Visit page
Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Alle Beiträge zum Thema %s “martin kasper”

HATTLER – Velocity (2018) – Album – Review

Review / Tonträger / Album.
Künstler: HATTLER
Titel: Velocity
Formate: CD, digital,
VÖ: 12.10.2018
Label: Bassball Recordings/36music
Vertrieb: Broken Silence
Website: www.hellmut-hattler.de
Facebook: www.facebook.com/HELLMUT.HATTLER/


Velocity – zu Deutsch: Geschwindigkeit – heißt das neue Studio-Album der deutschen Bass-Legende Hellmut Hattler. Es ist nicht irgendeine Sammlung neuer Kompositionen, sondern ein Vermächtnis, ein lieblicher Monolith, wie er auf dem, wieder einmal, von Karlsonwilker, NYC, wunderbar gestalteten Cover zu entdecken ist, der im Herzen den Namen HATTLER trägt.

Der umtriebige Hattler war zuletzt schwer erkrankt, hat sich aber nicht zuletzt mit leidenschaftlichem Bass-Spiel ins Leben zurückgekämpft und liefert erneut ein Album ab, das Jazz, Funk, Soul so lebendig zueinanderbringt, fast nebenbei hochgradig unterhaltsame und gleichsam höchst differenzierte Popmusik im besten Sinne des Wortes liefert.

Das Line-Up der elf Songs variiert, einige alte Weggefährten sind wieder mit dabei, auch die Mitglieder seiner derzeitigen Touring-Band mit Fola Dada (vocals), Torsten De Winkel (guitar), Oli Rubow (drums) am Start.

Einzige Konstante:

Hellmut Hattler am Bass, der von ihm nach wie vor präzise und immer dem Song dienlich, eingesetzt wird.

Der Krachersong des Albums ist für mich – selbst nach mannigfachem Durchhören – noch immer das ultrakurze und saustarke CARE. Essentiell mit Hellmut Hattler nicht nur am Bass, sondern auch mit den Lead-Vocals. Besser geht’s nimmer!

Das Album ist darüberhinaus ein Füllhorn raffiniert arrangierter Songs. Mit dem Opener “Anthem For The Approching Starships” wird ein Ausrufezeichen gesetzt, was Motto des Albums ist:

Mit großem Optimismus nach vorne schauen und das, was im Leben bedeutsam ist, mit großer Intensität und Leidenschaft weiterbetreiben. Nicht sich selbst inzenieren, sondern die Musik. Jeder Komposition dabei – nahezu alle sind auf Velocity von Hattler höchstselbst – die optimale personelle und instrumentale Ausstattung zukommen lassen. “Teaser” und das nachfolgende “Trident” zeigen eine Fola Dada bereits in Höchstform, die sie im Verlauf des Albums beim dem groovenden “Mayday In Paradise”, welches bereits auf Hattlers Vinyl Cuts 2 erschienen war, nochmals bestätigen kann.

Wer vom Titelsong des Albums nun etwa Höchstgeschwindigkeit erwartet, wird überrascht sein, das dies genau der Song ist, der zusammen mit dem nachfolgenden “Lieblingslied” sehr relaxt und stimmungsvoll den Zuhörer zum Innehalten motivieren wird und damit die Geschwindigkeit also eher drosselt.

“Delhi Mail” ist mit seinen Beats ein geradezu hypnotischer Song mit Dance-Floor-Ambitionen.

Velocity strahlt – Mitte Oktober erschienen – keineswegs Herbststimmung aus, sondern verlängert den Sommer hörbar weit über die nahende Weihnachtszeit hinaus in den nächsten Lauf der Jahreszeiten. Somit hat Hattler hier ein zeitlos – sicherlich dauerhaft frisch wirkendes – Tondokument geschaffen, das ihn mit Band in Top-Form zeigt.

Klagen über das gewählte Tonträgerformat – CD oder digitaler Download – sollte es nicht geben. Die mir vorliegende CD ist exzellent abgemischt, klingt weich und geschmeidig, nicht ansatzweise synthetisch, wie man es dem in die Jahre gekommenen kleinen silbernen Scheibchen immer wieder gerne voreilig unterstellt. Velocity auf Compact Disc hat eher Referenzcharakter!

