Drücken Sie „Enter“, um den Inhalte zu überspringen

Siyou’n’Hell – Soulscape Screenshots (2015) – Tonträger – Review

Siyou’n’Hell – Soulscape Screenshots
VÖ: 5. Juni 2015
Label: Bassball Recordings/36music
Vertrieb: Broken Silence
Formate: CD, digital

Review / Tonträger /Album © Gerald Langer

(music-on-net) – Eigentlich wollte ich das aktuelle Album “Soulscape Screenshots” von Siyou Isabelle Ngnoubamdjum und Hellmut Hattler – zusammen sind sie Siyou’n’Hell – längst besprochen haben. Die letzten Wochen waren allerdings geprägt von vielen eindrucksvollen Konzerten und zogen damit ein enormes Arbeitsaufkommen für die Bild- und Berichterstattung nach sich. Da stand die Musik aus der Konserve zunächst etwas hinten an.  Aber nur etwas, denn “Soulscape Screenshots” verschwand während dieser Wartezeit häufiger in der Schublade meines Players und wurde wirklich einige Male komplett durchgehört. Am Stück, also ohne Bedienung der Skip-Taste, deren Drücken immer auch eine gewisse Ungeduld des Zuhörenden signalisiert und Rückschlüsse darüber zulässt, ob ein durchkonzipiertes Album vorliegt oder eben nur vereinzelte, irgendwie auf etwa 45 Minuten Spielzeit verteilte, Höhepunkte.

Waren die vorangegangenen beiden Alben noch stärker von fabelhaften Interpretationen fremder, dafür bekannter Songs, mit geprägt, handelt es sich bei “Soulscape Screenshots” überwiegend um Eigenkompositionen des Künstlerpaares. Eine Ausnahme bildet lediglich “Ain’t Messin’ Round” vom noch sehr jungen Gary Clark Jr., welches S’n’H entschlackt und eine deutliche Prise Soul von Siyou und einen ordentlich “funky” Bass von Hattler verpasst haben.

Eingepackt haben Siyou’n’Hell ihr aus insgesamt dreizehn Songs bestehendes Album zwischen Siyou’s “Invitation” – eine gute halbe Minute lädt uns ihre Gospel-Stimme zum Zuhören ein – und dem beschließenden, sehr atmosphärischen, “Mountain Bike”. Dazwischen liegen Perlen wie “Higher” , beim dem das Trio Insingizi aus Simbabwe mit rauer Stimme vokal unterstützt. Bei mir werden Erinnerungen an Paul Simon’s “Graceland” geweckt, das 1985 ähnliche afrikanische Einflüsse zeigte. Doch in diese Richtung biegen Siyou’n’Hell im Verlauf des Albums mit Unterstützung ihrer musikalischen Weggefährten – Ali Neander, Jonas Dorn, Joe Fessele, Martin Kasper, Gerry Brown, Jürgen Schlachter, Ralf Damrath, Peter Musebrink, Jan Fride und Joo Kraus – keineswegs ab, sondern bevorzugen Vielfalt. Bei “Be Who You Are” und “Malberry Moon” blitzt zum Beispiel dezent Joo Kraus’s Jazz-Trompete durch.

Soulscape Screenshots lebt auch davon, dass Songs in unterschiedlichen Versionen zueinander in Beziehung gesetzt werden. So gibt es “Tiny Little Mad” in einer kurzen Appetizer Version von Siyou und Hattler, weiter hinten auf der Tracklist dann in Bandversion, ergänzt um  Keyboards und Schlagzeug. Bei “Sometimes” wird dieses Prinzip umgekehrt – erst die sogenannte “More”-Version mit Band, kurz vor Schluss – als Reprise – dann die entschlackte “less version”, die mir persönlich etwas besser gefällt und uns einen Vorgeschmack auf mögliche Live-Auftritte von Siyou’n’Hell, die in der Regel ohne Bandunterstützung stattfinden, geben.

Das Album folgt damit konsequent dem bildhaften Internetauftritt von Hattler, der sich dort im Kontext unterschiedlicher Einflüsse und Projekte zeigt.

Insgesamt eine sehr spannend arrangierte Platte, dabei keine schwerbekömmliche und selbstverliebte Kost!

Und eins ist jetzt auch klar. Meine fetten, schon etwas in die Jahre gekommenen JBL Ti 5000, die ich zusammen mit meinem Sohn schon geschätzte tausend Mal umeinander getragen und immer wieder neu positioniert habe, werde ich noch eine ganze Zeitlang im Arbeitszimmer stehen lassen. Sie sind gewiss ein unübersehbares Hindernis, aber der Bass vom Hattler klingt hier selbst von CD so wunderbar warm, dass ich mich von diesen “Ami-Boxen im wahnsinnig unpraktischen Sargformat” entgegen meiner ursprünglichen Absicht nun doch nicht trennen werde.

© Gerald Langer


BEWERTUNG_5-6_bearbeitet-2

Tracklist 

01. Invitation
02. Higher
03. Tiny Little Mad (Appetizer)
04. Be Who You Are
05. Sometimes (More Version)
06. Lovechild
07. Mallberry Moon
08. Nono
09. Lifelines
10. Tiny Little Mad
11. Ain’t Messin ‘Round
12. Sometimes (Less Version)
13. Mountain Bike

Meine unbedingten Anspiel-Tipps fett


Tour Dates

Siyou’n’Hell

feat. Siyou (voc) & Hellmut Hattler (bs)

19.07.2015 Bremen, Breminale

30.07.2015 Baienfurt, Hoftheater Open Air

15.08.2015 Köngen, 3k-Festival

19.09.2015 Neu-Ulm, Edwin-Scharff-Museum (Kulturnacht)

HATTLER

feat. Fola Dada | Hellmut Hattler | Torsten de Winkel | Oli Rubow

16.10.2015 Ravensburg, Zehntscheuer

17.10.2015 Wetzlar, Franzis

23.10.2015 Idstein, Scheuer

24.10.2015 Esslingen, Dieselstrasse

30.10.2015 Hamburg-Bergedorf, Lola

31.10.2015 Jazzville Festival, Weissenhäuser Strand, Ostsee

16.11.2015 Bonn, Harmonie

17.11.2015 Aschaffenburg, Colossaal

28.11.2015 Altenburg, Jazzklub

22.01.2016 Mainz, Jazztage (Schaubühne)

23.01.2016 Glems, Hirsch

29.01.2016 Hannover, Pavillon

30.01.2016 Cloppenburg, Kulturbahnhof

25.02.2016 Grafschaft, Winzerverein Lantershofen

26.02.2016 Offenburg, Reithalle

KRAAN

feat. Peter Wolbrandt (git, voc) | Jan Fride Wolbrandt (dr) | Hellmut Hattler (b)

05.09.2015 Markneukirchen, Reeveland Music Festival

11.11.2015 Hofer Jazztage

12.11.2015 Siegen, Oase

error: Please respect © copyright, content is protected!
This website stores some user agent data. These data are used to provide a more personalized experience and to track your whereabouts around our website in compliance with the European General Data Protection Regulation. If you decide to opt-out of any future tracking, a cookie will be set up in your browser to remember this choice for one year. I Agree, Deny
540