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NINA FIVA SONNENBERG & DAS PHANTOMORCHESTER – Posthalle Würzburg 2012 – Bericht

Konzertbericht und Konzertfotos.
Nina Fiva Sonnenberg und ihr Phantomorchester am 16. Oktober 2012 in der Posthalle Würzburg
Die Stadt gehört am Dienstagabend ihr
Support: Max von Milland


Würzburg (music-on-net) Es ist erfreulich für den Künstler, aber auch für den Veranstalter, wenn ein Konzert aufgrund des großen Publikuminteresses von einer kleineren in eine größere Spielstätte verlegt werden muss. So geschehen beim angekündigten Konzert von Fiva & Das Phantomorchester. Das beschauliche, aber für Clubkonzerte durchaus sehr angenehme, Cairo zog dabei den Kürzeren.

Max von Milland als Support


Max von Milland – Posthalle Wuerzburg 2012 -© Gerald Langer

weitere Konzertfotos Max von Milland

Max von Milland, ein sechsundzwanzigjähriger Singer-/Songwriter sorgt für eine solide positive Grundstimmung. Der Südtiroler stellt sich als Vorgruppe vor, was natürlich scherzhaft gemeint ist. Allerdings gelingt es ihm mittels Loop-Machine mehrstimmig und so voluminös zu erscheinen, dass man – bei geschlossenen Augen – durchaus meinen könnte, er hätte eine ihn unterstützende Band dabei. Der Zuhörer muss sich schon sehr konzentrieren, um seine sehr persönlichen Texte wenigstens ansatzweise verstehen zu können. Die Südtiroler Mundart wird allerdings in feine Melodien gebettet, so dass der Funke in seinem knapp dreißigminütigen Set auf das Publikum überspringt und deutlich mehr als nur Höflichkeitsapplaus auslöst. Er war, wie sein letzter Song schon verrät, „Guat dabei“. Für Max von Milland und seine nachdenklichen Songs wäre das Cairo sicherlich die besser geeignete „Location“ gewesen. So hat der Politologiestudent aus Berlin heute Abend aber auf jeden Fall mehr Zuhörer gehabt.

Nina Fiva Sonnenberg


Nina Fiva Sonnenberg & Phantomorchester – Posthalle Wuerzburg 2012 © Gerald Langer

weitere Konzerfotos Nina Fiva Sonnenberg mit Phantomorchester

Nach kurzer Umbauphase und eingespieltem Intro betreten Nina Fiva Sonnenberg & Das Phantomorchester die große Bühne und kommen vergleichsweise schnell mit dem bühnentechnischen Maßstabssprung zurecht.

Die Band hatte in diesem Jahr immer wieder Gelegenheit, bei musikalischen Großereignissen, zum Beispiel Taubertalfestival oder Rock am Ring, dabei zu sein. Auch das Münchener Konzert in der letzten Woche war bereits vom kleinen Ampere in die größere Muffathalle verlegt worden. Alles Indizien dafür, dass Fiva und ihr kleines Orchester gerade eben den Status einen Geheimtipps sukzessive überwinden.

Das Multitalent Fiva kommt mit der stetig steigenden Popularität offensichtlich gut zurecht. Der Ruhm ist ihr bisher jedenfalls nicht zu Kopf gestiegen. Ihre Texte sind ausgefeilt, reagieren auf den jeweiligen Spielort und das Publikum. Sie strotzen dabei vor Lebensfreude und Lebensmut. Im Mittelpunkt steht das neue Album „Die Stadt gehört wieder mir“, Rückgriffe mit neuen Arrangements von Stücken der drei Vorgängeralben inbegriffen.

Ihr scheint momentan alles zu gelingen. Sie ist „Leuchtturm“, „Goldfisch“ und „Erst fertig, wenn sie fertig ist“. Die Texte niemals flach, keine Mitgrölhymnen, sondern immer zum Nachdenken anregend.

„Glotz nicht, schüttel Dich“ verbindet sie mit der Aufforderung an das Publikum, zu tanzen und dabei möglichst nicht auf die Bühne zu sehen. Schließlich könne die Band ohnehin nicht tanzen. Diese Anweisung läuft natürlich ins Leere. Alle sehen nach vorne, denn wer kann sich schon dem Charme und der Natürlichkeit dieser Künstlerin entziehen? Die gelungene Synthese aus Kontrabass, analoger Elektronik, Schlagzeug und Fivas Sprechgesang hat uns gepackt.

Heute gehört die Stadt, zumindest die Posthalle Würzburg, Fiva und ihrer Band.

Die Namen gebende Single-Auskopplung ihres aktuellen Albums ist sicherlich einer der Höhepunkte des achtzigminütigen Konzertes. Fiva wird mit ihrer Band hoffentlich, wie angekündigt, wiederkommen. Das Stadium der von ihr sehr pointiert in einem der Songs beschriebenen „Kleinkunst“ hat sie längst hinter sich gelassen. Und wir wollen schließlich noch viel mehr hören von Fiva & ihrem Phantomorchester.

 

“Denn es ist immer noch Musik

die mir immer noch was gibt

Auch wenn jeder sagt, alt sein wär’ nicht attraktiv

Will ich nicht jünger werden, sondern nur wieder naiv

Denn ich hör immer noch Musik, die seit Jahren bei mir liegt

Auch wenn jeder sagt, alt sein wär’ nicht attraktiv

will ich nicht jünger werden, sondern nur weiter aktiv.”

 

(Nina Fiva Sonneberg / Textauszug „Immer noch“)

© Gerald Langer

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