© Gerald Langer


Line-Up | Hattler – Velocity – Übersicht

drums – Moritz Müller, Jürgen Schlachter
drums, sounds, percussion – Oli Rubow
guitar – Ali Neander
horns, trumpet – Joo Kraus
mellotron, keyboards – Martin Kasper
bass – Hellmut Hattler
xylophone – Jürgen Schlachter
keyboards, grand piano – Martin Kasper
vocals – Fola Dada, Kay Chee
sounds, beats [e-beats] – Peter Musebrink
guitar [lapsteel] – Jan-Eric Lindquist
piano, organ – Martin Meixner
sitar [e-sitar] – Torsten De Winkel


Tracklist –  Hattler – Velocity


  1. Anthem for Approaching Starships 5:40 (Music: Hattler)
  2. Teaser 3:44 (Music & words: Hattler)
  3. Trident 5:38 (Music & words: Hattler)
  4. Threshold 6:24 (Music & words: Hattler)
  5. Home Bass 3:23 (Music: Hattler)
  6. Care 2:15 (Music & words: Hattler)
  7. Velocity 6:31 (Music: Hattler/Musebrink, Words: Hattler)
  8. Lieblingslied 5:06 (Music: Hattler)
  9. Mayday in Paradise 5:17 (Music & words: Hattler)
  10. Delhi Mail 8:25 (M: Hattler/Musebrink)
  11. Anthem for Approaching Starships (Reprise) 1:36 (Music: Hattler)

Anspieltipps – fett 

Hattler – – Velocity – Line-Up – Track By Track

1 Anthem for Approaching Starships

Drums – Moritz Müller
Guitar – Ali Neander
Horns – Joo Kraus
Mellotron, Keyboards – Martin Kasper
Bass – Hellmut Hattler
Xylophone – Jürgen Schlachter

2 Teaser

Beats [E-Beats] – Oli Rubow
Drums – Moritz Müller
Guitar – Ali Neander
Keyboards – Martin Kasper
Bass – Hellmut Hattler
Vocals – Fola Dada

3 Trident

Drums – Jürgen Schlachter
Mellotron, Grand Piano – Martin Kasper
Bass – Hellmut Hattler
Vocals – Fola Dada

4 Threshold

Drums – Moritz Müller
Guitar – Ali Neander
Keyboards – Martin Kasper
Bass – Hellmut Hattler
Percussion – Jürgen Schlachter
Trumpet – Joo Kraus
Vocals – Kay Chee

5 Home Bass

Drums – Jürgen Schlachter
Keyboards – Martin Kasper
Bass – Hellmut Hattler
Sounds, Beats [E-Beats] – Peter Musebrink
Trumpet – Joo Kraus

6 Care

Choir – Fola Dada
Drums – Moritz Müller
Effects [Additional Sound FX] – Oli Rubow
Guitar [Lapsteel] – Jan-Eric Lindquist
Bass, Lead Vocals – Hellmut Hattler
Piano, Organ – Martin Meixner

7 Velocity

Music By, Beats, Sounds – Peter Musebrink
Bass, Vocals – Hellmut Hattler
Trumpet – Joo Kraus

8 Lieblingslied

Drums, Sounds, Percussion – Oli Rubow
Flugelhorn – Joo Kraus
Grand Piano – Martin Kasper
Bass – Hellmut Hattler

9 Mayday In Paradise

Drums, Percussion – Oli Rubow
Keyboards – Martin Kasper
Music By, Words By, Bass – Hellmut Hattler
Sounds, Beats – Peter Musebrink
Trumpet – Joo Kraus
Vocals – Fola Dada

10 Delhi Mail

Bass – Hellmut Hattler
Beats, Sounds – Peter Musebrink
Sitar [E-Sitar] – Torsten De Winkel

11 Anthem for Approaching Starships (Reprise)

Drums – Moritz Müller
Guitar – Ali Neander
Horns – Joo Kraus
Mellotron, Keyboards – Martin Kasper
Bass – Hattler
Xylophone – Jürgen Schlachter


 

HATTLER – Vinyl Cuts II (2018) – Album – Hörtipp

Kurzkritik / Tonträger / Album.


