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Alle Beiträge zum Thema %s “modenschau”

30. Internationales Africa Festival Würzburg 2018 – Mein Rückblick

Konzertbericht und Konzertfotos.
30. Internationales Africa Festival 2018 in Würzburg
Mein kurzer Rückblick auf das Jubiläumsfestival vom 31. Mai bis 03. Juni 2018 auf den Würzburger Mainwiesen


Wieder einmal Jubiläumsjahr beim Internationalen Africa Festival Würzburg.  Satte 30 Jahre hat dieses Festival mittlerweile auf dem Buckel. Im Gegensatz zum 25-jährigen Jubiläum, das leider im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel, meinte es Petrus gut mit dem Veranstalter und dem zahlreich erschienenen Gästen.

Besucherzahlen und Struktur

95.000 Besucher sollen es an den vier sommerlich warmen Festtagen gewesen sein.  Damit wäre im Vergleich zu den Vorjahren sogar ein Aufwärtstrend erkennbar. Die Abendkonzerte im Zelt waren allesamt ausverkauft. Wen wunderst’s,  hatte man letztlich das “Publikum Best Of” der letzten 30 Jahre dort auftreten lassen.

Der veranstaltende Verein Afro Project e. V. kann somit wieder einmal schwarze Zahlen schreiben. Wichtig insofern, da dieser Veranstalter im Vergleich zu klassischen Konzertveranstaltern keine anderen Events im Jahr als Kompensationsmöglichkeit nutzt.

An der Besucherstruktur hat sich im Hinblick auf die hier nach wie vor schwerpunktmäßig vertretene Altersklasse “50plus” nichts verändert. Im Zelt trifft man ohnenhin nur die “Alten”, vor der Offenen Bühne und auf dem Basar durchaus auch mal jüngere Altergsgruppen, häufig im Schlepptau ihrer Eltern.

Die jungen Erwachsenen finden indes ihren Spaß vor allem im Havana-Club-Zelt. Das Interesse an der auf  der Offenen Bühne und im Zelt gebotenen Musik ist hier eher gedämpft.

Hinzu kommt, dass die Dauerkarten mittlerweile zu 90 % von auswärtigen Besuchern erworben werden, was im Umkehrschluss bedeutet, dass das Interesse der Würzburger zwar rückläufig ist, aber der Standard eines Internationalen Africa Festivals Würzburg sehr wohl und deutlich erkennbar erreicht wurde. Das Festival strahlt also weit über die Stadtgrenzen hinaus. Ich selbst fand allerdings an den vier Festivaltagen kaum Bekannte, schon gar nicht Freunde, aus Würzburg auf dem Festivalgelände vor.

Rahmenprogramm

Der traditionelle Basar mit dem Handwerkermarkt, die Straßenparade, diverse Bilderausstellungen in der Stadt, die Trommler unter der Brücke der Deutschen Einheit, das filmische Begleitprogramm im Arte Kinozelt, das Zelt der Universität Würzburg, das Kinderprogramm, bieten die bewährte Bandbreite an Information und Unterhaltung.  Der Höhepunkt in diesem Jahr dürfte allerdings die offizielle Eröffnung des Festival durch unseren Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier gewesen sein, die auch auf Großbildschirm übertragen wurde. Hier seine Rede zum Nachlesen.

Ich selbst habe mich zu diesem Zeitpunkt aufgrund der für mich unerträglichen Außentemperaturen nach Hause und damit in den Schatten zurückgezogen.

Das Team Africa Festival

Stefan Oschmann betont im Rahmen der Abschluss-Pressekonferenz immer wieder den Team-Gedanken. Das Team sei letztlich die Basis für das Gelingen einer Veranstaltung dieser Größenordnung. Er selbst sieht den Schwerpunkt seines Beitrages in der Auswahl der zum Zuge kommenden Künstler, die sich nach wie vor zahlreich bewerben. Ohne Zweifel hat das Würzburger Africa Festival für Künstler vom Format eines Lokua Kanza, eines Habib Koité und zuletzt einer Fatoumata Diawara, die in diesem Jahr das fünfte Mal seit 2010 hier aufgetreten ist, wertvolle Starthilfe geleistet.

