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Alle Beiträge zum Thema %s “london”

BIFFY CLYRO – MTV Unplugged 2018 – Vinyl-CD-DVD-DELUXE-BOX – Hörtipp

Kurzkritik / Tonträger / Album.


ARTIST: Biffy Clyro
TITEL: MTV Unplugged (Live At Roundhouse, London)
LABEL: Warner Music
VÖ: 25. Mai 2018
FORMATE: CD, LP, DVD; MP3
LINKS: Website, Facebook


Ich habe sie mir gegönnt, die Super-Deluxe-Edition von Biffy Clyro MTV Unplugged (Live at Roundhouse, London).

Bestellt unmittelbar nach Ankündigung. Da hat der Preis noch ganz besonders gepasst.

Im Paket findet sich der Auftritt der Schotten sowohl auf Doppel-Vinyl, die zugehörige CD als auch die DVD.

Im Detail bedeutet dies:

– 2x heavyweight black vinyl
-DVD featuring the MTV Unplugged set
-CD album of the set
-LP-size 6-panel booklet
-12” double-sided art print featuring setlist.
-Custom gatefold sleeve.

Sozusagen das “Rundum-glücklich-Paket” für Fans dieser Band. Und ich darf mich, auch wenn viele es möglicherweise so nicht erwarten, dazu zählen.

Habe die Band zweimal beim Taubertal-Festival live gesehen und gehört. Ich mag die Bühnen-Präsenz, die hymnenhaften, kraftvollen, dabei sehr ausgefeilten Songs der Schotten. Früher war ich auch Fan der schottischen Simple Minds, allerdings waren die meines Erachtens nie bei MTV Unplugged zu Gast.

Für mich war MTV nie als Informationsquelle für angesagte Musik von Bedeutung. Der Sender hat sich mir lediglich über einige legendäre – ausgestöpselte – Auftritte, zum Besipiel von Nirvana, R.E.M., Eric Clapton, Pearl Jam, zuletzt Placebo eingeprägt.

Biffy Clyro waren am 8. November 2017 zu Gast im Roundhouse London, zudem ein durchaus geschichtsträchtiger Ort. Am 15.10.1966 waren es Pink Floyd, die diesen Location offiziell als Musikveranstaltungsort “weihten”.

Die Setlist von Biffy Clyro ist delektabel, lediglich das Beach-Boys-Cover von “God Only Knows” für mich verzichtbar. Da hilft auch das sich anschließende “God Bless Brian” von Simon Neil, an die Adresse von Beach-Boys-Mastermind Brian Wilson gerichtet, nicht mehr. “Different Kind Of Love” ist ein neuer Song, der sich hingegen in die Auswahl der übrigen Songs gut einfügt.

Ansonsten eine Stunde Biffy Clyro, etwas zurückhaltender, nicht ganz so dramatisch wie auf ihren Studioveröffentlichungen oder gar live, dennoch unverkennbar.

Am Ende der bekannte legendäre Kurzsatz von Frontman, Sänger und Gitarrist Simon Neil – nur er kann ihn so packend aussprechen:

“We are Biffy f*cking Clyro!”

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

© Gerald Langer


Tracklist:  “MTV Unplugged: Live At Roundhouse London”

  1. The Captain
  2. Biblical
  3. Re-arrange
  4. Drop It
  5. Black Chandelier
  6. Folding Stars
  7. Different Kind Of Love
  8. Mountains
  9. God Only Knows
  10. Opposite
  11. Small Wishes
  12. Bubbles
  13. Medicine
  14. Many of Horror
  15. Machines

Meine Anspieltipps – fett 


BIFFY CLYRO – Discographie

2000: thekidswhopoptodaywillrocktomorrow
2002: Blackened Sky
2003: The Vertigo of Bliss
2004: Infinity Land
2007: Puzzle
2009: Only Revolutions
2010: Lonely Revolutions
2011: Revolutions/Live from Wembley
2013: Opposites
2013: Opposites – Live from Glasgow
2014: Similarities
2016: Ellipsis
2018: MTV Unplugged – Live at Roundhouse London


BIFFY CLYRO – Tour 2018 – Tourdaten

27.09.18 München, Philharmonie
28.09.18 Berlin, Admiralspalast
29.09.18 Frankfurt, Alter Oper

Tickets für die untenstehenden Termine sind seit dem 11. Mai 2018 im allgemeinen Vorverkauf erhältlich.


