (Aktham Abou Fakher) und die Saz, eine Langhalslaute, (Hussein Mahmoud) seine besonderen Akzente erfährt.

Die Begeisterung der Musiker für ihre Projekte ist erkennbar groß und überträgt sich nahezu unmittelbar auf das Publikum, das nach und nach immer näher an die Bühne heranrückt. Die Atmosphäre lässt sich schlichtweg mit „magisch“ bezeichnen.

Die beiden Bands, die erst seit einigen Monaten bestehen, leben für einige Minuten vor, wie Integration, besser Zusammenarbeit, auf künstlerischer Ebene über das Medium Musik gelingen und welcher Reichtum an Klängen sich daraus entwickeln kann.

Gegenseitiger Respekt, bei gleichzeitiger Offenheit gegenüber dem vermeintlich Fremden, lässt gemeinsame und zugleich spannende Werke entstehen. Eine solche kreative Kooperation vertreibt Angst und Skepsis in einer Zeit, die von beinahe täglichen neuen Terror- und Amokmeldungen geprägt wird, die das vergleichsweise sichere Europa und unser Zusammenleben nachhaltig zu destabilisieren versuchen.

Mit Musik allein lässt sich die Welt und unsere Wahrnehmung sicherlich nicht nachhaltig verändern. Sie schärft aber unsere Sinne gerade dadurch, dass sie uns emotional anspricht und uns damit mehr an unsere Gemeinsamkeiten, als an unsere Unterschiede, erinnert.

Insofern hat dieser Abend ein klares Zeichen gesetzt, das bei jedem Einzelnen von uns möglichst lange nachwirken möge.

Denn:

“Angst essen Seele auf!” (R. W. Fassbender)

© Gerald Langer


Fotos | Abou Fakher – Schneider – Hermes

weitere Konzertfotos auf

www.music-on-net.photography


Fotos | Hussein Mahmoud Group

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www.music-on-net.photography


Konzertbericht und Konzertfotos © Gerald Langer (music-on-net)


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