Africa Festival Award 2018

Diesen erhielt am Eröffnungstag Sona Jobarteh, am Abend im Zelt das Team Africa Festival.

Africa Festival Award 2018 fuer das Team © Gerald Langer

Musik

Meine Favoritin auf der Offenen Bühne war Dobet Gnarhoré, im Zelt lag meine Präferenz bei Fatoumata Diawara, die endlich ein neues Album im Gepäck hatte, sowie Sona Jobarteh.

Unter diesem Link kann man die Abendkonzerte von Fatoumata Diawara, Manu Dibango, Lokua Kanza, Angelique Kidjo, Habib Koitè & Bamada, Hot Water und Sona Jobarteh nochmals in aller Ruhe genießen:

https://www.br.de/franken/inhalt/africa-festival/30tes-africa-festival-abendkonzerte-100.html

Ein Ausschnitt aus dem finalen Konzert von Alpha Blondy ist hier abrufbar:

https://www.arte.tv/de/videos/082956-000-A/alpha-blondy-africa-festival/

Ausblick auf das Internationale Africa Festival 2019 in Würzburg

Das 31. Jubiläumsfestival findet vom 30. Mai bis 2. Juni 2019 wiederum auf dem Würzburger Mainwiesen statt.


Bericht und Fotos © Gerald Langer


Impressionen vom 30. Internationalen Africa Festival 2018 in Würzburg

Normalerweise wären hier einige Bilder. Die verbindlich am 25.05.2018 in Kraft getretene DSGVO verbietet es einem Blogger, die Atmosphäre des Festivals, zu dem nun einmal die Menschen gehören, entsprechend wiederzugeben. Da ich diesbezüglich keine Personen bezogene Daten erheben darf, entfällt die Galerie ersatzlos. Auch auf die Modenschauen von Rama Diaw habe ich in diesem Jahr verzichtet. Kann ich doch letztlich nicht ausschließen, dass Besucher ebenfalls abgebildet werden.

Danke noch an Brüssel und vor allem an unsere Bundesregierung, dass sie mit der DSGVO ein Monster geschaffen hat, dass die großen Konzerne schont, den einzelnen Bürger gewissermaßen “kriminalisiert”, in dem er mitverantwortlich gemacht wird für eine Datenerhebung, die er weder beabsichtigt, noch – siehe aktuelles Urteil vom EuGH – abstellen kann. Dafür wird aber das Arbeitsfeld der Juristen ordentlich aufgeweitet.

Die Absicht hinter der DSGVO mag zunächst eine gute gewesen sein. Die Umsetzung erfolgte indes – gerade auch auf Bundesebene – leider dilettantisch. Doch was will man von unserer Großen Koalition und abgeschobenen, zweit- und drittklassigen Volksvertretern in Brüssel auch anderes erwarten?


Empfohlene Bildergalerien

Donnerstag, 31. Mai 2018

Adesa – Offene Bühne
Daara J Family – Offene Bühne
Fatoumata Diawara – Zelt
Manu Dibango – Zelt

Freitag,  01. Juni 2018

Dobet Gnahoré – Offene Bühne
Alsarah & the Nubatones – Offene Bühne
Mariama – Offene Bühne
Lokua Kanza – Zelt
Angelique Kidjo – Zelt

Samstag, 02. Juni 2018

Gangbé Brass Band – Offene Bühne
Klub Kartell – Offene Bühne
Habib Koité & Bamada – Zelt
Hot Water – Zelt

Sonntag, 03. Juni 2018

Patrice – Offene Bühne
Ami – Offene Bühne
Sona Jobarteh – Zelt
Alpha Blondy – Zelt


 

Eröffnungsfeier Africa Festival Würzburg 2017 – Kurzbericht

Bericht mit Fotos.
29. International Africa Festival 2017 in Würzburg
Eröffnungsfeier mit Verleihung Africa Festival Award


Die Eröffnungsfeier des 29. Africa Festival in Würzburg bei besten klimatischen Außenbedingungen wartete mit einer kleineren Änderung auf.

Gab es in den letzten Jahren regelmäßig eine gemeinsam von Ibrahima Ndiaye und Sarah Bergh moderierte Programmabfolge, die den verschiedenen Redebeiträgen, der Preisverleihung und kürzeren Musikbeiträgen den angemessenen Rahmen gab, fand nunmehr eine optisch reizvolle Programmergänzung im Havana Club-Zelt statt.