BIFFYCLYRO – Youtube

THE GRAHAM BOND ORGANIZATION – The Sound Of 65 – There’s A Bond Between Us – Vinyl – REVIEW

Review / Tonträger / Album.
Künstler: THE GRAHAM BOND ORGANIZATION.
Titel: The Sound Of 65 / There’s A Bond Between Us.
Formate: Vinyl, CD.
VÖ: 02.2018.
Label: Repertoire records
Website


“Mein Name ist Bond, Graham Bond!” – Einen derartigen Bekanntheitsgrad, wie die von Ian Fleming geschaffene Roman- und Filmfigur hatte der Brite Graham Bond beileibe nicht. Von der Kritik wurde er in den 1960er und 1970er- Jahren verschiedentlich sogar mehr geschmäht als geschätzt.

Dabei war seine Band im Rückblick mehr als nur eine gewinnbringende Zwischenstation für manche seiner Mitspieler, die in den darauf folgenden Jahren in anderen sehr namhaften Formationen, oder als Solisten – im Gegnsatz zu ihm selbst – Karriere machen sollten.

Jazz und Rhythm’n’Blues prägten in den 196oer Jahren die Setlist seiner Organisation, die er gerne auch Organization nannte. Während er sich als Sänger, am Keyboard und am Alt-Saxophon einbrachte, unterstützten ihn Jack Bruce am Bass, Ginger Baker als Drummer und Dick Heckstall-Smith am Tenor- und Sopransaxophon.

Jack Bruce und Ginger Baker firmierten nur wenige Monate später mit Eric Clapton als CREAM und schrieben große Rockgeschichte.

Lediglich zwei Studio-Alben nahm THE GRAHAM BOND ORGANIZATION in vorgenannter Quartett-Besetzung – allerdings binnen kurzer Zeit im Jahre 1965 – auf.

Repertoire veröffentlichte The Sound Of 65 und There’s a Bond Between Us nunmehr als delektable Editionen auf 180 Gramm schwerem Vinyl, mono, remastered von Jon Astley und in den Londoner Abbey Road Studios produziert. Das Vinyl klingt großartig, liegt plan und knistert selbst “ungewaschen” nicht.

Das Songwriting war damals Gruppenarbeit, Graham Bond ermunterte die ORGANisation, wie die Band auch verschiedentlich genannt wurde, dazu. Die Jungs machten auch brav mit, bereiteten dabei ihren Ausstieg leider auch gleich vor. Bestens nachzuhören auf dem finalen Stück Camels And Elephants auf der 2. Seite von There’s A Bond Between Us. Bald sollte es Ginger Baker bei Cream zum übermächtigen TOAD ausbauen.

Auch Graham Bond hat mit der Nutzung des Mellotrons  als elektromechanisches Tasteninstrument auf There’s A Bond Between Us Pionierarbeit geleistet. Interne Streitigkeiten, ausgerechnet zwischen Jack Bruce und Ginger Baker, sowie Drogenkonsum führten zu raschen Umbesetzungen, auch wenn man sich seit der gemeinsamen Arbeit – um 1963  – mit der Alexis Corner Blues Incorporated kannte.

Jon Hiseman folgte denn auf Ginger Baker an den Drums. Mit Dick Heckstall-Smith und Jon Hiseman nahm Graham Bond noch als Trio die Single You’ve Gotta Have Love Babe / I Love You auf, bevor auch diese beiden Wegbegeleiter die Segel strichen und via Kurzaufenthalt bei John Mayall & The Bluesbreakers die Band Colosseum ins Leben riefen.

Graham Bond geriet stattdessen mit dem Strafgesetz in Konflikt, verweigerte Unterhaltszahlungen, emigrierte in die USA, blieb zunächst ohne Arbeitsgenehmigung, heuerte in diversen Bands an, kehrte dann ins Vereinigte Königreich zurück und fand ein geradezu tragisches Ende, als er 1974 in London vor eine U-Bahn stürzte.

