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Jochen Volpert – Session 52.2 (2015) – Tonträger – Review

Last updated on 12. März 2019

Jochen Volpert – Session 52.2
VÖ:  01/10/2015
Format: CD
Vertrieb über www.jochenvolpert.de

Review / Tonträger / Album © Gerald Langer

Bewertung:

★★★★★☆


Jochen Volpert setzt seine Session-Reihe mit einem weiteren Album fort. Im Oktober 2015 erscheint Sessions 52.2 plus 4.15.

(music-on-net) – Die Beobachtung und Auseinandersetzung mit der lokalen Musikszene droht in der täglichen Informationsflut, die nicht nur mich umgibt und momentan voll erwischt hat, häufig unterzugehen. Sie steht allzu oft hintenan, obwohl die Anzeichen hoher Qualität klar identifizierbar sind.

Bei zahlreichen Konzerten bin ich Jochen Volpert in den letzten Jahren begegnet, fast immer spielte er, gerade wegen seiner Vielseitigkeit, in einer anderen Formation. Und immer voller Leidenschaft. Aus seinem deutlichen Bekenntnis zu allen Spielweisen des Blues hat er dabei nie ein Geheimnis gemacht.

So bietet sein für Oktober 2015 angekündigtes Album “Session 52.2” Blues satt, aber eben nicht nur. Die aus formidablen Wegbegleitern der lokalen Musikszene zusammengestellte Band überzeugt dabei nicht nur bei den zahlreichen Cover-Versionen, sondern ebenso bei den beiden im Rahmen der sogenannten Session 4.15 aufgenommenen Eigenkompositionen “Wuerzblues” und “Can’t stand my strat”.

Volpert beherrscht den sauberen Gitarrenklang, genauso gerne mag er aber auch das Fummeln an allen möglichen Hebeln und Reglern, das seinem virtuosen Spiel erst die rechte Würze verleiht.

Effekte können allerdings schnell langweilen und zur Masche werden. Insofern ist Volpert denn auch nur ein klein bisschen Neil Young, greift auch nicht auf eine Band zurück, die sich “Verrücktes Pferd” schimpft, sondern auf musikalische Verbündete, die das Improvisieren wohl unterstützen, aber auf Tonträgern ansonsten endlose und schnell langweilende Jam-Sessions zu unterbinden wissen.

Eine ganz wesentliche Rolle für das Ausbalancieren der Songs spielen dabei die gewählten Vokalisten. Carola Thieme und Linda Schmelzer liefern bravouröse Cover-Versionen von Songs, die im Original überwiegend von männlichen Stimmen geprägt sind. Mick Jagger dürfte die vokale Version von “Gimme Shelter” gefallen, dem Song der Rolling Stones, von dem Greil Marcus einmal sagte, dass die britischen Rockdinosaurier wohl nie etwas besseres hervorgebracht hätten.

Carola Thieme schafft ein vorzügliches Cover des von Donny Hathaway 1972 bekannt gemachten “Little Ghetto Boy”.

Und der multitalentierte Steff Porzel darf beim Winwood-Klassiker “I’m a Man” die eigenen Stimmbänder bemühen. Dies alles mit sehr viel Witz. Er ist für diese Rolle geradezu prädestiniert, hat er schon mit der Spencer Davis Group – allerdings ohne Steve Winwood – zusammengespielt. “I tell you what. This guy ain’t anywhere near Winwood. He’s not”, albert Porzel am Ende des Songs.

Als musikalische Ausbildung gibt Volpert Autodidakt an. Mag stimmen. Aber er ist ein schon ein außergewöhnlich guter!

Erwähnenswert auch das von Carola Thieme liebevoll gestaltete Cover. Wie schon bei der Session 50.1 im stimmigen Vintage-Design, das man nun auch auf der Homepage von Jochen Volpert entdecken kann. So passt nicht nur der Inhalt, sondern auch die Verpackung – corporate design.

Jetzt würde ich gerne einige “Vintage-” Sternchen streuen, ich weiß nur (noch) nicht, wie man sie in den Text einbauen kann.

© Gerald Langer


Line-Up

Session 52.2:

Jochen Volpert – Guitar

Carola Thieme – Vocals

Linda Schmelzer – Vocals

Achim Gössl – Keys

Joachim Lang – Bass

Stefan Schön – Drums

Session 4.15:

Jochen Volpert – Guitar

Steff Porzel – Vocals

Achim Gössl – Keys

Thomas Gawlas – Bass

Peter Wirth – Drums


Auch das ganze “Drum-herum” darf erwähnt werden:

Session 52.2: 
Live aufgenommen bei Westend-Musik in Buchbrunn, Hofstraße 13a vom 05. bis 07.09.2014
Aufnahmeleitung und Mixing: Chris Reiss (http://www.chrisreiss.de)

Session 4.15:
Live aufgenommen bei Jam-Productions in Würzburg, Gneisenaustrasse 19 am 23. und 24.04.2015
Aufnahmeleitung und Mixing: Ali Lionnet (http://www.jam-productions.eu)

Mastering:
marell audio media GbR – Alexander Klebl (http://www.marell.de)

Fotografie, CD-Artwork und Videoproduktion:
Carola Thieme (http://www.thieme-markendesign.de)


Tracklist 

 Jochen Volpert – Session 52.2“ 

1. Cissy strut (4:54) (Art Neville, Joseph Modeliste, Leo Nocentelli, George Porter jr.)

2. Walk in my shadow (3:45) – elektrische Version (Simon Kirke, Paul Bernard Rodgers, Paul Francis Kossoff, Andy Fraser), Vocals: Carola Thieme

3. Gimme shelter (8:09) (Mick Jagger, Keith Richards), Vocals: Linda Schmelzer

4. It‘s your thing (2:58) (Ronald Isley, O‘Kelly Isley jr., Randolph Isley)

5. I put a spell on you (5:54) (Jay Hawkins), Vocals: Linda Schmelzer

6. Little Ghetto Boy (4:33) (Earl Ceasar de Rouen, Edward Howard), Vocals: Carola Thieme

7. Something (2:56) (George Harrison)

8. All along the watchtower (5:47) (Bob Dylan), Vocals: Linda Schmelzer

9. Walk in my shadow (3:44) – akustische Version (Simon Kirke, Paul Bernard Rodgers, Paul Francis Kossoff, Andy Fraser), Vocals: Carola Thieme

Bonustracks aus Session 4.15

10. WürzBlues (6:16) (Jochen Volpert)

11. I‘m a man (3:00) (Steve Winwood, James Miller), Vocals: Steff Porzel

12. Can‘t stand my strat (7:33) (Jochen Volpert)


Gesamtspielzeit: 56:49 Minuten

Keine Anspiel-Tipps – alles fett!


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