Die Modenschau der senegalesischen Designerin Rama Diaw. In den letzten Jahren war sie immer wieder auf dem Africa Festival vertreten, ihre Modenschauen dabei immer sehr gut besucht.

Das Festival wurde vom Bürgermeister der Stadt Würzburg, Christian Schuchardt, in Anwesenheit des Botschafters der Republik Senegal S.E. Momar Gueye, Vertretern des Auswärtigen Amtes, des Landtagsabgeordneten Oliver Jörg, Mitgliedern des Stadtrates Würzburg, sowie zahlreicher Ehrengäste und Sponsoren eröffnet. Auf die Bedeutung des Kulturaustausches wurde mehrfach hingewiesen, auch darauf, dass sich dieser Prozess eben nicht allein auf die Musik beschränken lasse.

Der Africa Festival Award 2017 wurde von Festivalmacher Dr. Stefan Oschmann folgerichtig an die sichtlich gerührte Rama Diaw verliehen.

Deren Kollektionen kann man am Freitag, Samstag und Sonntag, jeweils um 15.00 und 17:00, auf dem Festivalgelände bei optimalem Tageslicht betrachten.


Bericht und Fotos © Gerald Langer



Zu den Bildergalerien vom ersten Tag  – Africa Festival 2017

Mama Africa – Offene Bühne
Takeifa – Offene Bühne
Faada Freddy – Abendkonzert im Zirkuszelt
Wally Seck – Abendkonzert im Zirkuszelt


 

25. Africa Festival Würzburg 2013 im Rückblick – Bericht

Festivalbericht mit Konzertfotos.
Das 25. Africa-Festival in Würzburg vom 30. Mai bis 2. Juni 2013
Persönlicher Rückblick auf ein ganz besonderes Jubiläum


Würzburg (music-on-net) Eigentlich sollten die angekündigten musikalischen Delikatessen im Zentrum der Berichterstattung stehen. Doch es soll ausgerechnet im Jubiläumsjahr alles ganz anders kommen.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Am Donnerstag, Fronleichnam, Feiertag nicht nur in Würzburg, zeigt sich die Sonne sogar zeitweise am Himmel. Die Wetterprognose für diesen Festivaltag ist zumindest gut, der Wasserstand des Mains – gut sichtbar von den Mainwiesen – allerdings durchaus Besorgnis erregend. Der Basar am frühen Nachmittag und auch am Abend schon gut besucht. Der Programmauftakt bei der Offenen Bühne mit der Blues affinen Tuareg-Rockband Tamikrest aus dem Norden Malis setzt erste musikalische Akzente.

Tamikrest - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Tamikrest – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

Weitere Konzertfotos Tamikrest

Danach folgt ein nicht minder großartiger – regelrecht explosiver – Auftritt von Fatoumata Diawara, die bereits 2010 auf der Offenen Bühne und letztes Jahr beim Würzburger Hafensommer aufgetreten war. Dass dieses Multitalent aus Mali neben all der Fröhlichkeit auch eine sehr nachdenkliche Seite hat, zeigt sie bei der sich anschließenden Übergabe des diesjährigen Music Award.

Fatoumata Diawara - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Fatoumata Diawara – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

weitere Konzertfotos Fatoumata Diawara

Neben ihr wird auch der mutige, politisch engagierte, Bassekou Kouyaté, ein Meister an der Ngoni – der westafrikanischen Laute -ausgezeichnet. Kouyaté soll uns nach der Preisverleihung noch auf der Offenen Bühne begeistern. (Bilder Preisverleihung)

Manu Dibango, 2013 Schirmherr des diesjährigen Festivals,  erhält den Music Award für sein schier unüberschaubares musikalisches Lebenswerk.