Zu diesem Zeitpunkt war für den haltlosen Musiker der Titel There’s A Bond Between Us längst zur Illusion geworden. Es gab nichts mehr, was ihn noch großartig mit anderen Menschen verband.

Wer sich in Sachen THE GRAHAM BOND ORGANIZATION über die beiden jüngste Vinyl-Veröffentlichungen hinaus noch etwas musikalisch weiterbilden möchte, dem seien auch die beiden Compilationen Wade In The Water und die BBC-Aufnahmen empfohlen. Ebenfalls erschienen bei Repertoire Records.

© Gerald Langer


THE GRAHAM BOND ORGANIZATION – Amazon Music:


Tracklist | THE GRAHAM BOND ORGANIATION – The Sound Of 65

SIDE 1

01 Hoochie Coochie
02 Baby Make Love To Me
03 Neighbour, Neighbour
04 Early In The Morning
05 Spanish Blues
06 Oh Baby
07 Little Girl

SIDE 2

01 I Want You
02 Wade In The Water
03 Got My Mojo Working
04 Train Time
05 Baby Be Good To Me
06 Half A Man
07 Tammy


The Graham Bond Organization - There's A Bond Between Us - Vinyl - Album-Cover 2018
The Graham Bond Organization – There’s A Bond Between Us – Vinyl – Album-Cover 2018

Tracklist | THE GRAHAM BOND ORGANIZATION – There’s a Bond Between Us

SIDE 1

01 Who’s Afraid Of Virginia Woolf?
02 Hear Me Calling Your Name
03 The Night Time Is The Right Time
04 Walkin’ In The Park
05 Last Night
06 Baby Can It Be True

SIDE 2

01 What’d I Say
02 Dick’s Instrumental
03 Don’t Let Go
04 Keep A Drivin’
05 Have You Ever Loved A Woman?
06 Camels And Elephants


Line-Up:

Graham Bond – Sänger, Keyboarder, Alt-Saxophonist;
Jack Bruce – Bass
Ginger Baker – Schlagzeug
Dick Heckstall-Smith – Tenor- und Sopransaxophon


Diskografie:

The Sound of ’65 (1965; Columbia)
There’s a Bond Between Us (1965; Columbia)


THE GRAHAM BOND ORGANIZATION – Youtube:

Matt Bianco Meets New Cool Collective – The Things You Love (2016) – Album – Review

Matt Bianco Meets New Cool Collective – The Things You Love
VÖ: 28.10.2016
Label: earMUSIC
Vertrieb: Edel
Formate: CD, digital
Websites: www.newcoolcollective.com
Facebook: www.facebook.com/NewCoolCollective

Review / Tonträger / Album © Gerald Langer

(music-on-net) – Matt Bianco’s Karrierestart Mitte der 1980er Jahre konnte sich kein Radiohörer entziehen. Seine smoothe Clubmusik – eine Mischung aus Jazz und Latin – fiel in die Phase, als Sade ebenso um Zuhörer buhlte, während sich zum Beispiel U2 nach und nach mit Rock und Pathos zur Supergroup mauserten. Die Musik der Band aus Dublin faszinierte mich deutlich mehr als die seichten, zweifellos perfekt arrangierten, Popnummern von Danny White (Keyboards) und Mark Reilly (Gesang). “Yeh Yeh” war einer dieser Songs, die zwar problemlos die Tanzflächen füllten, bei mir eher Unbehagen auslösten.

Aus den Augen aus dem Sinn, habe ich den Werdegang und all die personellen Veränderungen dieser Band um Mark Reilly über mehr als drei Jahrzehnte überhaupt nicht verfolgt, war geradezu überrascht, als mir vor einigen Wochen “Matt Bianco Meets New Cool Collective – The Things You Love” unterkam. Das Album blieb – vor allem aus zeitlichen Gründen – auf einem Stapel liegen, den ich in den letzten Wochen nach und nach etwas abgearbeitet habe. Jetzt war es einfach “dran”!

Beschriebene (Vor-)Urteile habe ich hintangestellt und mich mit diesem Album auseinandergesetzt.

Und höre da:

Das aktuelle Album bietet mit dem Opener “We Should Be Dancing” einen Song, der mich, wie auch das nachfolgende und Titel gebende Stück “The Things You Love” aufgrund der Bläsereinsätze  an die von mir immer geschätzten “Earth, Wind & Fire” erinnert.