ARTIST: Hellmut Hattler
TITEL: Vinyl Cuts II
LABEL: Bassball Recordings/36Music
Vertrieb: Broken Silence
VÖ: 27. April 2018
FORMATE: Vinyl
LINKS: Website, Facebook


Nur soviel:

Vinyl Cuts II hat sich bei mir auf dem Plattenteller gedreht, da hat mancher Fan noch auf die Auslieferung seines Exemplars gewartet. Ja, ich wurde tatsächlich etwas bevorzugt behandelt, findet sich doch mein Foto von Hellmut Hattler ein zweites Mal auf seiner im Jahre 2015 gestarteten Vinyl-Reihe wieder. Macht mich gleichermaßen verlegen und stolz.

Teil II der Trilogie – ist doch hoffentlich eine Trilogie? – ergänzt Vinyl Cuts I, erschienen im November 2015,  auf wunderbare Weise. Der dienende, omnipäsente, dabei niemals aufdringliche Bass von Hattler demonstriert eindrucksvoll, warum rundes 12″ Vinyl unter Musikliebhabern einen so hohen Stellenwert genießt. Ein feines und ausgewogenes Klangbild ist die Folge, wenngleich Hellmut Hattler auch auf Compact Disc sehr sauber und warm klingt.

Die auf Vinyl Cuts II enthaltenen Songs sind in der Werkschau von Hellmut Hattler fast allesamt schon abrufbar gewesen. Lediglich “Mayday In Paradise” mit Joo Kraus, der einstige Partner an der Trompete bei der Formation TAB TWO, ist ein richtiger Neuzugang, dafür ein ganz ein großartiger. Mein Lieblingssong auf dieser Veröffentlichung, die selbstredend nicht einen Hänger verzeichnet.

Beats, Funk, Jazz geben der exquisiten Zusammenstellung das, was gute Musik meines Erachtens ausmacht: Nämlich Seele, in der Musik sprechen wir weltweit von Soul.

Wenn Musik Seele hat, spielt es keine Rolle, wann sie eingespielt wurde – “Silent Surveyor” hat seinen Ursprung bereits in den frühen Nullerjahren des 3. Jahrtausends – oder wie lange sie bei mir – unbesprochen – bereits im Plattenschrank stand.

Sie ist immer hörens- und damit auch empfehlenswert.

In diesem Falle empfehle ich sogar dringend, eines der Vinyl-Exemplare zu ergattern. Die Auflage ist nämlich auf gerade einmal 700 Stück begrenzt. Vinyl Cuts I ist bereits vergriffen.

Ihr dürft also zugreifen, natürlich primär wegen der Musik, sekundär wegen des Artworks.

© Gerald Langer


Credits:

Art Direction and  Design – Tamara Schlachter
Artwork [Digital Art, Photo Manipulation] – Christine Feil
Mixed & Mastered  – Juergen Schlachter
Photography [Cover]  – Gerald Langer
Producer – Hellmut Hattler


HATTLER – Vinyl Cuts II – Tracklist:

  1. Silent Surveyor  (taken from „Live Cuts“)
  2. Believer  (taken from „The Big Flow“)
  3. Mayday In Paradise  (Unreleased)
  4. C64  (taken from „The Kite“)
  5. Wider  (taken from „The Kite“)
  6. Spy  (taken from „Warhol Holidays“)
  7. Someone Alive  (taken from „Gotham City Beach Club Suite“)
  8. Love And Freedom (No Smiley)  (taken from „Warhol Holidays“)

Line-Up (Song für Song)

Seite 1

Silent Surveyor 5:26

Drums – Oli Rubow
Electric Bass  – Hellmut Hattler
Guitar – Torsten De Winkel
Trumpet, Electric Piano – Sebastian Studnitzky
Vocals – Nkechi Mbakwe
Words By – Hattler
Music By – Hattler, Bischof

Believer 4:09

Electric Bass – Hellmut Hattler
Programmings, Sound Shaping, Guitar – Aaron Bingel
Trumpet – Sebastian Studnitzky
Vocals – Hellmut Hattler, Markos Koderisch
Words By – Hattler
Music By – Bingel, Hattler

Mayday In Paradise 5:17

Beats, Sounds, Sound Shaping – Peter Musebrink
Drums, Percussion – Oli Rubow
Cymbal Overdubs – Juergen Schlachter
Electric Bass – Hellmut Hattler
Keyboards – Martin Kasper
Trumpet – Joo Kraus
Vocals – Fola Dada
Music By – Hattler
Words By – Hattler