25. Africa Festival Wuerzburg 2013 - Eroeffnungsfeier © Gerald Langer
25. Africa Festival Wuerzburg 2013 – Eroeffnungsfeier © Gerald Langer

Weitere Fotos von der Eröffnungsfeier mit Preisverleihung

Die Abendkonzerte im Zelt

Mit Acoustic Africa – Female Voices – African Music At Its Best! wird eine Band angekündigt,  die mir als solche, ich gebe es gerne zu, bisher kein Begriff war, aber derartig apostrophiert, natürlich sofort höchste Erwartungen weckt.
Acoustic Africa - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Acoustic Africa – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

Weitere Konzertfotos Acoustic Africa

Und? Diese wurden voll erfüllt. Lebens- und Spielfreude gehen hier Hand in Hand, der Funke springt schon bald auf das Publikum über.

Blues, Rhythm & Blues, Funk und Pop werden wunderbar bekömmlich gemischt, die Bühne für den Altmeister Manu Dibango und seine Soul Makossa Gang nicht nur vorgewärmt, sondern regelrecht zum Glühen gebracht. Mit Cheik Tidiane Seck steht Dibango  ein Vollblut-Jazzmusiker zur Seite. Das Programm „Hommage à Mali“ ist quasi maßgeschneidert für das Jubiläumsfestival und seine diesjährige Orientierung mit dem Fokus auf das krisengeschüttelte westafrikanische Mali.

Natürlich lässt der fast Achtzigjährige, den man bei all seiner Coolness und Freundlichkeit gut und gerne auch 20 Jahre jünger einschätzen könnte, die Female Voices and Dancers nochmals auf die Bühne und sorgt so für beste Festivallaune.

Manu Dibango & Soul Makossa Gang - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Manu Dibango & Soul Makossa Gang – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

Weitere Konzertfotos Manu Dibango & Soul Makossa Gang

Ein großartiger Auftakt am ersten Festivaltag und eine – nach Programmheft – ebenso wunderbare musikalische Perspektive für die nächsten Tagen. Wenn es doch bloß wieder zu regnen aufhören würde! Dass unangenehme Nass von oben ist “verheißungsvoll” der mitternächtliche Wegbereiter zum entfernten Parkplatz nach dem Ende des letzten Auftrittes im großen Zelt.

Tatsächlich – alles soll anders kommen als geplant und letztlich auch gehofft!

Freitag, 31. Mai 2013

Am Freitagvormittag überschlagen sich die Meldungen.

Africa Festival auf den Mainwiesen abgesagt, Basar abgesagt, Offene Bühne am Freitag über das Soziale Netzwerk erst zugesagt, dann kurzfristig und durchaus nachvollziehbar vor Ort dann doch widerrufen.

Africa-Festival Wuerzburg 2013 - Hochwasser  © Gerald  Langer
Africa-Festival Wuerzburg 2013 – Hochwasser © Gerald Langer

Ratlose Besucher am geschlossenen Zugang zum Festivalgelände, auf selbigem eine unübersehbare Abbautätigkeit. Die asphaltierte Haupterschliessungsstraße ist überwiegend mit Fahrzeugen belegt, die Material aufnehmen und vor das Gelände fahren. Für Besucher muss schon allein aus Gründen der Unfallverhütung und eines möglich reibungslosen Abbau das Gelände ab sofort geschlossen bleiben.

Von der Friedensbrücke und der Brücke der Deutschen Einheit der Blick auf eine geradezu gespenstische Szenerie.  Neben dem sichtlich gestiegenen Wasserpegel des Mains ein fast lautlos vonstatten gehender Rückbau von Ständen und Zelten. Im Friedrich-Koenig-Gymnasium wird eine Notunterkunft  für Camper eingerichtet.

Die Festivalleitung ist in dieser Krisensituation trotz vieler eigener freiwilliger Helfer auf die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Hilfskräften von THW, Feuerwehr und anderen Rettungsdiensten angewiesen. Die Traurigkeit über die nahende Krisensituation ist vielen Festivalbesucher ins Gesicht geschrieben. Die meisten zeigen jedoch Verständnis für die Reaktionen der Festivalleitung.

Das Festival reduziert sich in den nächsten drei Tagen im Wesentlichen auf die Abendveranstaltungen, die allesamt in der Posthalle stattfinden. Im Theater am Neunerplatz wird das Kinder- und Kinoprogramm des Kultursenders Arte angeboten.

Schadenbegrenzung muss die Devise von nun an heißen.