Der Ideenaustauch zwischen Mark Reilly aka Matt Bianco aus London und The New Cool Collective aus Amsterdam trägt also hörbar Früchte.

Die ursprünglich fünf Songs umfassenden EP wurde mit weiteren fünf Songs angereichert.

Zwei Remixe von “Breaking Out” und “Bring It On”  lassen ein insgesamt gut 45-minütiges und dabei sehr kurzweiliges Album entstehen, das sich locker bei Soul und Jazz bedient, aber dabei nie  – plump auf Verkaufszahlen schielend – möglichst allen gefallen soll.

Die Arrangements sind dafür sehr raffiniert, so dass der “alte” Matt Bianco vielleicht am stärksten noch bei “Don’t Blame It On That Girl” durchschlägt.

Ergo:

Erfreuliche Evolution beim Künstler Mark Reilly in dieser besonderen Kooperation mit dem New Cool Collective. Und möglicherweise ein noch größerer Reifeprozess bei mir als Hörer!

© Gerald Langer


Tracklist

01. We Should Be Dancing
02. The Things You Love
03. Double Stitch
04. Do The Right Thing
05. Don’t Blame It On That Girl
06. Count Me In
07. Cry (ft. Elisabeth Troy)
08. Breaking Out
09. Bring It On
10. Samba Italiano
11. Breaking Out (Nicola Conte Remix)
12. Bring It On (Nicola Conte Remix)


Meine Anspiel-Tipps – fett!


Line Up

Mark Reilly – Vocals
Benjamin Herman – Alto, tenor and baritone saxophones, flute
David Rockefeller – Trumpet, trombone, flugelhorn
Rory Ronde – Electric and acoustic guitars, Hofner 182 bass
Willem Friede – Fender Rhodes, piano, vox organ, slit drum
Leslie Lopez – Ampeg baby Bass, electric bass, Hofner 182 bass
Joost Kroon – Drums, percussion
Jos de Haas – Timbales, bongos, percussion
Frank van Dok – Congas, percussion


C R E D I T S

All lyrics by Mark Reilly, except ‘Bring lt On’ by Andrew RoachFord

All compositions by New Cool Collective & Mark Reilly, except ‘Don’t Blame lt On That Girl’ by Mark Reilly & Mark Fisher, arranged

by New Cool Collective & Mark Reilly & ‘Bring lt On’ composed by Roachford, Van Dok, Friede, Goudsmit, De Haas, Herman, Lopez,

Rockefeller &Vink

Additional vocals on ‘Cry’ by Elisabeth Troy

Recorded by Kasper Frenkel at Electric Monkey, Amsterdam (NL)

Additional recording by Joeri Saal at Studio 150, Amsterdam (NL)

Mixed by Joeri Saal at Studio 150, Amsterdam (N L)

Except tracks 6, 9 & 10 mixed by Kasper Frenkel at Electric Monkey (N L), tracks 7 & 8 mixed by Mark Reilly

Mastered by Bob Olhsson at Audio Mastery, Nashville (US)

Produced by New Cool Collective & Mark Reilly

Executive producers: Dox Records & Mark van den Bergh

Artwork by Meinder Verheggen

Cover photo by Maarten van der Kamp, live photo by William van der Voort (cloakturecom), b/w photos by Frank Bours

New Cool Collective would like to thank: Joris Liebregt, Bart Sue‘r, Everyone at Dox Records, Donné Roos, Frans Wajon, Tom

Sikkema, John Kriek and all NCC live crew

Joost Kroon uses Tama, Zildjian, Remo and Vic Firth / Benjamin Herman plays D’Addario reeds and Selmer saxophones

All tracks published by Dox Records, except ‘Don’t Blame lt On That Girl’ published by Warner/Chappell Music, ‘Bring lt On’

published by CTM publishing/Reverb Music Ltd

Additional musicians on Nicola Conte Remixes:

Pietro Lussu – piano & wurlitzer electric piano
Luca Alemanno – double bass & Fender bass
Dario Congedo — drums
Cesare Pastanella — congas & percussions
Nicola Conte – guitars

