9. Würzburger Hafensommer 2015 – Concert – Review – Persönlicher Rückblick

Festivalbericht mit Konzertfotos

Mark Berube am 9. August 2015 beim Würzburger Hafensommer auf den Mainwiesen © Gerald Langer
Mark Berube am 9. August 2015 beim Würzburger Hafensommer auf den Mainwiesen © Gerald Langer

Festivalbericht mit Konzertfotos
Der 9. Würzburger Hafensommer 2015 aus dem Blickwinkel eines Bloggers und Konzertfotografen
Mein persönlicher Rückblick


Würzburg (music-on-net) – Der 9. Würzburger Hafensommer 2015 ist zumindest kalendarisch vorbei. Ich bin mit dem Thema noch immer – sehr gerne – beschäftigt. Zeit für einen kurzen persönlichen Rückblick und vielleicht auch für die eine oder andere Erklärung.

Seit einigen Jahren berichte ich nun über den Würzburger Hafensommer, fotografiere die verschiedenen Künstler bei ihren Auftritten.  Einige Informationen über den Hafensommer der vergangenen Jahre kann man auf meiner Archivseite music-on-net.com finden.

In diesem Jahr war ich wiederum in einer Doppelfunktion auf den Mainwiesen unterwegs. Zum einen fotografierte ich für den Veranstalter, zum anderen pflegte ich meine Eindrücke in diesen Blog ein. Dass damit wieder viel Arbeit verbunden war, hat mich nicht sonderlich überrascht. Kannte ich dies doch schon aus den vergangenen Jahren.

Hafensommer findet für mich ohnehin nicht beschränkt auf einen klar definierten Zeitraum von 17 Konzertabenden statt, sondern hat einen nie ganz klar abgrenzbaren Vorlauf von einigen Monaten. Wenn die ersten Künstler feststehen, werden Vorankündigungen gepostet. Promo-Material in Form von CD’s erhielt ich im Juni 2015, so dass die Möglichkeit bestand, mich mit dem angebotenen Spektrum vertrauter zu machen.

Das ist ein sehr spannender Prozess, wenn diese Tonträger dann von einem Stappel zum anderen wandern, bis der eine oder andere besprochen wird. Alles schaffe ich beim besten Willen nicht. Selbstverständlich gibt es auch Künstler, zu deren Musik ich gar keinen Zugang finden kann. Hin und wieder ändert sich das mit dem Auftritt beim Hafensommer, manchmal auch nicht.

Ich bin Komplettist

Wer mich ein bisschen kennt, weiß auch, dass ich ein „Komplettist“ bin. Das heißt, ich dulde weder große Lücken in meiner Tonträgersammlung noch in der Darstellung einer Konzertreihe wie dem Würzburger Hafensommer. Wenige Veranstaltungen wird man aus verschiedenen Gründen in der unten angegebenen Verlinkung nicht finden.

Aloa Input und Kante hätte ich beide am Dienstag, den 28. Juli 2015 sehr gerne beim Hafensommer erlebt. Doch ein Weihnachtsgeschenk in Form von Eintrittskarten für Konstantin Wecker in Röttingen sind mehr als nur ein gutes Argument, auch mal wieder einen Abend zusammen mit meiner Frau zu verbringen, die mir seit Jahren den Rücken freihält, damit ich meiner Leidenschaft nachgehen kann.

Quadro Nuevo, die am Samstag, den 1. August 2015 aufgetreten sind, habe ich bereits einmal beim Hafensommer erlebt. Ich finde die Musik durchaus in Ordnung, nur berührt sie mich, wenn ich ehrlich sein darf, nicht besonders. Ich brauchte zudem den freien Samstagabend, um Liegengebliebenes aufzuarbeiten. Insofern war dies ein geplantes kurzes Innehalten und Atemholen.

Einen wirklichen Sonderfall in der Konzertfolge des Hafensommers stellte der Doppelauftritt von Tula und Balbina am Dienstag, den 4. August 2015, dar.

Beide Bands kannte ich zuvor überhaupt nicht, hatte mich auch überhaupt nicht vorbereitet. Ich wollte einfach mal nur Zuhörer sein und mich überraschen lassen.

Und tatsächlich wurde ich überrascht. Konnte ich bei Tula durchaus noch interessante Ansätze erkennen, hat mich ihre anfängliche Basslastigkeit förmlich vom Platz gefegt. Den Gastronomiebereich hatte ich noch nicht ganz erreicht, kam das Management von Tula auf mich zu und teilte mir nach dem Konzert mit, dass die Fotos der Sängerin vor Veröffentlichung durch diese freizugeben seien. Ich hatte einige, wie ich glaube, auch passable Fotos gemacht und entschloss mich aufgrund dieser Hürde und weil mich vor allem die Musik nicht allzu sehr bewegt hatte, auf eine Veröffentlichung gänzlich zu verzichten.

Wer wissen möchte, wie ich über Konzertfotografie im allgemeinen denke, darf bei Interesse gerne hier nachlesen. Fotoregeln nach dem Konzert aufzustellen, ist allerdings eine Variante, die in meine bisherige Betrachtung noch nicht eingeflossen ist. Der Beitrag wird also bei Gelegenheit ergänzt.

Danach kam Balbina. Weniger lang habe ich es bisher noch bei keinem Konzert ausgehalten. Die künstliche Stimme „Ich bin Balbina“, ein erster Song mit einem Text, bei dem nicht nur jeder Deutschlehrer sich wünschen würde, er hätte sich für ein anderes Fach entschieden, hatten ausgereicht, dass ich meine bereits schussbereit neben mir liegende Kamera wieder verstaute und den Weg nach Hause angetreten habe. Dort angekommen habe ich mir das „Goldfisch-Video“ von Balbina angesehen. Hätte ich das nur vorher gemacht.