Die Posthalle Würzburg als Ausweichspielort

Am Freitagabend also die ersten Konzerte in der Posthalle. Doch zuvor Worte der Dankbarkeit von Dr. Stefan Oschmann, der um Fassung ringt, und von Moderatorin Sarah Bergh an alle Helfer, die es ermöglicht haben, das 25. Africa Festival wenigstens als Music Festival in den zurückliegenden Stunden zu retten.

Habib Koité & Bamada spielen anschließend ein großartiges Set, dass die  ausgefeilte Gitarrentechnik Koité’s herrlich in seine Rhythmusband einbindet. Neunzig Minuten sind die strikte Vorgabe für die erst spielenden Künstler,  nicht eine einzige davon ist langweilig. Habib Koité hat sich seit dem 8. Africa Festival nicht nur in Würzburg eine große Fangemeinde erspielt, sondern wird mittlerweile weltweit geschätzt.

Habib Koité & Bamada - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Habib Koité & Bamada – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

Weitere Konzertfotos Habib Koité & Bamada

Salif Keita – die goldene Stimme Malis – wirkt zu Beginn eher etwas verhalten und etwas entrückt. Dieser erste Eindruck soll sich allerdings im Laufe des Konzertes schnell legen. Der von der eigenen Familie in jungen Jahren aufgrund seines Albinismus Verstoßene entführt sein Publikum  in tranceartige Zustände und regt somit die ersten Reihen zum eifrigen Mittanzen ein. Dem Wunsch nach Zugabe kommt er nur allzu gerne nach.

Salif Keita - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Salif Keita – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

Weitere Konzertfotos Salif Keita

Danach noch Havana Club Night in der Posthalle mit Open End!

Der Freitagabend gibt allen das halbwegs gute Gefühl, dass sich zumindest die Abendveranstaltungen stimmungsmäßig in der Zweckarchitektur der  Posthalle durchaus wie in einem Zelt entfalten können. Für jedweden Romantizismus ist nicht nur im sprichwörtlichen Sinne kein Raum vorhanden.

Samstag, 1. Juni 2013

Der Samstag und darauf folgende Sonntag laufen dann noch routinierter ab. Vor dem ersten Konzert und zwischen den beiden Konzerten gibt es Präsentationen afrikanischer Damenoberbekleidung und Accessoires von  Modeschöpferin Madame Rama. Auch für Männer – nicht nur mit Kamera – durchaus sehenswert. Vor einem dunklen Brandschutz-Vorhang kommt die Farbenpracht dieser Mode besonders zur Geltung.

Modenschau - Rama Diaw - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Modenschau – Rama Diaw – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

Weitere Fotos von Rama Diaw’s Modenschauen in der Posthalle

Bevor die goldene Stimme des Senegals erklingen soll,  lauschen wir zunächst der feinsten Stimme der Kapverden. Nancy Vieira bewegt sich sicher in den unterschiedlichsten Musikströmungen zwischen Pop und Jazz. Den Fado ihrer portugiesischen Wahlheimat Lissabon baut sie in ihre Songs ebenso ein wie brasilianische Tanzrhythmen.

Urlaub, Sonne, Strand und Cocktails sind Assoziationen, die nicht nur bei mir frei gesetzt werden. Dabei klingt Vieira keineswegs banal. Ihren Auftritt kann man sich allerdings auch in einem kleineren familiären Rahmen vorstellen. So hat sie – als Support von Youssou N’Dour – allerdings die Möglichkeit, ein breites Publikum ansprechen zu können.

Nancy Vieira - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Nancy Vieira – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

Weitere Konzertfotos Nancy Vieira

Youssou N’Dour, mittlerweile senegalesischer Kultur- und Tourismusminister, mit einer weltmusikalisch geprägten Biografie, ist natürlich unumstrittener Star des Abends. Das Abendkonzert mit ihm und seiner Band Le Super Etoile de Dakar war das erste, welches ausverkauft war. Kein Wunder – Minister Youssou N’Dour bringt die Posthalle zum Toben.

Ein kleines Best Of seiner gut dreißigjährigen Karriere, die ihn mit Weltstars wie Peter Gabriel, Sting, Bruce Springsteen und vielen anderen gemeinsam auf die Bühne brachte und ein schier unersättliches Publikum. Der Auftritt beim Africa Festival in Würzburg bereitet auch ihm unübersehbar große Freude.