Produced by Nicola Conte

Recorded at Sorriso Studio/Bari by Tommy Cavalieri


Kate Bush – Before The Dawn (2016) – Album – Kurzkritik

Kate Bush – Before The Dawn
VÖ: 25. November 2016
Label: Rhino
Format: 3-CD-Set, 4-Vinyl-Set, digital

Kurzkritik / Hörtipp / Album © Gerald Langer


(music-on-net) – Glücklich diejenigen, denen es gelungen war, im Spätsommer 2014 eines der begehrten Tickets für die multimediale Konzertreihe von Kate Bush im ehemaligen Hammersmith Apollo, London, zu ergattern. Dem Vernehmen nach, waren die Tickets in Minutenschnelle ausverkauft. Mein lieber Freund Jörg ist sicherlich ein noch größerer Fan der Britin als ich und hatte Tickets für eine der Shows erwerben dürfen.

Dankenswerterweise hat er damals einen Bericht zum Konzert am 29.08.2014 verfasst. Es gab allerdings ein absolutes Fotoverbot während der Shows.

Nun ist Before The Dawn als Tondokument des epochalen Musikereignisses erschienen. Mir liegt das 3-CD-Set vor, habe es durchgehört und bin geradezu entzückt.

All der Unsinn, der bisher vereinzelt über die mangelhafte Tonqualität im Netz verzapft wurde, ist völlig haltlos und entbehrt jeglicher Grundlage. Das Einzige, worüber man nörgeln könnte, ist die mangelhafte “Bildqualität!”, vom beiliegenden Booklet mal abgesehen.

Wo bitte bleibt die DVD bzw. Bluray? Das Konzert ist ja bereits während der Generalprobe filmisch festgehalten worden.

Ich warte mit vielen Millionen Fans sehnsüchtig auf das gleichermaßen bild- und tontechnisch opulente Gesamtkunstwerk.

© Gerald Langer


Tracklist

Disc 1
1. “Lily”
2. “Hounds of Love”
3. “Joanni”
4. “Top of the City”
5. “Never Be Mine”
6. “Running Up That Hill”
7. “King of the Mountain”

Disc 2
1. “Astronomer’s Call” (Spoken monologue)
2. “And Dream of Sheep”
3. “Under Ice”
4. “Waking the Witch”
5. “Watching Them Without Her” (dialogue)
6. “Watching You Without Me”
7. “Little Light”
8. “Jig of Life”
9. “Hello Earth”
10. “The Morning Fog”

Disc 3
1. “Prelude”
2. “Prologue”
3. “An Architect’s Dream”
4. “The Painter’s Link”
5. “Sunset”
6. “Aerial Tal”
7. “Somewhere In Between”
8. “Tawny Moon”
9. “Nocturn”
10. “Aerial”
11. “Among Angels”
12. “Cloudbusting”


 Meine Anspiel-Tipps – fett


 

Kate Bush – Eventim Apollo London 2014 – Review

Konzertbericht
Kate Bush am 29. August 2014 im Londoner Eventim Apollo
Before The Dawn – Einfach überwältigend


London (music-on-net) – Exakt um 19:45 begrüßen die Zuschauer eine Künstlerin mit stehenden Ovationen, die diese Bühne das letzte Mal am 13. Mai 1979 betreten hat und nach dieser damaligen Tour nie mehr live aufgetreten ist:

Kate Bush, barfuß und bekleidet mit einem schwarzen Fransenkleid, betritt die Bühne. Im Gänsemarsch folgen die Backgroundsänger und – sängerinnen, unter ihnen auch ihr 16 Jahre alter Sohn.Die Emotionen, die dieser Auftritt von Kate Bush im Publikum auslöst, sind rundherum zu spüren und lassen keinen kalt – noch nie habe ich ein Publikum eine(n) Künstler(in) so frenetisch feiern gesehen wie bei diesem Konzert.

