RPWL – Colos-Saal Aschaffenburg 2016 – Konzertbericht

Konzertbericht und Konzertfotos
RPWL Plays Pink Floyd am 12. Februar 2016 im Colos-Saal Aschaffenburg
Support: Frequency Drift
Im Geiste der frühen Pink Floyd 


Aschaffenburg (music-on-net) Der heutige Abend im Colos-Saal soll ein – in positiver Hinsicht – wirklich anstrengender Abend werden. Kurz nach 19:00 ist der Saal bereits ganz passabel belegt. Er wird sich noch sehr gut füllen, wenngleich nicht ausverkauft sein. Schade, denn die heute gebotene Qualität ist außerordentlich hoch.

Als Support wird von Yogi Lang, Frontmann bei RPWL,  die Bayreuther Band Frequency Drift angekündigt. Sein Hinweis auf deren Kopfkino-Musik lässt auf jeden Fall die eigenen Erwartungen steigen, denn ich kenne diese Band bisher nicht. Für Frequency Drift bietet der heutige Abend zudem einen passenden Rahmen, um auf ihr am 19. Februar 2016 erscheinendes Album “Last” aufmerksam zu machen. Das macht Nadja Jaye, die heute als Frontfrau ihre Stimme beisteuert, durchaus charmant.

Kern der Band sind Andreas Hack (keys), Nerissa Schwarz (harp, mellotron) und Wolfgang Ostermann (drums), die sich im Studio und auf der Bühne entsprechende Unterstützung einholen. Insofern ist das heutige Line-Up auch nicht mit dem Personal des in einer Woche erscheinenden Albums identisch. Vergleichsmöglichkeiten fehlen mir, ich kann wirklich nur das beurteilen, was ich höre. Und das klingt sehr gut.

Die verschiedenen Wechsel von längeren Instrumentalpassagen zu Gesang unterstützten Strecken geben den Songs das passende Format für Breitwand-Kopfkino. Nachdem ich mich überwiegend im Bereich von Gitarrist Michael Bauer aufhalte, habe ich natürlich vor allem dessen virtuosen Einsatz in Auge und Ohr. Das Publikum, möglicherweise ähnlich unvorbereitet auf die Band aus Oberfranken wie ich selbst, fordert eine Zugabe, die Freude strahlend gegeben wird.

Frequency Drift haben bis dato bereits fünf Longplayer-Alben veröffentlicht. In die sicherlich hörenswerte Bandhistorie werde ich wohl demnächst mal einsteigen. 

“Harfe trifft auf teils recht kräftige Gitarrenriffs” – meine Empfehlung!

Nach gut zwanzigminütiger Umbaupause geht es weiter.

Die Freisinger Band RPWL, die 1997 als Cover-Band von Pink Floyd an den Start ging, sich dann emanzipierte, mehr und mehr den eigenen Sound fand und ihn nachhaltig und gewissenhaft sowohl auf der Bühne präsentierte als auch auf Tonträger konservierte, hat sich aktuell die erste Pink Floyd-Konzeptshow aus dem Jahre 1969 vorgenommen. “Back to the roots” sozusagen.

Es ist eine Show für die “Floydianer” der ersten Stunde. Wirklich populär sind die Kompositionen von “The Man And The Journey” nie gewesen. Das Programm der damaligen Konzertshow wechselte zudem. Einiges davon findet man auf “Saucerful Of Secrets”, den Soundtracks “More” und “Zabriskie Point”, anderes auf dem Studio/Live-Doppel-Album “Ummagumma”oder späteren Veröffentlichungen wie “Relics”.

Kurzum – ein frühes Portfolio von Pink Floyd, nicht zwingend radiotauglich. “Dark Side Of The Moon” und “Wish You Were Here” werden nur wenige Jahre später folgen und Pink Floyd in den psychedelischen Olymp katapultieren.

Während der über weite Strecken recht freien Umsetzung der Songs laufen diverse Videoprojektionen ab, die die Konturen der Bandmitglieder von RPWL immer wieder verwischen, aber den Geist der frühen Pink Floyd-Jahre über beinahe 90 Minuten durch und durch atmen, ohne, dass sich eine Spur Langeweile einstellt.

Es folgen dann einige bekanntere Songs von “Dark Side Of The Moon” und “Wish You Were Here”, bevor gegen 23:50 das Konzert mit zwei grandiosen Kompositionen von RPWL –  “Hole In The Sky” und “Roses”- abgeschlossen wird. Mehr geht nicht mehr, auch ich kann kaum mehr stehen und geniesse den sich anschließenden Fußweg zum Auto.

Einige Pink Floyd-Cover-Bands habe ich bisher erlebt. The Australian Pink Floyd Show ist perfekt in jeder Hinsicht. Bei deren alljährlichen Shows stehen überwiegend die kommerziell erfolgreichen Jahre von Pink Floyd im Mittelpunkt.

Heute Abend wurden dankenswerterweise die frühen Wurzeln dieser legendären britischen Formation hörbar freigelegt. Zeit also,  um diese Alben – auch mal wieder im Original –  auf dem eigenen Plattenteller drehen zu lassen. Danke, RPWL!

© Gerald Langer


Line-Up | Frequency Drift

Nadja Jaye – vox, theremin
Nerissa Schwarz – harp, mellotron
Michael Bauer – guitar
Andreas Hack – keys
Marco Geipel – bass
Wolfgang Ostermann – drums


Konzertfotos | Frequency Drift


Line-Up | RPWL

Yogi Lang – vocals, keyboards
Kalle Wallner – guitar
Markus Jehle – keyboards
Marc Turiaux – drums
Werner Taus – bass


Konzertfotos | RPWL


Setlist | RPWL (in etwa)

 The Man

Grantchester Meadows
(Daybreak, Pt. I)

Work

Biding My Time
(Afternoon)

The Grand Vizier’s Garden Party
((Entertainment) Doing It!)

Quicksilver
(Sleep)

Cymbaline
(Nightmare)

Grantchester Meadows
((reprise) Daybreak, Pt. II)

The Journey

Green Is the Colour
(The Beginning)

Careful With That Axe, Eugene
(Beset By Creatures of the Deep)

The Narrow Way: Part 3

Pow R. Toc H.

A Saucerful of Secrets

Behold the Temple of Light

Celestial Voices
(The End of the Beginning)

Other Pink Floyd Songs

Speak to Me

Breathe

Breathe (Reprise)

Money

Shine On You Crazy Diamond

Encore

Hole in the Sky

Roses


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Konzertbericht und Konzertfotos © Gerald Langer (music-on-net)

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