C64 4:40

Drums – Oli Rubow
Electric Bass [Bass] – Hellmut Hattler
Guitar – Torsten De Winkel
Sound Shaping – Peter Musebrink
Trumpet – Joo Kraus
Vocals – Fola Dada
Words By – Hattler
Music By – Hattler, Musebrink

Seite 2

Wider 5:45

Electric Bass – Hellmut Hattler
Sounds, Beats – Peter Musebrink
Trumpet – Joo Kraus
Music By – Hattler, Musebrink

Spy 3:41

Beats – Jan Fride Wolbrandt
Didgeridoo – Marcus Wichmann
Electric Bass, Voice – Hellmut Hattler
Sounds [Additional], Keyboards, Cymbal – Juergen Schlachter
Vocals – Fola Dada
Music By – Hattler
Words By – Hattler

Someone Alive 5:20

Electric Bass – Hellmut Hattler
Keyboards – Gee Hye Lee
Programmed By – Peter Musebrink
Vocals – Fola Dada
Words By – Hattler
Music By – Hattler, Musebrink

Love And Freedom (No Smiley) 5:03

Djembe – Wolfgang Wahl
Electric Bass – Hellmut Hattler
Programming,  Guitar – Peter Musebrink
E-Sitar – Torsten De Winkel
Sounds, Keyboards – Juergen Schlachter, Martin Kasper
Vocals – Fola Dada
Words By – Hattler
Music By – Hattler, Musebrink


Meine Anspieltipps – fett 


Hattler – Warhol Holidays (2016) – Tonträger – Review

Hattler – Warhol Holidays
VÖ: 19.08.2016
Label: Bassball Recordings/36music
Vertrieb: Broken Silence
Formate: CD, digital
Website: www.hellmut-hattler.de
Facebook: www.facebook.com/HELLMUT.HATTLER

Review / Tonträger  / Album © Gerald Langer

(music-on-net) – Die deutsche E-Basslegende Hellmut Hattler hat heute das aktuelle Album “Warhol Holidays” veröffentlicht.

Er kommt seit Jahren ohne Vornamen aus. Hellmut Hattler ist schön längst “der” HATTLER, der aus der deutschen Musikszene seit bald einem halben Jahrhundert nicht mehr wegzudenken ist.

Als Bassist ein Team-Player, der seine Fähigkeiten zunächst in die, nach wie vor bestehende, Jazz-Rock-Band KRAAN einbrachte. In dieser Formation – um 1970 gegründet, 1990 aufgelöst und im Jahre 2000 neugegründet  – ist er noch immer mit Jan Fride (Wolbrandt) am Schlagzeug und Peter Wolbrandt als Vokalist und Gitarrist vor allem auf der Bühne aktiv. KRAAN hatte bereits zu einem Zeitpunkt orientalische Einflüsse absorbiert, als es den etwas unbestimmten Begriff von “Weltmusik” noch gar nicht gab.

Mit TAB TWO führte Hellmut Hattler ab 1987 den Jazzbegriff im Duo mit Joo Kraus an der Trompete weiter, verarbeitete zeitgenössische Einflüsse von Hip-Hop, Trip-Hop sowie Drum & Bass, um daraus wiederum etwas Neues mit Wiedererkennungswert zu schaffen.

1999 war diese zwölfjährige Kooperation allerdings weitgehend beendet.

Anschließend hat sich Hellmut Hattler in das Dance & Electronic-Projekt DEEP-DIVE-CORPORATION des Gitarristen Peter Musebrink über fünf Album-Veröffentlichungen hinweg eingebracht, um damit wiederum neues Terrain zu beschreiten.

Mit HATTLER startete der derzeit wohl bekannteste deutsche E-Bassist nach der Jahrtausendwende zeitgleich sein neues eigenes Projekt, ganz bewusst unter Einbindung jüngerer Bandmitglieder und mit einer mehr Elektronik affinen Ausrichtung.

In der bestens eingespielten Stammbesetzung mit Fola Dada, Torsten de Winkel und Oli Rubow ist HATTLER seit 2006 im Studio und vor allem auf größeren Club-Bühnen unterwegs. Für die aktuelle Produktion hat er sich dennoch Verstärkung ins Studio geholt.

Als da wären der Percussionist Biboul Darouiche (seit Jahren wesentlicher Mitspieler von Klaus Doldinger’s Passport und Initiator von Soleil Bantu),  Wolfgang Wahl, Keyboarder Martin Kasper, Weggefährte und Gitarrist Ali Neander sowie die VokalistInnen von DJ Jondal, Tracy, Margaret und Steve Cork.