Und das sollte erst der Anfang eines Live-Events werden, das, wenn man nicht dabei war, eigentlich gar nicht zu beschreiben ist. Es ist ein unvergleichliches, das Bewusstsein der Zuschauer sprengendes Erlebnis. Der künstlerische, musikalische und technische Output übertrifft wohl alles, was bislang auf internationalen Bühnen live gezeigt wurde. Kate Bush war schon vor 35 Jahren bekannt dafür, ihre Songs mit der ihr eigenen Durchsetzungskraft mittels eigener Ideen und Vorstellungen live auf der Bühne zu präsentieren. Jetzt hat sie bei ihren insgesamt 22 im (Hammersmith) Eventim Apollo geplanten Bühnenshows alles daran gesetzt, die von ihr ausgewählten Songs so zu präsentieren, dass den Zuschauern die versponnenen Geschichten, die sie in ihren Songs erzählt, mittels technischem Equipment und Bühnendarstellung näher gebracht und verständlich gemacht werden.

Das fängt bei einer phänomenalen Begleitband an, ergänzt durch hervorragende Background-Sängern und -Sängerinnen, die nebenbei auch tanzen und schauspielern. Dazu die opernhafte Darstellungen der Songs und der Einsatz einer Bühnentechnik, welche die vielen Versuche anderer Künstler, ihre Songs visuell auf der Bühne umzusetzen, blass werden lassen muss.

Der Einsatz modernster Licht-, Laser-, Video- und Projektionstechnik, gepaart mit einem Surround-Sound-System sind State Of The Art. Dies alles lässt den Zuschauer staunen und zunächst sprachlos zurück, dieses Ereignis muss erst einmal verarbeitet werden.

Das Konzert

Doch nun zum eigentlichen Konzert – wobei der Begriff Konzert wohl nicht ansatzweise das erklärt, was an diesem Abend geboten wird:

Nach dem musikalischen Intro folgen der erste Song Lily, danach Hounds of Love, Joanni, Running Up That Hill, Top of the City und King of the Mountain. Stimmlich und musikalisch perfekt. Die Kritiker, die behaupten, dass Kate Bush bestimmte Songs aufgrund ihres Alters gar nicht mehr singen könnte, straft die Künstlerin Lügen. Jede Nuance der Studioaufnahmen kommt auch auf der Bühne zum Tragen, besonders bei den ruhigeren Songs merkt man, welche gesanglichen Qualitäten diese Sängerin ausmachen. Kate Bush schafft es mit ihrer Stimme, die perfekt agierende Gruppe ihrer Begleitsänger/innen gesanglich noch zu toppen. Man merkt dabei leider auch, welche Welten sich zwischen einer Kate Bush und den vielen heutzutage gefeierten Pop- und Rocksängerinnen auftun.

Im Outro von The King of the Mountain beginnt der zweite Teil des „Konzerts“, die Geschichte einer jungen Frau, die nach einem Schiffsunglück alleine mit einer Rettungsweste im Atlantik treibt, gefangen in einer Zwischenwelt von Leben und Tod und der Hoffnung, dem nassen Element doch noch lebend zu entkommen, indem sie gerettet wird. Dies ist der „The Ninth Wave“-Teil des Albums Hounds of Love.

Zunächst sieht man ein Video, in dem ein Astronom einen Funkspruch eines kleinen Forschungsschiffes aufgegriffen hat, welches in Seenot geraten ist. Doch die Küstenwache glaubt zunächst nicht daran, dass ein Schiffsunglück geschehen ist.

Das Bühnenbild

Schnitt – das Bühnenbild wechselt zu einer im Zwielicht gehaltenen Show, man sieht Kate Bush auf einer Leinwand, mit einer Rettungsweste im Ozean schwimmend, darauf hoffend, dass Hilfe kommt. Die Musiker verschwinden inzwischen in den hinteren Teil der Bühne, von dem aus sie ihren musikalischen Part weiter bestreiten. In ihrem Zustand zwischen Leben und Tod variiert der Schauplatz zwischen der Welt unter Wasser und der Welt da draußen. Skelettfische versuchen, die Frau in ihr Reich zu bringen, während sie versucht, mit der Welt da draußen in Kontakt zu treten. Die Welt unter Wasser wird durch Filmprojektionen, Bühnenlaser und opernhaft anmutenden Ausstattungsgegenständen (ein skelettierter Rumpf eines untergegangenen Schiffes, das Reich der Skelettgeschöpfe bestehend aus auf dem Meeresboden herumliegenden Einrichtungsgegenständen eines Schiffes, Wellenbewegungen durch riesige Stoffbahnen) umgesetzt. Die Außenwelt durch reale Räume, in denen sich zwei Schauspieler über das Fernsehprogramm unterhalten, während die Frau versucht, mental mit diesen in Verbindung zu treten. Suchmannschaften, die man nur schemenhaft durch das ständige Aufblinken ihrer roten Positionslampen an der Kleidung erkennt.

