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PINK FLOYD – Their Mortal Remains – Ausstellung in Rom 2018 – Bericht

Bericht. Austellung.
PINK FLOYD – Their Mortal Remains.
THE PINK FLOYD Exhibition im MACRO Rome 2018.
Mein Ausstellungsbesuch im Rahmen einer Städtereise am 20. April 2018


Auf Kulturgenuß war ich bei der geplanen Städtereise nach Rom durchaus eingestellt. Als ich nach den ersten Metern Fußmarsch in Richtung Colosseum auf das Plakat “THE PINK FLOYD EXHIBITION” aufmerksam wurde, war mir klar, dass die Städtetour einen weiteren positiven Akzent erfahren würde. Am späten Freitagnachmittag nehme ich die Straßenbahnlinie 3, die mich vom Quartier bis fast vor die Haustür des MACRO befördert.

Das Museo d’Arte Contemporanea di Roma (MACRO) wurde bereits 1999 als Museum für zeitgenössische Kunst eröffnet. Mich interessiert heute nicht die Sammlung, welche vor allem Kunstwerke aus den 1960er Jahren bis heute umfasst. Das Museum selbst ist in der restaurierten Peroni-Brauerei eingebaut worden, wirkt dennoch stärker als Neubau.

Aufbau der Ausstellung

Die Ausstellung ist zeitlich chronologisch aufgebaut, zeigt die Anfänge der Band mit Syd Barrett, die Arbeit an Soundtracks für Barbet Schroeder (More) und Michelangelogo Antonioni (Zabriskie Point), die erste bis letzte Albumveröffentlichung und setzt dabei immer wieder auch Akzente auf die Präsenz der Band in Italien.

Für die außergewöhnliche Grafik vieler Pink-Floyd-Alben zeichnete Storm Thorgerson und sein damaliges Studio Hipgnosis verantwortlich. Marc Fisher war lange Zeit der Architekt der opulenten Bühnenaufbauten für die Shows der Band. Beide, im Jahre 2013 verstorbenen, Künstler werden im Rahmen der Ausstellung gewürdigt.

Fand der Auftritt der Band in Pompeji (1971) bewusst unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, war das gut gemeinte “free concert” am 15. Juli 1989 in Venedig vollkommen aus den Fugen geraten. Die Lagunenstadt wurde erst von Besuchern, dann vom hinterlassenen Müll überschwemmt, war infrastrukturell komplett überfordert. Im Netz geistern weniger professionelle Aufnahmen dieses denkwürdigen Ereignisses herum, das auch von einigen TV-Sendern übertragen wurde. Offiziell hat die Band, bei der damals bereits Roger Waters fehlte, diesen sicherlich spektakulären Auftritt auf einer schwimmenden Bühne vor dem Markusplatz wohlweißlich nicht weiter vermarktet.

Mit THE DIVISION BELL brechen Pink Floyd zum damaligen Zeitpunkt nochmals Rekorde im nötigen Bühnen-Equipement und in der zugehörigen Logistik. An den Wänden des Ausstellungsraumes dieser Phase kann man eindrucksvolle Zahlenreihen nachvollziehen. Die Blütezeit der Band lag dennoch klar bei den Alben DARK SIDE OF THE MOON (1973), WISH YOU WERE HERE (1975),  ANIMALS (1977) und natürlich dem legendären Doppelalbum THE WALL (1979), mit dem Roger Waters noch heute auf Tournee ist.

Ende der Zeitreise

Die Ausstellung ist eine packende Zeitreise, die im letzten Raum endet, bei dem man zuvor den zu Beginn an der Kasse ausgehändigten Kopfhörer, der Musik und – bei Annäherung an diverse Monitore und Sender – Informationen in englischer und italienischer Sprache liefert,  abnimmt und nach ARNOLD LAYNE nochmals COMFORTABLY NUMB vom LIVE 8-Konzert am  2. Juli 2005 in Londoner Hyde Park hört.

Ein Meer von Lautsprecherboxen samt kleiner Laserlight-Show simuliert ein letztes kurzes Konzerterlebnis mit der britischen Supergroup, die hier nochmals mit Roger Waters am Bass, David Gilmour an der Gitarre, Rick Wright an den Keyboards und Nick Mason am Schlagzeug für Gänsehautgefühle sorgt. Natürlich hofften die Fans damals auf eine Reunion der britischen Band, die bei aller musikalischer Brillianz für ihre Live-Auftritte “nicht kleckern, sondern klotzen” zum Credo erhoben hatte. Leider sollte dieses Hoffen vergeblich sein! Im Jahre 2008 verstarb Rick Wright, der einst geniale Syd Barrett hatte schon im Jahre 2006 das Zeitliche gesegnet, nachdem er über Jahrzehnte der Welt bereits lebendig entrückt war.

Weitere Ausstellungsorte von THEIR MORTAL REMAINS

Die Ausstellung ist noch bis zum 19. Mai 2018 in Rom zu sehen. Danach soll sie eigentlich nach Deutschland weiterziehen und im Dortmunder U-Turm installiert werden. Dortmund war schließlich neben London, New York und Los Angeles der einzige Austragungsort von Pink Floyd’s  legendärer “The-Wall”-Tour 1980/1981.

Genaue Termine sind bis heute allerdings unbekannt, auch die eigens angelegte Website www.thepinkfloydexhibition.com gibt im Moment keinerlei Auskunft.

Ich bin jedenfalls sehr froh, dass ich die Möglichkeit hatte, diese Ausstellung im Urlaub einfach auch noch mitzunehmen. Allen anderen Fans der Band sei der Besuch von THIS MORTAL REMAINS nahegelegt.

Der Besuch des Museumsshops zum Kauf diverser Memorabilia dürfte hingegen für die meisten Anhänger von PINK FLOYD überflüssig sein. Denn die dort angebotenen Tonträger sind meist in mannigfacher Ausführung bereits im Musikkonsumentenhaushalt vorhanden. Die feilgebotenen T-Shirts und anderer Krimskrams sind aus meiner Sicht völlig überteuert und ebenso überflüssig.

Den deutschsprachigen Katalog zur Ausstellung sollte man sich indes nicht entgehen lassen. Er macht den Besuch der Ausstellung keineswegs obsolet, sondern ergänzt ihn nachhaltig.

Und überhaupt:

“Shine on, you crazy diamond!”


PINK FLOYD – Das Finale beim gemeinsamen Live 8 – Auftritt

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