Darüber hinaus wirkten die Elektronik- und Soundtüftler ILYA KHMYZ aka XMZ und Peter Musebrink an diesem feinen audiophilen Meisterwerk mit.

War es beim letzten Studioalbum “The Kite” (2013) häufig die Trompete, die subtile Akzente setzte, sind es bei “Warhol Holidays” die nur etwas fremden Klänge. Zum Beispiel diejenigen der elektronischen Sitar von Torsten de Winkel bei “Sand am Meer”,  diejenigen des australischen, von Marcus Wichmann gespielten, Didgeridoos sowie der afrikanischen Bechertrommel bei “Anything At All” von Wolfgang Wahl.

Auch ein raffinierter Mix aus den afrikanisch anmutenden Percussions von Biboul Darouiche und etwas 1970er Keyboardsound von Martin Kasper beim “Kraal Jam” lässt diesbezüglich aufhorchen.

Das Album klingt über die gesamte Lauflänge herrlich unangestrengt und entspannt, passt daher mit seinem Erscheinungsdatum perfekt in die Sommerurlaubszeit.

Es zeigt darüber hinaus bei all seiner Leichtigkeit derartig viele Facetten, die zu einer Entdeckungsreise in das HATTLER’ sche Sound-Universum einladen, das sich ständig zu erweitern scheint.

HATTLER ist eben nicht nur ein Team-, sondern auch ein geschickter Netzwerkplayer. Er kann  seit Jahren immer wieder auf bestehende musikalische Partnerschaften zurückgreifen oder neue knüpfen, um so die Marke “HATTLER” unter Musikliebhabern weiter qualitätvoll  zu etablieren.

“Warhol Holidays” schwingt dermaßen frisch – der Opener “Spell E.Z” ist geradezu perfekt gewählt – so dass ein Ende von Helmut Hattlers musikalischem Schaffensprozess – Gott sei Dank – nicht absehbar ist.

Ich bemühe insofern eine Analogie zum bereits oben in einer Randnotiz erwähnten, mittlerweile 80-jährigen, Klaus Doldinger, der seine Passport-Mannschaft vor Jahren Zug um Zug austauschte und heute mit Band so leichtfüßig wie am ersten Tag ertönt.

Und dann gibt es bei Hellmut Hattler ja noch die pop-soulige Kollaboration mit Siyou Isabelle Ngnoubamdjum beim Voice & Bass-Duo Siyou n’Hell.

Dass die vielen Jungbrunnen, aus denen Hellmut Hattler schöpft, in Bälde versiegen könnten, ist somit derzeit kaum vorstellbar.

Schließlich ist Hattler eine Persönlichkeit, die nicht nur aufsaugt, sondern selbst auch viel zu geben vermag, sich im Kontext einer Band nie ob eigenem künstlerischen Vermögens in den Mittelpunkt stellt, sondern seinen Mitspielern immer auch genügend Raum zur jeweils eigenen musikalischen Entfaltung gibt.

Davon darf man sich bei der anstehenden Tournee zur Promotion von “Warhol Holidays” ab Ende September 2016 auch gerne “live” überzeugen.

Sehenswert auch das Artwork von Karlssonwilker Inc., New York, die den Wunsch reifen lässt, dieses Album bald auch als Vinyl in Händen halten zu dürfen.

© Gerald Langer


Line-Up

Oli Rubow – drums, cymbals
Torsten de Winkel – guitars, e-sitar
Fola Dada – vocals
Hellmut Hattler – bass, vocals

plus

Peter Musebrink – guitars, programming, sounds, beats, keys
Martin Kasper – keys, programming, additional sounds
Jürgen Schlachter – drums, keys, additional sounds
Jan Fride Wolbrandt – beats, drums
Marcus Wichmann – didgeridoo
Wolfgang Wahl – djembe


Tracklist
  1. Spell E.Z.
  2. Spy
  3. Warhol Holidays
  4. Love And Freedom (No Smiley)
  5. Sand am Meer
  6. Parallelgesellschaftstanzmusik
  7. Mint
  8. Mountain Bike
  9. Dot Competition
  10. Anything At All
  11. Kraal Jam
  12. Warhol Holidays (Reprise)
  13. Bikinian Rhapsody

Meine Anspiel-Tipps – fett!