Klingt verrückt? Kommt noch besser.

Bei der nun folgenden Suche nach der Frau schwebt eine Plattform durch den unteren Zuschauerraum, das Knattern von Hubschrauberrotoren ertönt, Punktscheinwerfer, die durch das Publikum schwenken, Bodennebel symbolisieren die Suche nach der Frau. Die akustischen Effekte schwirren durch die ganze Halle, während Kate auf der Leinwand singt und die Fischgestalten versuchen, sie zu ergreifen. Zuletzt rettet sie sich zunächst auf eine ca. 3 Meter hohe Signalboje, die per Hebeeinrichtung von unten auf der Bühne erscheint, doch letztendlich greifen sie die Skelettfische und geleiten die Frau in ihr Reich.

Diese Elemente von Oper, Film, Licht und Sound werden perfekt choreografiert dargestellt, man wird förmlich vom Geschehen auf der Bühne aufgesaugt.

Die Pause

Schnitt – Die Lichter gehen an, ein Sprecher gibt eine ca. 20-minütige Pause bekannt. Ich sitze fassungslos in meinem Sessel und überlege, ob ich das, was hier auf der Bühne geboten wurde, nur gesehen habe oder gerade selbst mitten im Geschehen war. Diesen visuellen und akustischen Overkill muss ich erst einmal verarbeiten. Umso gespannter bin ich auf den letzten Teil des Konzertes. Was kann das noch toppen?

Der dritte Part der Show ist die Umsetzung von „A Sky Of Honey“ von ihrem Album Aerial  (2005). Die Songs sind ruhiger und pastoraler als bei „The Ninth Wave“. Ursprünglich war „A Sky Of Honey“ eine Beschreibung über die Verbindung zwischen Sonnenlicht und Vogelgesang. Und warum der Gesang – bis auf wenige Spezies – abbricht, wenn die Sonne verschwindet. Und es geht um uns, die Menschen, wie wir die Natur betrachten, wenn wir uns in ihr befinden.

Die Band ist wieder auf der Bühne, auf der linken Seite, während sich das Bühnengeschehen auf der rechten Seite abspielt. Die Hauptperson ist ein Maler, der die Natur, den Himmel und die Geschehnisse, die sich dann rundherum auf der Bühne entfalten, auf einem Gemälde erschafft, begleitet von einer kleinen Peter-Pan-ähnlichen Holzfigur, die ängstlich und gespannt, mit der Lebenslust und dem Instinkt eines jungen Tieres die Veränderungen der Umgebung betrachtet. Die Holzfigur in Kindergröße wird mittels eines Puppenspielers auf der Bühne bewegt. Die von dem Maler auf einer umrahmten Projektions-Leinwand erschaffene Natur wird auf der rückwärtigen Bühnenleinwand nochmals erschaffen und variiert, je nachdem, welche Veränderungen der Maler auf seinem Gemälde erschafft. Dies geschieht durch Bild- und Filmprojektionen auf den jeweiligen Leinwänden und in sich überlappenden Filmprojektionen innerhalb der Leinwände, alles sehr aufwendig technisch umgesetzt. Dazu die perfekt harmonierende Band und über allem die glockenhelle Stimme von Kate Bush, die wie bereits 1979 über ein von ihr entwickeltes Kopfmikrofon an die Technik übertragen wird.

Die Bühne gleicht einem Gemälde von Monet, welches einem ständigen Wandel unterzogen wird. Auf der Bühne erscheinen Vogelmenschen, gegen Ende des letzten Songs spreizt Kate ihre schwarzen Flügel und fliegt davon (nicht wirklich verbrieft).

Das Ende

Ende der Vorstellung oder doch nicht?

Ein nicht endend wollender Applaus erfüllt die Halle, standing ovation, nicht die erste und nicht die letzte. Das Publikum scheint in der Tat verrückt zu spielen. Aber wann hat man so etwas schon gesehen und gehört?

