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ASP – Posthalle Würzburg 2012 – Konzertbericht

Konzertbericht und Konzertfotos.
ASP am 25. Februar 2012 in der Posthalle Würburg.
Support: ALLY THE FIDDLE.
Etwas Gothic-Novel-Rock-Theater


Würzburg (music-on-net) Ally The Fiddle kommen aus Rostock und sind der heutige Support, an dem sich der Konzertfotograf “abarbeiten” darf.

ALLY THE FIDDLE

Ally The Fiddle – Posthalle Wuerzburg 2012 © Gerald Langer

weitere Konzertfotos | ALLY THE FIDDLE

Die Namen gebende Ally (Storch) ist eine meisterhafte Violinistin, die bisher vor allem auch als Studio- und Konzertmusikerin aktiv war. Mit Ihrer Band, Thorsten (Bass), Huky (Drums), Robert (Guitar) und Diemo (Guitar) supported sie heute Abend den angekündigten „Headliner“ ASP.

Folkloristisch, rockig und überwiegend instrumental heizen sie die mittlerweile nicht mehr allzu sehr ausgekühlte Posthalle richtig an. Gesang von Ally einzig bei „Last Of The Great Whales“, einer Coverversion des Klassikers der Dubliners und damit auch ein Bekenntnis zu den Quellen irischer Traditionals. Sich duellierende Violinenklänge, dazu rockige Gitarrenlicks sind nicht nur akustisch überzeugend, sondern durchaus auch optisch. Ihre Musik hat eine unwahrscheinliche Kraft und kommt dabei ganz ohne Popanz aus.

Knappe Ansagen, dafür umso mehr Spielfreunde der Band über leider nur knappe vierzig Minuten bereiten die Bühne für das sich anschließende große Gothic-Novel-Rock-Theater-Ensemble um ASP.

ASP

ASP- Posthalle Wuerzburg 2012 © Gerald Langer

weitere Konzertfotos | ASP

Wie kann man diesen – zweifellos etwas besonderen – Auftritt beschreiben?

Im Mittelpunkt der audio-visuellen Darbietung steht zweifellos die Person ASP, das mittlerweile markenprägende Namenskürzel für Alexander Spreng, zuständig in der Band für Gesang und „Programming“. Zusammen mit Lutz Demmler an der Gitarre, Sören Jordan an der Leadgitarre, Andreas „Tossi“ Gross am E-Bass und Oliver „Himmi“ Himmighoffen am Schlagzeug baut er eine regelrechte „Wall Of Sound“ auf, die urgewaltig in das Publikum zu stürzen droht.

Die Lichtinszenierung – allererste Sahne. Die Musik – brachial, hart, metallen, rockig, Electronic Beats. Die Songs meist lauthals und bedrohlich vorgetragen, Textbausteine aus dem Liederzyklus des Schwarzen Schmetterlings und Fremde Welten, hier und da ein bisschen Teufelselixier. Zur Schau gestellte Egozentrik mit geradezu hemmungslos zu nennenden Mut zur Hässlichkeit steht unmittelbar neben sympathischer Publikumsnähe. ASP ist letztlich Musiktheater. Und: Theater simuliert ja nunmal nur die Wirklichkeit.

Alexander Spreng gibt sich auf der Bühne als eine Überlagerung verschiedener Kunstfiguren wie Nosferatu, Mephisto und Glöckner von Notre Dame. Dem Publikum wird ein gleichermaßen hässliches, effektvoll schönendes und damit immer wieder auch faszinierendes Spiegelbild vorgehalten. Nein, es wird keine schwarze Messe zelebriert, wenngleich ASP das Publikum von Anfang an fest im Griff hat und selbigem das am Abend mehrfach sich wiederholende „Hey you“ predigt.

ASP ist, ASP sind ein Stil-Crossover von mittelalterlich anmutendem Minnegesang eines Duetts mit Ally bis zum “Rücken an Rücken”, mit Laura aus dem Würzburger Publikum. “Rücken an Rücken – wie soll man sich so in die Augen sehen?” Gleichermaßen ein Sinnbild für ein zunehmendes Maß an Entfremdung?

Perfektion allenthalben auf der Bühne. Wen wundert‘s also, dass die sehenswerte Website der Band http://www.AspsWelten.de diesem hohen Maß an Vollkommenheit ebenso genügt. Klarheit, Übersichtlichkeit, aber eben auch keine allzu großen Überraschungen.

ASP Live ist eine monströse Inszenierung, zugeschnitten einzig und allein auf den Hauptdarsteller, bei dem die durchaus exzellenten Musiker leider zu Statisten degradiert werden (müssen). Die Musik selbst erfährt ihre wunderbarsten Momente, wo sie sich zwischen laut und leise stark kontrastierend entwickelt oder sich der fein gespielten Violine von Ally, die am Schluss des Sets für einige Stücke nochmals auf die Bühne darf (Zitat ASP: „Steigerung des Schönheitsfaktors um 2.000 Prozent“, wie wahr, wie wahr….), bedient.

Rein optisch erinnert die gemeinsame Bühne von ASP und Ally an ein französisches Volksmärchen, nämlich an „Die Schöne und das Biest“. Die musikalische Anreicherung durch Ally lässt indes überhaupt erst die sonst übliche Atmosphäre eines Konzertes aufkommen. Aber ein ganz „normales“ Rockkonzert wollte heute Abend wohl niemand sehen.

Mit dem finalen „Ich will brennen“, ein Mutmacher zum Sich-(Aus-)Leben, geht eine über weite Teile durchaus faszinierende Show zu Ende. Unter all den in schwarz Gekleideten bahne ich mir den Weg zum Ausgang. Bin bestimmt aufgefallen mit meiner hellbraunen Feincordhose und einer ebensolchen Winterjacke.

© Gerald Langer


Setlist | ALLY THE FIDDLE

Red Unicorn – Catharsis – Crumbing Autumn – Days Of Thunder – Last Of The Great Whales – Toss The Feathers


Setlist | ASP

A Prayer For Sanctuary – Wechselbalg – Coming Home – Wer sonst? – Ich komm Dich holen – Eisige Wirklichkeit – Schwarzer Schmetterling – Me – Sara – Und wir tanzten (ungeschickte Liebesbriefe) – FremdkörPerson – Kokon – Schwarzes Blut – Demon Love – Duett ( Minnelied der Incubi) mit Ally – Sing Child mit Ally – Krabat mit Ally – Unverwandt mit Ally – (Zugabe 1) Werben mit Ally – Ich bin ein wahrer Satan – (Zugabe 2) Rücken an Rücken mit Laura aus dem Publikum – Ich will brennen


 

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