Diskografie

2000 No Eats Yes / CD
2002  Remixed Vocal Cuts / CD
2003  Mallberry Moon / CD
2004  Basscuts / CD
2006  The Big Flow / CD
2007  Live Cuts / CD
2011  Gotham City Beach Club Suite / CD
2013  The Kite / CD
2013  Live in Glems / digital release
2014  Live Cuts II / 2CD
2015  Vinyl Cuts / LP
2016  Warhol Holidays / CD


Tour-Daten | Hattler

HATTLER | »Warhol Holidays« Tour

29.09.2016 Reutlingen, Franz.K
01.10.2016 Olsberg, Linie 73
04.10.2016 Offenbach, Kulturzentrum Sandgasse 05.10.2016 Dinslaken, Walzwerk
06.10.2016 Münster, Hot Jazz Club
07.10.2016 Bielefeld, Jazzclub
08.10.2016 Lingen, Grüner Jäger
09.10.2016 Neuss, Partytur
12.10.2016 Kassel, Schlachthof
13.10.2016 Halle/Saale, Objekt 5
14.10.2016 Dresden, Jazzclub Tonne
15.10.2016 Bad Salzungen, Pressenwerk 20.10.2016 Leverkusen, Scala
21.10.2016 Idstein, Scheuer
22.10.2016 Neu-Isenburg, Treffpunkt
26.10.2016 Bad Homburg v.d. Höhe, Jazzclub
28.10.2016 Radolfzell, Bokle
29.10.2016 Fürth, Kulturforum
03.11.2016 Ingolstadt, Jazz Festival
09.03.2017 Arnsberg, Casino Saal
31.03.2017 Wangen, Jazzpoint


Siyou’n’Hell – Soulscape Screenshots (2015) – Tonträger – Review

Siyou’n’Hell – Soulscape Screenshots
VÖ: 5. Juni 2015
Label: Bassball Recordings/36music
Vertrieb: Broken Silence
Formate: CD, digital

Review / Tonträger /Album © Gerald Langer

(music-on-net) – Eigentlich wollte ich das aktuelle Album “Soulscape Screenshots” von Siyou Isabelle Ngnoubamdjum und Hellmut Hattler – zusammen sind sie Siyou’n’Hell – längst besprochen haben. Die letzten Wochen waren allerdings geprägt von vielen eindrucksvollen Konzerten und zogen damit ein enormes Arbeitsaufkommen für die Bild- und Berichterstattung nach sich. Da stand die Musik aus der Konserve zunächst etwas hinten an.  Aber nur etwas, denn “Soulscape Screenshots” verschwand während dieser Wartezeit häufiger in der Schublade meines Players und wurde wirklich einige Male komplett durchgehört. Am Stück, also ohne Bedienung der Skip-Taste, deren Drücken immer auch eine gewisse Ungeduld des Zuhörenden signalisiert und Rückschlüsse darüber zulässt, ob ein durchkonzipiertes Album vorliegt oder eben nur vereinzelte, irgendwie auf etwa 45 Minuten Spielzeit verteilte, Höhepunkte.

Waren die vorangegangenen beiden Alben noch stärker von fabelhaften Interpretationen fremder, dafür bekannter Songs, mit geprägt, handelt es sich bei “Soulscape Screenshots” überwiegend um Eigenkompositionen des Künstlerpaares. Eine Ausnahme bildet lediglich “Ain’t Messin’ Round” vom noch sehr jungen Gary Clark Jr., welches S’n’H entschlackt und eine deutliche Prise Soul von Siyou und einen ordentlich “funky” Bass von Hattler verpasst haben.

Eingepackt haben Siyou’n’Hell ihr aus insgesamt dreizehn Songs bestehendes Album zwischen Siyou’s “Invitation” – eine gute halbe Minute lädt uns ihre Gospel-Stimme zum Zuhören ein – und dem beschließenden, sehr atmosphärischen, “Mountain Bike”. Dazwischen liegen Perlen wie “Higher” , beim dem das Trio Insingizi aus Simbabwe mit rauer Stimme vokal unterstützt. Bei mir werden Erinnerungen an Paul Simon’s “Graceland” geweckt, das 1985 ähnliche afrikanische Einflüsse zeigte. Doch in diese Richtung biegen Siyou’n’Hell im Verlauf des Albums mit Unterstützung ihrer musikalischen Weggefährten – Ali Neander, Jonas Dorn, Joe Fessele, Martin Kasper, Gerry Brown, Jürgen Schlachter, Ralf Damrath, Peter Musebrink, Jan Fride und Joo Kraus – keineswegs ab, sondern bevorzugen Vielfalt. Bei “Be Who You Are” und “Malberry Moon” blitzt zum Beispiel dezent Joo Kraus’s Jazz-Trompete durch.