Youssou N'Dour - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Youssou N’Dour – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

Weitere Konzertfotos Youssou N’Dour

Sonntag, 2. Juni 2013

Am Sonntagabend wird das Finale des Festivals mit der schwedisch-ugandischen Sängerin Jaqee und feinstem Reggae eingeläutet. Blues, Rock, auch Psychedelisches verbindet sie geschickt und beweist dabei deutlich mehr Bühnenpräsenz als noch vor zwei Jahren auf der Offenen Bühne. ich gebe zu – meine Erwartungen werden weit übertroffen.
Jaqee - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Jaqee – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

Weitere Konzertfotos Jaqee

Für den Reggae–Fan ist der anschließende Auftritt von Alpha Blondy & Solar System sicherlich ein weiterer Höhepunkt des diesjährigen Festivals. Kraftvoll, immer auch politisch und mit einer enormen Bühnenpräsenz setzt der mittlerweile sechzigjährige Alpha Blondy einen fetten Schlusspunkt unter vier ganz besondere Festivaltage.

Alpha Blondy & Solar System - Africa-Festival Wuerzburg 2013 - © Gerald Langer
Alpha Blondy & Solar System – Africa-Festival Wuerzburg 2013 – © Gerald Langer

Weitere Konzertfotos Alpha Blondy & Solar System

Resümee zum 25. Africa-Festival Würzburg

Das Africa Festival Würzburg als solches hat seinen angestammten Platz auf den Mainwiesen verloren und ist natur-, besser katastrophenbedingt, „heimatlos“ geworden.

Wie geht’s weiter? Wo geht’s weiter? Geht’s denn überhaupt weiter? Der aufgrund des Hochwassers entstandene finanzielle Schaden dürfte beträchtlich sein.

Ein Africa Festival Spendenkonto Hochwasser wurde angelegt:

Konto Nr. 47365275
BLZ 790 500 00 Sparkasse Mainfranken Würzburg
International:
IBAN: DE52 7905 0000 0047 365275
BIC: BYLADEM1SWU
Bankname: Sparkasse Mainfranken

Das Thema ist brisant, deswegen hier einige Gedanken des Autors:

Das Africa Festival Würzburg ist primär verbunden mit den Namen seiner Initiatoren und dem gemeinnützigen Verein Afro Project e.V. Hier wird man sich überlegen müssen, wo dieses kulturelle Großprojekt in der Region Unterfranken künftig hinsteuern soll.

Noch größer, noch großartiger oder kleiner werden, sozusagen gesund schrumpfen und damit aber hinter den vielleicht immer höheren Erwartungen des Publikums zurückbleiben und dann möglicherweise an Attraktivität verlieren?

Was will das Africa Festival künftig sein? Sicherlich nicht nur ein Musikfestival, sondern afrikanische Kultur überhaupt in die Stadt Würzburg bringen. Damit ist das Festival natürlich seit Jahren auch touristisch durchaus von Interesse.

Kann man sich vielleicht vorstellen, die Abendveranstaltungen künftig regelmäßig wetterunabhängig in der Posthalle stattfinden zu lassen und Basar mit Offener Bühne in der Innenstadt anzubieten? Mögliche Konflikte mit Weindorf und anderen Veranstaltungen sollten dabei möglichst nicht entstehen.

Oder muss der Ort für Abendveranstaltungen des Festivals unmittelbar verknüpft sein mit Basar und Offener Bühne? Böte ein, noch weiter zu entwickelnder, Standort im Bereich der ehemaligen Leighton Barracks nicht auch gute Voraussetzungen für ein solches Festival?

Warum kann das Festival nicht auf der den Mainwiesen benachbarten Talavera stattfinden?

Also: Fragen über Fragen!

Afro Project e.V. und Stadt Würzburg werden sich – nach der Schadenbilanzierung – zusammensetzen und gemeinsam eine Strategie entwickeln müssen, wenn man dieses kulturelle Highlight in der Region belassen möchte.

Und das Umsonst & Draußen Festival soll ja in wenigen Wochen auch wieder auf den Mainwiesen stattfinden.

Blicken wir also gespannt nach vorne!


Konzertbericht und Konzertfotos © Gerald Langer


 

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