Wer Pink Floyd mit ihrer Lightshow, Peter Gabriel mit seiner Bühnentheatralik  und andere spektakuläre Konzertereignisse gesehen und gehört hat – vergesst es!

Das, was ich heute im Londoner Eventim Apollo erleben, durfte sprengt die Vorstellungskraft von Konzertveranstaltungen im üblichen Sinne.

Kate Bush kommt noch einmal zurück auf die Bühne, alleine, setzt sich an das Klavier, um Among Angels von ihrer CD „50 Words of Snow” zu spielen. Im Publikum könnte man eine Stecknadel fallen hören, so gebannt lauschen die Fans diesem einzigen akustischen Solo-Stück. Danach folgt als letztes Stück dieses Abends der Song Cloudbusting. Die gesamte Band und die SängerInnen kommen nochmals auf die Bühne, um diesen Song zusammen mit Kate euphorisch enden zu lassen.

Das Publikum flippt nun auch völlig aus. Noch nie habe ich erlebt, dass ein Song komplett von fast 3500 Menschen mitgesungen, mit geklatscht und bejubelt wird. Niemand sitzt mehr, alle stehen und huldigen dem Werk dieser Ausnahmekünstlerin, wie es sie wohl nicht noch einmal geben wird.

Viele Stars wurden während der ersten Shows gesehen (Geri Halliwell, Holly Johnson, Björk, Marc Almond, David Gilmour, Lily Allen). Ein Gaststar während des Konzertes auf der Bühne wäre wegen der Komplexität der Show eher störend gewesen. Kate Bush braucht das auch nicht, sie ist der Star und der Gaststar ist ihre Show.

Dem geneigten Leser dieser Konzertkritik wird nicht entgangen sein, dass der Verfasser ein Kate Bush-Fan sein muss ob der enthusiastischen Worte über dieses Ereignis. In Worte fassen kann ich nicht wirklich, wie ich mich vor, während und nach des Konzertes gefühlt habe. Berauscht, trunken vor Glück, diesem Ereignis beigewohnt zu haben und meine vorab gehegte Hoffnung auf ein tolles Konzert bei weitem übertroffen gesehen zu haben.

Keine Kameras, keine Aufnahmegeräte

Obwohl viele Fans darauf gehofft hatten – kein Song von den ersten Alben wurde gespielt. Ganz ehrlich, ich habe auch keinen vermisst. Fotos gibt es leider keine, die Künstlerin hat  in einer vorab an die Fans gesendeten Email darum gebeten, keine Handys oder Tablets während des Konzertes zu benutzen, da sie ihre Aufführung mit den Fans teilen wollte und nicht mit in die Höhe gestreckten Aufnahmegeräten. Dies wurde auch von den Fans respektiert und eingehalten. Aber wie sollten Bilder auch dokumentieren, was an diesem und den noch folgenden Abenden dem Zuschauer geboten wurde und wird.

Kate Bush hat an diesem Abend gezeigt, was möglich ist, um Musik visuell und auditiv umzusetzen. Mit dieser Show hat sie die Messlatte für kommende Events anderer KünsterInnen gesetzt.  Ich bezweifle, dass dies jemand schafft.

Dies ist das Prog-Event des Jahres, wenn nicht sogar das Musik-Event des Jahres.

Keep on progging, Kate!!

© Jörg Klingner


Hier doch noch einige Bilder vom britischen Mirror


Eckdaten

Show: Before The Dawn
Ort: London (UK), Hammersmith, Eventim Apollo
Datum: 29. August 2014, 19:45

Full Setlist

Introduction
Lily
Hounds of Love
Joanni
Running Up That Hill
Top of the City
King of the Mountain
The Ninth Wave (And Dream of Sheep, Under Ice, Waking The Witch, Watching You Without Me, Jig of Life, Hello Earth, The Morning Fog)
A Sky of Honey (Prelude, Prologue, An Architect’s Dream, The Painter’s Link, Sunset, Aerial Tal, Somewhere In Between, Tawny Moon (performed by Bertie McIntosh), Nocturn, Aerial)
Finale
Among Angels
Cloudbusting

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