Soulscape Screenshots lebt auch davon, dass Songs in unterschiedlichen Versionen zueinander in Beziehung gesetzt werden. So gibt es “Tiny Little Mad” in einer kurzen Appetizer Version von Siyou und Hattler, weiter hinten auf der Tracklist dann in Bandversion, ergänzt um  Keyboards und Schlagzeug. Bei “Sometimes” wird dieses Prinzip umgekehrt – erst die sogenannte “More”-Version mit Band, kurz vor Schluss – als Reprise – dann die entschlackte “less version”, die mir persönlich etwas besser gefällt und uns einen Vorgeschmack auf mögliche Live-Auftritte von Siyou’n’Hell, die in der Regel ohne Bandunterstützung stattfinden, geben.

Das Album folgt damit konsequent dem bildhaften Internetauftritt von Hattler, der sich dort im Kontext unterschiedlicher Einflüsse und Projekte zeigt.

Insgesamt eine sehr spannend arrangierte Platte, dabei keine schwerbekömmliche und selbstverliebte Kost!

Und eins ist jetzt auch klar. Meine fetten, schon etwas in die Jahre gekommenen JBL Ti 5000, die ich zusammen mit meinem Sohn schon geschätzte tausend Mal umeinander getragen und immer wieder neu positioniert habe, werde ich noch eine ganze Zeitlang im Arbeitszimmer stehen lassen. Sie sind gewiss ein unübersehbares Hindernis, aber der Bass vom Hattler klingt hier selbst von CD so wunderbar warm, dass ich mich von diesen “Ami-Boxen im wahnsinnig unpraktischen Sargformat” entgegen meiner ursprünglichen Absicht nun doch nicht trennen werde.

© Gerald Langer


BEWERTUNG_5-6_bearbeitet-2

Tracklist 

01. Invitation
02. Higher
03. Tiny Little Mad (Appetizer)
04. Be Who You Are
05. Sometimes (More Version)
06. Lovechild
07. Mallberry Moon
08. Nono
09. Lifelines
10. Tiny Little Mad
11. Ain’t Messin ‘Round
12. Sometimes (Less Version)
13. Mountain Bike

Meine unbedingten Anspiel-Tipps fett


Tour Dates

Siyou’n’Hell

feat. Siyou (voc) & Hellmut Hattler (bs)

19.07.2015 Bremen, Breminale

30.07.2015 Baienfurt, Hoftheater Open Air

15.08.2015 Köngen, 3k-Festival

19.09.2015 Neu-Ulm, Edwin-Scharff-Museum (Kulturnacht)

HATTLER

feat. Fola Dada | Hellmut Hattler | Torsten de Winkel | Oli Rubow

16.10.2015 Ravensburg, Zehntscheuer

17.10.2015 Wetzlar, Franzis

23.10.2015 Idstein, Scheuer

24.10.2015 Esslingen, Dieselstrasse

30.10.2015 Hamburg-Bergedorf, Lola

31.10.2015 Jazzville Festival, Weissenhäuser Strand, Ostsee

16.11.2015 Bonn, Harmonie

17.11.2015 Aschaffenburg, Colossaal

28.11.2015 Altenburg, Jazzklub

22.01.2016 Mainz, Jazztage (Schaubühne)

23.01.2016 Glems, Hirsch

29.01.2016 Hannover, Pavillon

30.01.2016 Cloppenburg, Kulturbahnhof

25.02.2016 Grafschaft, Winzerverein Lantershofen

26.02.2016 Offenburg, Reithalle

KRAAN

feat. Peter Wolbrandt (git, voc) | Jan Fride Wolbrandt (dr) | Hellmut Hattler (b)

05.09.2015 Markneukirchen, Reeveland Music Festival

11.11.2015 Hofer Jazztage

12.11.2015 Siegen, Oase

error: Please respect © copyright, content is protected!