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BELL BOTTOM BLUES BAND – Radlersaal Würzburg (2018) – Konzertbericht

Konzertbericht mit Konzertfotos
BELL BOTTOM BLUES BAND am 30. Oktober 2018 im Radlersaal Würzburg-Heidingsfeld.
“The Very Best Of Eric Clapton” – serviert von der Bell Bottom Blues Band zusammen mit Frank Diez, John Idan & Pete York


Würzburg (music-on-net) Sich das umfängliche Werk von Eric Clapton vorzunehmen, ist eine noble Aufgabe, der man sich als Musiker stellen und möglicherweise daran scheitern kann. Die aus der Region Unterfranken stammende Bell Bottom Blues Band beschäftigt sich schon seit Jahren mit dem Blues des Briten, der alle Höhen und Tiefen, die das Leben zu bieten hat, durchlebt hat.

Dass diese Band vorzüglich in Sachen Eric Clapton funktioniert, war schon bei meiner ersten Begegnung im Jahre 2012 unüberhörbar.

Sich nun auch noch Gäste vom Kaliber eines Frank Diez (Eric Burdon), eines John Idan (Yardbirds) und eines Pete York (Spencer Davis Group) einzuladen, zeugt von Mut oder besser: richtiger Einschätzung des eigenen musikalischen Potentials.

Das Konzert dieser besonderen Konstellation im Heidingsfelder Radlersaal ist restlos ausverkauft, der Saal infolgedessen rappelvoll. Die Schlange am Eingang kurz vor Einlass war schon von beträchtlicher Länge gewesen.

Es kommt zwangsläufig immer seltener vor, dass ich mich bei einem Konzert relativ jung fühle. Der heutige Abend ist eine solche Ausnahme, obwohl ich mich seit heute schnurstracks auf die “60” zubewege. Dies alles sind allerdings reine Oberflächlichkeiten, wenn sich ein jung gebliebenes Publikum derart begeistern lässt.

Die Moderation durch den Abend übernimmt Linda Schmelzer, die zusammen mit Carola Thieme und Uwe Heppenstiel die Gesangsstimmen beisteuert, solange nicht der smarte US-Amerikaner John Idan im stilechten Outfit der 1960er – gemustertes Hemd und spitz zu laufende Lederschuhe – stimmlich überzeugend einsteigt.

Die Gitarrenwand, die Jochen Volpert, Klaus Wolf, Frank Diez und John Idan gemeinsam und im Wechsel zimmern, ist stilprägend für den Abend – Guitarissimo eben! Marquis de Shölch tobt sich an den Keyboards aus, Joachim Lang am Bass und Stefan Schön am Schlagzeug sorgen für den Rhythmus. Erst als sich während des zweiten Sets Pete York hinzugesellt, muss Stefan Schön seinen Stammplatz räumen, steuert aber weiter perkussive Elemente bei.

Pete York am Schlagzeug ist wirklich unglaublich – der Begriff “Superdrumming” beschreibt sein Spiel noch immer treffend. Ein britischer Vollblutmusiker eben, der sein Zuhause mittlerweile in Oberbayern gefunden hat.

Die musikalischen Biografien der “Stars” Frank Diez und Pete York sind so umfangreich, dass hier schlichtweg der Rahmen der Berichterstattung zum eigentlichen Konzert gesprengt würde.

Der Radlersaal hat ausstattungsmäßig und auch akustisch nicht annähernd die Qualitäten der im Laufe des Abends verschiedentlich genannten Londoner Royal Albert Hall. Eine Sternstunde in der Würzburger Konzertszenerie findet hier heute Abend dennoch statt.

Die Frage, die sich mir und anderen Besuchern stellt, ist nunmehr die, wie sich die Bell Bottom Blues Band bei einer erneuten Einbindung von möglichen Stargästen verhalten wird und wer es überhaupt sein kann?

“Mister Slowhand” höchstpersönlich? Schwer vorstellbar, wenngleich Clapton die etwas schmucklos wirkende Lokalität garantiert nicht vor dem fulminanten Ende verlassen hätte.

Hochklassige Live-Musik von 20:15 bis 00:00 bei einer etwa halbstündigen Pause. Ein Marathon für die Gitarren-Big-Band, aber auch für die Zuhörer, die heute Abend genügend Sitzfleisch entwickeln mussten, wenn sie nicht zwischendurch durch die Spielfreude der Band von den Sitzen gerissen wurden.

© Gerald Langer


Bell Bottom Blues Band – die Bandmitglieder


Linda Schmelzer – vocals
Carola Thieme
– vocals
Uwe Heppenstiel – vocals
Stefan Schön – drums, percussion
Jochen Volpert – guitars
Klaus Wolf – guitars
Marquis de Shölch – hammond/piano/key
Joachim Lang – bass
plus
Frank Diez – guitars
John Idan – guitars
Pete York – drums


Setlist 


Set 1

Stepping out
All your love
White room
Let it rain
Can`t find my way home
Why has love got to be so sad
While my guitar gently weeps
Bell bottom Blues
I shot the sheriff
Wonderful tonight

Set 2

Got you on my mind
Nobody knows when you`re down and out
Lay down Sally
Tears in heaven
Gimme some loving
I`m a man
Keep on running
Have you ever loved a woman
Layla

Encore

Sunshine of your love
Crossroads
Cocaine


Bildergalerie – weitere Konzertfotos auf music-on-net.photography



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