Insofern trifft mich doch eine gewisse „Mitschuld“ für diesen wirklich total verkorksten Hafensommerabend, der ansonsten wohl dem Vernehmen nach sein Zielpublikum durchaus erreicht hat. Begeisterte Stimmen sind mir nämlich im Nachhinein nicht verborgen geblieben. Das freut mich auf jeden Fall für den Veranstalter. Ich versuche mich künftig noch besser vorzubereiten. Das Studium von euphorischen Artikeln in der Süddeutschen Zeitung, Der Zeit, dem Rolling Stone reicht für die Meinungsbildung sicherlich nicht aus. Aber selbst das hatte ich ja unterlassen.

Das Programm

Das Programm war wie in den Jahren zuvor wieder vielfältig, anspruchsvoll und von Jürgen Königer als künstlerischem Leiter mit Bedacht zusammengestellt worden. Dies betrifft sowohl die Kombination von Künstlern bei Doppelkonzerten als auch die Wahl von Support und Headliner. Um dem noch „Unbekanntem“ eine Chance zu geben, braucht es an manchen Abenden Zugpferde wie Quadro Nuevo, die über größere Fangruppen verfügen.

Meine ganz persönlichen Highlights

Natürlich hat ein jeder regelmäßige Besucher des Hafensommers seine absoluten Favoriten – auch ich.

Mein persönlicher Held des Hafensommers 2015 ist Raul Midón. Dieser „Multiinstrumentalist“ hat mich live begeistert wie zuvor auf CD. Der Mann ist von schier unglaublicher Musikalität.

Teitur und Mark Berube haben als Solisten ähnlich überzeugt.

Schaerer und Niggli haben mich bei Ihrem fantastischen Auftritt in ihren Bann gezogen.

Auf das Quartett Orioxy hatte ich im Vorfeld des Hafensommers schon gesetzt und bin nicht enttäuscht worden.

Sophie Hunger gefiel mir als Gesamtpaket im Hinblick auf Musikalität und Show. Einen besseren Abschluss hätte der diesjährige Hafensommer nicht finden können. Ein pyrotechnisches Abschlussfeuerwerk war damit komplett überflüssig geworden.

Perspektive

Im nächsten Jahr feiert der Würzburger Hafensommer sein Jubiläum. Er soll dann wieder am klassischen Standort zu Füssen des Heizkraftwerkes stattfinden. Die Bauarbeiten sollten bis dahin abgeschlossen sein.

An der Ausweichspielstätte auf den Mainwiesen hat sich der räumlich gefasste Gastronomiebereich aus meiner Sicht grundsätzlich bewährt. Leider war er auch immer wieder mit vielen „Zaungästen“ besetzt, die bei freiem Eintritt zwar die Umsätze bei Getränken und Speisen angekurbelt haben dürften, aber eben sonst auch keinerlei Beitrag für das überwiegend erstklassige Programm geleistet haben. Ich möchte gar nicht hochrechnen, wie groß die daraus resultierenden Einnahmeverluste für die Gesamtveranstaltung sind.

Die Realisierung eines erweiterten Gastronomiebereich sollte man auch am Standort Heizkraftwerk im Hinterkopf behalten. Allerdings sollte er dann auch nur den zahlenden Gästen zur Verfügung stehen.

Ich selbst hoffe, weiterhin gesund und einigermaßen fit zu bleiben, eine Akkreditierung auch für den Hafensommer 2016 zu erhalten, um dann wieder in Wort und Bild darüber berichten zu können.

Dankeschön

An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an all diejenigen, die meine Beiträge verfolgen und von denen ich eine überwiegend positive Resonanz erhalten habe.

Einige hatten angefragt, warum ich über die eine oder andere Veranstaltung nicht berichtet habe. Auch diejenigen sollten jetzt eine erschöpfende Auskunft erhalten haben.

Viele bekannte Gesichter in den ersten Reihen werde ich jetzt wohl wieder ein Jahr lang vermissen. Ich freue mich auf Euch und die gemeinsamen Gespräche im nächsten Jahr!

© Gerald Langer


Alle Konzertberichte und Konzertfotos © Gerald Langer (music-on-net)


Links zu den verschiedenen Beiträgen

Sparda-Bank-Classic-Night

Hugh Masekela

Johanna Borchert – Matinee

Johanna Borchert

Bugge Wessseltoft ’n‘ Friends

Aranis

Olivia Pedroli

Hochzeitskapelle

Sly & Robbie Meet Nils Petter Molvaer

Iki

Ganes

Banzo

Raul Midón

Würzburg Art Ensemble

Amparo Sánchez

Dauner & Dauner

Pohjonen & Pohjonen

Orioxy

High Ideals & Crazy Dreams

Schaerer & Niggli

Erika Stucky Spidergirl

Teitur

Tina Dico

Carolina Bubbico

Pippo Pollina

Mark Berube

Sophie Hunger


Hugh Masekela beim Würzburger Hafensommer 2015 © Gerald Langer
Hugh Masekela | Würzburger Hafensommer | Posthalle | 25-07-2015 © Gerald Langer

 

Erweiterte Bildergalerien findet man auf
www.music-on-net.photography

Die Arbeit ist dort allerdings noch nicht ganz abgeschlossen!

Eine überschaubare Bildauswahl auf der Homepage des

 Würzburger Hafensommers.

 

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Gerald Langer is the founder of music-on-net.com, music-on-net.de, music-on-net.photography. He is cooperating with other authors and photographers.